Thema: Mix
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Ich hatte vorgestern einen schönen Abend auf der Party von Giallo-Fan Reini in Frankfurt. Es war auch die ganze Posse des Berliner Filmfests da und Doc Acula obendrein. Als ich kam, war gerade die Diskussion "Was wäre, wenn die deutsche Filmindustrie in den 50ern einen Horror-Boom à la Hammer erlebt hätte?"-Diskussion im Gange. Später kam die Frage auf, wie ein deutscher "King Kong" von Fritz Lang wohl ausgesehen hätte. Good times.
Aber auch im Gespräch mit weniger filmaffinen Gästen wurde mir mal wieder klar, dass die Nische der Nerds mittlerweile ein Superbowl-Stadion ist, das jeden rein lässt und keine Stigmata mehr auf den Unterarm stempelt…
Der Exodus hat begonnen:
Der erste Berg aus meinem Arbeitszimmer – an den Dachboden darf ich gar nicht denken…
Gestern Abend wurde ich mal wieder interviewt – warum eigentlich immer nur Radio, ich finde mich auch ganz furchtbar fernsehtauglich! Die Jugendwellen des ARD-Hörfunks mit der "Lateline" wollten über "Dinge, die in den Medien nerven" sprechen. Kein sehr präzises Thema, vielleicht kam die Diskussion deshalb auch nicht richtig in Schwung.
Groß angekündigt habe ich die Veranstaltung nicht, weil ich wusste, dass es einen MP3-Podcast geben würde, über den ich euch meinen Teil zugänglich machen kann. Und hier ist er auch schon – 23 Minuten Hypothesen und Hirnriss ungefiltert aus der Birne durch die Kauleiste in den Äther:
Discuss…
Zu den Sachen, für dich Facebook liebe, gehört die Tatsache, dass es Menschen wieder in mein Blickfeld schiebt, die ich lange vergessen oder verschollen wähnte. Das kann ein ehemaliger Crush sein, ein Klassenkamerad, oder einfach ein Kumpel aus Zeiten, als Kumpel zu haben furchtbar wichtig war.
Im Fall von Olaf (für’s Protokoll: Kumpel, kein Crush) ist das doppelt erfreulich, weil er quasi als Facebook-Gastgeschenk etwas mitbrachte – den Link zum ersten Film, an dem ich je beteiligt war.
Genau genommen ist es nicht der erste Film…
Ihr kennt mich. Ich neige dazu, neue Entwicklungen und Technologien so lange bitter zu verteufeln, bis ich sie in einer lauen Stunde ausprobiere und danach lauthals preise. Facebook, Smartphones, Flachbildfernseher – der Wortvogel ist selten Speerspitze, weil ich halt doch glaube, dass es viel Zeit und Mühen erspart, wenn man einfach ein Jahr oder zwei abwartet, ob sich ein Trend durchsetzt und ausentwickelt. So komme ich einfacher und preiswerter davon.
Ich weiß nicht, wie man seine Musiksammlung mit iTunes pflegt, ich fotografiere mein Essen nicht mit Instagram und habe noch keine Minute an Candy Crush verschwendet…
Die heutige Anekdote ist schon fast 12 Jahre alt. Sie ereignete sich im ersten Quartal 2003, da wohnte ich gerade noch recht frisch in meinem eigenen Haus und hatte beruflich gerade auf "frei" umgestellt, was noch etwas stockend lief. Manchmal kam monatelang nix rein, dann gaben sich die Schecks die Klinke in die Hand. Und es passierte etwas, das mich dazu brachte, nach 30 Jahren die Hausbank zu wechseln.
Warum das gerade jetzt erzähle? Weil ich dieser Tage meine analogen wie digitalen Aktenberge entschlackt habe…
Ich sage es mit größter Überraschung. Ich vermisse München. 20 Jahre lang hat die Stadt mich angeödet, habe ich mir geschworen, ihr den Rücken zu kehren. Kaum ist es geschehen, sehne ich mich zurück. Ins spießige, teure, unkreative und uncoole München.
Und so schaue ich begeistert zurück ins Jahr 1969 – als der BR begeistert zurück schaute ins Jahr 1955. Ich sehe München "vor meiner Zeit", nach dem Kriege, dann mitten in den Umwälzungen der späten 60er Jahre. Ich sehe die Orte, die 20 Jahre später und für 25 Jahre meine "hood" werden sollten…
Ich halte Stil für wichtig. Den individuellen wie den allgemeinen. Jeder nach seiner Façon, aber mit Geschmack, bitte. Was du trägst, ist mir wurscht – solange dir nicht egal ist, was du trägst. Nach meiner Erfahrung verfestigt sich der Geschmack mit dem Alter. Die Experimente lassen nach, man findet das, was einem gefällt – und bleibt dann auch dabei. Früher dachte ich, das wäre ein Verlust. Aber es ist das Gegenteil: Es ist ein Gewinn von Gewissheit und Souveränität.
Manchmal frage ich mich, ob das nur für mich gilt…
Es begann als flüchtige Schnapsidee, verdichtet sich aber mittlerweile zur trunkenen Entschlossenheit. Ich glaube, ich verschiebe 2015 das Weihnachtsfest. Auf 2016.
Statt 24.12.2015 werde ich Heiligabend am 6. oder 7. Januar 2016 begehen.
Das klingt im ersten Augenblick albern, kontraproduktiv und gegen alle Vernunft. Aber hört mich an! Weihnachten ist Weihnachten. Man feiert, nachdem man das letzte Türchen am Adventskalender aufgemacht hat. Das ist seit 2000 Jahren so – oder zumindest, seit es Adventskalender mit einer 24er-Türchenteilung gibt. Also seit ungefähr 100 Jahren.
Es ist mir aber kürzlich aufgefallen, wie viel praktischer es wäre, das Fest zwei oder drei Wochen später zu feiern…