Filmverbrechen-Fotostory in HD, KI und mit Schnitt-Alarm: DREI UND EINE HALBE PORTION (2)
Wir machen nahtlos weiter: Unsere beiden Bruchpiloten Tscharlie und Hammer hören mit an, wie Eva in der Kneipe körperlich bedrängt wird:
Da muss man doch was tun! Und weil die Inszenierung einer Prügelei teurer ist als die Vortäuschung einer solchen, müssen wir leider draußen bleiben und darauf warten, dass die Mitglieder der "Stunt-Gruppe Molina" aus Fenstern und Türen fliegen. Man achte darauf, wie "geschickt" ein Tisch aus Balsa vor dem Ausgang platziert wurde, um sich dekorativ zu Kleinholz zerlegen zu lassen.
Ähnlich mit dem Fenster – Glasbruch war nicht drin, aber ein paar Holzlatten splittern ja auch ganz schön. Es ist das, was die LISA für "action" hält.
Bei den direkten körperlichen Interaktionen versucht Regisseur Götz, ein wenig Spencer & Hill-Klamauk zu inszenieren, verzichtet dabei aber fatalerweise auf die übertriebenen Soundeffekte, um die Rauferei endgültig als Comic zu kennzeichnen.
Weil Milser ja Gewichtheber war, darf er seine sportlichen Fähigkeiten nun zur Schau stellen, in dem er einen Bösewicht in den Müllwagen wuchtet:
Es ist dem Fortgang des Films dienlich, dass es sich bei der bedrängten Frau um keine fette, doofe, hässliche Rentnerin handelt, sondern um die bezaubernde Eva, der Tscharlie und Hammer nur zu gern mehr als schöne Augen machen würden:
Allein, es ist keine Zeit für Charmereien, denn die Bösewichte haben Verstärkung organisiert – und wir haben nicht den geringsten Schimmer, um was es geht:
Es kommt zu dem, was die LISA für eine "Verfolgungsjagd" hält. Tscharlie hält sich die Schläger mit einem Feuerlöscher vom Leib:
Ich bin ziemlich sicher, dass es sich hierbei um einen echten Feuerlöscher handelt. Der Inhalt dürfte kaum zum inhalieren geeignet gewesen sein und ich bin froh, die späteren Krankenakten der Komparsen nicht zu kennen.
Weiter geht’s über Stock und Stein. Weil vermutlich gerade kein Stapel leerer Kartons greifbar war, muss der Klassiker "Obststand" dran glauben.
Aus diesem Grund auch keine Torte, sondern eine Melone (?) ins Statistengesicht:
Auch die Polizei hat mittlerweile die Verfolgung aufgenommen und wäre hier irgendeine Form von "Spannung" erzeugt worden, müsste man sich um unsere Helden sorgen, die doch eigentlich nur Gutes wollen:
Erfreulicherweise biegt die Polizei falsch ab und landet im Wasser. Klassiker!
The return of the running gag: Vielleicht sollte der Polizeiwagen bei der rasanten Vorbeifahrt das eben schon gesehene ältere Paar mit Sand bespritzen, aber an irgendeiner Stelle hat Regisseur Götz entschieden, dass Mehl als Simulation davon reichen muss. Two takes are for losers!
Warum das Ehepaar gänzlich allein in einer Bucht an einem Gartentisch frühstückt? Weil das Drehbuch es so wollte. Mehr Erklärung gibt es nicht.
Während der Polizeichef noch unter Wasser blubbert, knutscht Erna mit dem jungen Reviernachwuchs rum. Auch das ein wiederkehrendes Motiv: Erna versucht nach Kräften, ihrem depperten Gatten Hörner aufzusetzen.
Allerdings: weder führt die Heimlichtuerei zu einem Koitus noch zu einer barbusigen Performance von Margit Geissler. Der Nachwuchspolizist hat nicht mal eine Zeile Text. Es ist alles nur – wie so oft – sinnfreies Füllmaterial.
Calcera teilt Doc mit, dass das Flugzeug keine Starterlaubnis bekommt, solange die Schulden nicht bezahlt sind:
Um sicherzugehen, wird der Flieger wortwörtlich an die Kette gelegt.
Dass Calcera die Kette dann durch das Fenster am rollbaren Bett seiner Gespielin befestigt? Ein Gag, der sich mit dumpfen Trommeln ankündigt…
Fabo erscheint pünktlich zu dem erpressten Termin, den er angesichts der Geldschwierigkeiten von Tscharlie und Hammer auch problemlos hätte erbitten können. Er tischt den Jungs eine hanebüchene Geschichte seines toten Bruders auf, der dringend als Luftfracht nach Mallorca gebracht werden muss.
Eva weiß es besser und sieht die Sache kritisch:
Können wir fürs Protokoll mal festhalten: wirklich ein bildhübsches Mädchen.
Nun ist die angekettete Maschine des Duos ein echtes Problem, aber nichts, was Fabo nicht mit Geld zuscheißen könnte – er hat sogar Dollar dabei:
Hammer möchte Calcera das Geld bringen, aber der ist matratzensportlich beschäftigt – also werden die Scheine verschämt in den Raum geworfen:
Alles bereit machen zum Abflug!
Auch Sven schleicht sich an Bord, denn er traut Fabo und Konsorten korrekterweise nicht über den Weg:
Es kommt, wie es kommen muss: Das Lotterbett wird vom Flieger samt dem kopulierenden Paar durch das Sperrholz gezerrt:
Man muss sich immer wieder klar machen, dass solche Szenen von der LISA als die "Highlights" des Film gesehen und im Pressematerial und in den Trailern weidlich ausgeschlachtet wurden. Wir hatten ja nix!
Respekt aber, dass eine Szene mit dem Bett, das hinter dem Flieger hergezogen wird, tatsächlich im Budget war:
Glücklicherweise endet die Rundfahrt für Calcera und seine Señorita nicht mit einem Sturz aus großer Höhe, sondern an einem Beton-Poller.
Polizeichef Gonzalez bekommt derweil eine Einladung – von Malone!
In einer wirklich perfekten Welt wäre dieses "Mallorca-Revier" deckungsgleich mit dem aus dem HAI-ALARM. Ist es aber nicht. Die Welt ist nicht perfekt.
Gonzalez will seiner Frau Bescheid sagen, die allerdings gerade unter dem Polizeiwagen mit ihrem Lover… ähhh, was genau macht?
Es soll wohl irgendeine Form von unzüchtigem Verhalten impliziert werden, aber unter dem Jeep kann die arme Margit Geissler nicht auf, sondern nur neben ihrem Kollegen liegen. Da ist nicht mal schüchternes Petting möglich. Hinzu kommt: wie unauffällig sind zwei erwachsene uniformierte Menschen, die zappelnd vor einem Polizeirevier unter einem Wagen liegen?! Das ist doch alles nicht durchdacht!
Erna wirft ihren kriminalistischen Instinkt an und schlussfolgert, dass Malone eine riesige Party schmeißt, um die Polizei abzulenken.
SCHNITT-ALARM! Diese gesamte Szene fehlt auf der DVD, vermutlich wieder wegen der unterlegten Instrumental-Musik. Da man normalerweise sehr leicht einen lizenzfreien "library track" einsetzen kann, vermute ich, dass für die DVD nur ein Master zur Verfügung stand, auf dem Musik und Dialoge keine getrennten Tonspuren belegten. Hätte man die Musik ausgetauscht, wären auch die Dialoge verloren gegangen.
Aus genau diesem Grund hat man ja seinerzeit von Christian Bruhn einen neuen Score für CAPTAIN FUTURE komponieren lassen – mit der Synchronisation der Trickserie ging die originale japanische Musik verloren.
Eva versucht, Malone auf andere Art näher zu kommen. Sie zieht sich ein Baumwollkleid über und springt ins Hafenbecken, um sich "retten" zu lassen:
SCHNITT-ALARM! Auch diese Szene fehlt auf der DVD – Eva schwimmt schon im Wasser und schreit um Hilfe.
Erwartungsgemäß wird Eva von einem Schergen Malones gerettet und auf die Yacht des Mafiabosses gebracht – ihr Kleid hat seine Wirkung nicht verfehlt:
Was genau Evas Plan ist? Keine Ahnung. Zuerst mal scheint sie die Gelegenheit nutzen zu wollen, in der Villa des Bösewichts ausgiebig topless zu sonnenbaden.
Da möchte Doc doch glatt mal einen Blick riskieren:
SCHNITT-ALARM! Hier kommen wir zur gleich auf mehreren Ebenen problematischsten Sequenz des Film. Zuerst einmal ist auf der DVD alles radikal zusammen geschnitten, weil man wohl die Rechte an Ron Lasts Song "Love will ease the pain" nicht eingekauft hatte:
Und ja, Ron Last ist der Sohn von James Last. The more you know.
Hinzu kommt, dass wir nun endlich mal über Natalie Uher sprechen müssen. Von ihr hatte ich in meiner Playboy-Retrospektive schon erzählt – diese Bilder entstanden, als sie gerade mal 15 war (dementsprechend von mir verpixelt):
Kein Wunder, dass sie für Retzer und Spiehs die "perfekte" Besetzung darstellte – wenigstens ist sie bei den Oben ohne-Szenen in DREI UND EINE HALBE PORTION bereits 16 gewesen, zum Kinostart des Films sogar "schon" 17.
Die Biographie von Natalie Uher verlief allerdings überraschend anders als die der meisten LISA-Häschen. Sie hat früh ihre Jugendliebe geheiratet und nur für einen kurzen Zeitraum Nacktfotos von sich produzieren lassen. Sie schaffte es ungenannt auf das Cover der QUICK – zwei Wochen, bevor DREI UND EINE HALBE PORTION in den deutschen Kinos anlief:
Ihre Filmographie ist überschaubar, gipfelte aber in einer legendären Rolle:
Danach sagte sie der multimedialen Fleischbeschau adieu und wurde für ein paar Jahre ein durchaus gefragtes seriöses Model:
Ihr Glück fand sie allerdings in der Ehe, in Afrika und bei der Entwicklungshilfe:
Sie gibt heute Trommelkurse und wirkt beneidenswert glücklich und entspannt – ganz anders als Bea Fiedler, Sibylle Rauch, Margit Geissler und Konsorten.
Es ist erfreulich, die Biographie einer LISA-Darstellerin ausnahmsweise mal nicht als tragisches Drama erzählen zu müssen.
Tatsache ist aber auch, dass Frauen wie Natalie Uher nie vor Creeps und Stalkern sicher sind. Es hat vermutlich einen guten Grund, dass sie auf ihrer Webseite unter ihren Namen den Zusatz "(bin verheiratet seit 1987 mit Markus und habe 3 Kinder)" setzt. Im Rahmen meiner Online-Recherche fand ich diese abstruse Behauptung, die sich vermutlich ein chronischer Masturbant zusammen halluziniert hat:
Zurück zum Film: Das Alter von Natalie Uher dürfte bei DREI UND EINE HALBE PORTION auch einer der Gründe gewesen sein, warum keine der beteiligten männlichen Figuren ihr ernsthaft an die Wäsche darf. Das hätte der LISA noch schlechtere Presse als sonst beschert.
Als Malone herbei spaziert kommt, versteckt sich Doc in einer riesigen Amphore. Dummerweise schüttet der Mafiaboss da zuerst Champagner rein und entsorgt auch seine Zigarette unsachgemäß (macht man das in Spanien – Zigaretten und Alkohol in Vasen werfen?):
So wird Doc hustend entdeckt und von den Gangstern abgeführt:
Jetzt kommt mal wieder eine LISA-Schnapsidee, die in den richtigen Händen fast so etwas wie witzig sein könnte, aber hier natürlich in den gänzlich falschen Händen liegt: die Hypno-Spritze!
Wir lassen das mal Art Malone erklären:
Nichts Schlimmes. Er bekommt nur kleinen Denkzettel. Wir geben ihm Spritze. Wir nennen sie Hypno-Spritze. Unser Freund wird dadurch völlig willenlos. Wenn du zweimal mit dem Finger schnippst, macht er alles, was du willst. Etwa so wie ein Videospiel.
Das kann ja heiter werden… aber vermutlich nicht.
Auf dem Festland sehen wir den "Don", der seinem Sohn erklärt, dass sie mit der Ladung von 300 Kilo Haschisch (!) endlich wieder groß ins Geschäft kommen.
Okay, ich erkläre das jetzt mal, weil ich es bei der Erstsichtung auch nicht verstanden habe. Das hier ist NICHT der Geschäftspartner von Art Malone – es ist ein konkurrierender Mafioso, dem Malone die Drogen klauen will, um sie selber zu verhökern. Der Sohn, der die Drogen in einem Sarg transportieren soll, wird vom unverwüstlichen Otto W. Retzer gespielt, der keinen nennenswerten Text hat und für seine genau zwei Worte "ja, padre" synchronisiert wird.
SCHNITT-ALARM! Es fehlt die folgende Szene, in der der Paten-Sohn (pun intended) mit einem Mercedes davon fährt. Wahrscheinlich wieder, weil darunter ein Instrumental von Gunter Greffenius gespielt wird. Der ist übrigens Vibraphonist und tritt noch heute mit seinem Quartett auf.
Fabo tischt nun den beiden Piloten eine weitere Räuberpistole auf: weil die Familie den toten Bruder lieber verbrennen möchte, ist es nötig, den Sarg stickum herbei zu schaffen, statt ihn offiziell abzuholen. Hammer und Tscharlie nutzen die Gelegenheit, vom öligen Gauner 2000 Dollar pro Nase zu verlangen.
Derweil wird der Sarg mit den Drogen präpariert:
Da ein leerer Sarg auffallen würde, muss der "Paten-Sohn" sich bleich geschminkt darin kutschieren lassen. In der Welt der LISA fällt nämlich niemandem auf, dass diese "Leiche" gar nicht tot ist:
Es gelingt Tscharlie und Hammer, sich den Sarg in einem unbeobachteten Moment zu krallen, aber sehr schnell sind die Handlanger des Paten auf ihren Fersen:
Jetzt schlägt Tscharlies große Stunde – und DREI UND EINE HALBE PORTION gönnt sich sein einziges echtes Highlight. Siggi Götz macht sich nämlich tatsächlich die Mühe, Hingsens sportliche Karriere in die Verfolgungsjagd einzubauen!
So findet er in einem Hinterhof ein Büffet mit Fladenbrot, das sich prima gegen die Verfolger einsetzen lässt:
Diskus-Wurf!
Als nächstes greift sich Tscharlie vollreife Melonen – Kugelstoßen!
Eine Baustelle? Zeit für Hürdenlauf!
Als hätte der Film damit sein Plansoll nicht schon übererfüllt, wird nun auch noch mit einem Plakat von Hingsen-Konkurrent Thompson Ironie geheuchelt:
The main event: Stabhochsprung. Ich bin massiv beeindruckt, dass Hingsen sich hier nicht hat doubeln lassen, denn bei der Nummer hätte er sich locker alle Knochen brechen können. Er springt…
… segelt über die Mauer…
… und landet ein paar Meter tiefer im Heu:
Weil immer noch nicht alle Handlanger der Schurken abgehängt sind, gibt es noch einen beeindruckenden Weitsprung als Zugabe:
Da können die bösen Wichte nur dumm schauen – wie sollen sie aus der locker 1,5 Meter tiefen Sandgrube je wieder rauskommen?!
Die Zielgerade, der Einlauf, das Zielband – es ist vollbracht! Jubel, Trubel, Heiterkeit! We are the champions!
Müsste ich eine grob gestrickte, aber in ihrer Idee und ihrem Charme weit über das übliche LISA-Niveau hinaus gehende Szene nennen, die entgegen der üblichen Dienst nach Vorschrift-Wurstigkeit echten Respekt abnötigt – es wäre diese. Götz und Hingsen haben uns erstmals eine Ahnung davon vermittelt, was LISA-Filme nicht nur sind, sondern was sie sein könnten. Einfallsreich, sympathisch, überraschend.
Was kann jetzt noch kommen? Macht es überhaupt Sinn, den dritten Teil noch zu veröffentlichen, wo es doch zwangsweise nur wieder bergab gehen kann?!

























































Und hätte sich Jürgen den Besen (?) genommen, den der Mann vorm Thompson- Plakat benutzt, dann wäre noch Speerwerfen möglich gewesen. Oder irgendein zusammengelegten Sonnenschirm.
Durchdachter wäre es gewesen, das Polizeiauto aufzubocken, die Darsteller in schmierige Overalls zu stecken (bei der Dame natürlich ziemlich weit offen) und die beiden hätten dann Wartungsarbeiten durchgeführt, Stichworte "Nippel abschmieren, Schmiernippel".
Logisch betrachtet (Lisa-Film und Logik, ich weiß) hätte man auch keine falsche Leichen den Sack legen müssen. Einfach die Drogen fürs Gewicht rein, den Sarg zu schrauben, dreimal mit Polizeiabsperrband umwickeln und behaupten, aus hygienischen Gründen müsste er versiegelt sein. Aber wahrscheinlich resultiert aus der falschen Leiche noch ein Gag, ala Film ist vorbei, und der Sarg wird in irgendein Flugzeug geladen mit dem Ziel Australien.
Dir ist klar, dass du dich gerade an der Nonsens-Aufgabe abarbeitest, eine logischere Story als die in einem LISA-Film zu konstruieren?!
Es ist WE. Was soll ich sonst machen, etwa Wäsche bügeln?