• Die da oben? Korrupt! Die da unten? Faul! Das ganze System? Kaputt! Das Ende? Nah!


    Heute ist mal wieder so ein Tag, an dem mich die Guten auf Facebook ankotzen und nicht die Arschlöcher. Mit Arschlöchern kann ich umgehen im Sinne von ignorieren oder attackieren. Aber was macht man mit Leuten, die man mag, deren gutmenschelnde Tiraden gegen "den Staat" und "das System" nicht weniger dumm und inhaltsleer sind als das Geblöke der Pegida-Anhänger? Die an der richtigen Stelle loslaufen, aber in die falsche Richtung? Die in nervenden Endlosschleifen wiederholen, dass alles immer schlimmer wird, dass die Gesellschaft kinder-, behinderten, frauen- und ausländerfeindlich ist, die prima wissen, wie man das Geld verteilen sollte, für das sie selber nicht verantwortlich sind – und die auf Nachfrage Listen haben, wer an die Wand gestellt oder zumindest aus dem Amt geworfen gehört…

  • Dem Geisterjäger zum Abschied: Goodbye Johnny


    Okay, es muss sein – zum neusten Umzug werden endgültig die beiden Kisten meiner Romanhefte-Jugend aufgelöst. Das hätte ich noch vor einem Jahr nicht für möglich gehalten, aber man muss sich trennen können.

    Ihr erinnert euch: Dieser Schatz war vor einigen Jahren in einem alten Koffer aufgetaucht. Geschätzte 200 Romane, für eine genaue Auflistung habe ich leider keine Zeit.

    Hauptsächlich John Sinclair (1. und 2. Auflage), natürlich gelesen und in die Jahre gekommen. Sind auch Tony Ballard, Ramona King, Larry Brent und Geisterkrimis darunter, dazu ein paar Exoten wie Rick Masters…

  • Was vom Tage übrig bleibt


    Ich hatte es ja schon angedeutet – seit ein paar Tagen stehen immer zwei Plastikkisten neben unserer Haustür in der Speyerer Innenstadt. Vor dem Umzug nächsten Monat wird radikal entrümpelt, dabei werden große Mengen Bücher, CDs und anderer Plunder unters Volk gebracht. Mit spannenden Erkenntnissen.

    Es geht SCHNELL. Vier, fünf Stunden dauert es gewöhnlich, bis beide Boxen mit zusammen ca. 25 Büchern leer sind. Ich habe in drei Tagen für vier Umzugskisten Bücher neue Besitzer gefunden – ohne auch nur mit einem davon sprechen zu müssen…

  • Chronistenpflicht, Chronistenkür


    Wer in den 80ern aufgewachsen ist, kennt dieses Buch. Es war der Beginn eines gigantischen Booms. Plötzlich gab es überall Chroniken, die teilweise unfassbar komplexe Epochen oder Themen bildlastig und mit verständlichen Texten zusammen zu fassen suchten. Dahinter steckte der Versuch, einem immer lesemüderen Publikum ein Verständnis der großen Zusammenhänge zu vermitteln, ohne ein humanistisches Studium absolvieren zu müssen. Die fetten Hardcover-Schinken waren ein beliebtes Geschenk, auch wenn fraglich bleibt, wie viele dieser Geschenke ungelesen blieben.

    Der Chronik-Verlag, damals ein Imprint des Harenberg-Verlages, machte daraus ein Geschäftsmodell: Weil die "Chronik des 20…

  • Ghostbusted! (3. Update)


    In einer langen Nacht, in der unsere Katzen sich entschlossen zeigten, Schlaf für überflüssig zu erklären, bin ich auf eine kleine Geschichte gestoßen, die durch Recherche immer abwegiger wurde. Nicht Katusin oder Vorlander oder Asht abwegig, aber abwegig genug.

    Das hier ist John Albrecht jr. aus Arizona:

    Er behauptet von sich selbst, ein "Ghost Hunter" zu sein und verkauft auch Kamera-Setups, mit denen Amateure dem Paranormalen zu Leibe rücken können:

    Geld verdient er aber primär mit dem Schreiben von Artikeln für die Entertainment-Webseite Examiner. Sein Thema dort, wenig überraschend: Paranormale News, hauptsächlich gespeist aus den Pressetexten zu diversen "Ghost Hunting"-Shows im amerikanischen Kabelfernsehen:

    Ende 2014 platzierte Albrecht einen Artikel, der so gar nicht in sein Beuteschema passte:

    Nicht lachen – es gibt sogar ein Video dazu:

    Die Geschichte blieb vergleichsweise unbeachtet, sie hat ja auch nicht viel Fleisch…

  • Und wo ich gerade Wutvogel bin: Wertstoffhof München, du mich auch…


    Vor neun Jahren habe ich den ersten mutigen Lesern meines Blogs mal gezeigt, wie das ist, wenn der Single-Vogel in seinem Obergiesinger Häuschen zum Winter den Kaminofen anfeuert. Kuschelig, aber auch nötig, denn gut gedämmt war das Haus ja nie und so manches Mal war der Platz vor dem prasselnden Feuer der einzig wa(h)r(m)e.

    Aber die Zeit, sie geht ins Land – der Wortvogel ist verheiratet, lebt in Speyer, das kleine Häuschen wird mühsam saniert, wochenweise wird Bauschutt zum Wertstoffhof gekarrt. Kehraus.

    Es zeigte sich schon vor Monaten, dass der Ofen nicht mehr gebraucht wird…

  • DHL, leck mich am Arsch!


    Ist eine Beleidigung, ich weiß. Ist mir aber gerade auch egal.

    Kurze Backstory: Ich habe 25 Spezialumschläge bei Amazon bestellt, damit wir endlich unsere Hochzeits-Fotobücher verschicken können. Sollten vom Seller per DHL heute geliefert werden.

    Um 14.08 Uhr bekomme ich eine Email:

    Das ist verwunderlich. Unser Haus ist aus dem 17. Jahrhundert und hat – soweit ich weiß – nie den Standort gewechselt. Unser Name steht gleich zweifach an der Tür: Am Postfach und auf dem Klingelschild. Sämtliche bisherigen DHL/Fedex/UPS/Hermes-Boten haben sowohl unsere Adresse als auch uns problemlos lokalisieren können…

  • Auch mal was Nettes sagen


    Auf unserer Hochzeitsreise in die Cotswolds waren wir auch im Blenheim Palace, der bescheidenen Hütte, in der Winston Churchill geboren wurde:

    Da ist was los, es gibt auch mächtig was zu sehen. Bevor man aber in den Genuss des altbritischen Prunks und der Parkanlagen vom Ausmaß des Englischen Gartens in München kommt, muss man durchs Tor:

    Da wird – wenig verwunderlich – abkassiert. Von jungen Männern, die sich damit ein Zubrot verdienen. Gut gekleidet, ausgesucht höflich, mit kleinem Messing-Namensschild an der gänzlich schwarzen Dienstkleidung.

    Um zu verstehen, warum ich mit unserem Gebührenknecht eine kurze launige Plauderei anfing, müsst ihr euch zuerst einmal diesen Trailer von "Ein Fisch namens Wanda" ansehen:

    John Cleese als "Archie Leach"…

  • Steuerk(r)ampf


    Als Selbstständiger hat man es nicht leicht – als Angestellter mit selbstständigen Nebentätigkeiten und Immobilienbesitz noch weniger. Rein steuerlich gesehen. Es gibt einen Grund, warum ich seit 1994 einen Steuerberater habe, dem ich alle drei Monate meine sortierten Belege und Kontoauszüge schicke. Da steckt der Teufel im Detail und man sollte sich keine Fehler erlauben.

    Fehler passieren aber. Weil das Leben – im Gegensatz zur Mathematik – nicht immer eindeutig ist. So hatte ich zehn Jahre lang das Dachgeschoss meines Hauses in München korrekt als Arbeitszimmer abgesetzt…

  • Der Wortvogel ist auf Öl gestoßen!


    Eine gewisse Vorliebe für ungesunde ausländische Fresskultur meinerseits ist bekannt. Verbunden mit meiner Affinität für Discounter führt das dazu, dass ich gerne in fernen Ländern durch ALDI und LIDL stromere, um zu sehen, wie sich die Sortimente unterscheiden. Nicht viel, würde ich sagen – zwei bis fünf Prozent nationaltypische Produkte konnte ich ausmachen.

    Bei ALDI Memphis hat der Konzern es geschafft, den Amerikanern das bei ihnen bis dato unbekannte Pfand-Prinzip bei Einkaufswagen beizubringen. Viel ekliges Lightbier und gigantische Schachteln mit Cornflakes sind mir außerdem aufgefallen…