• Auf euch: Nachrufe auf nur fast vergessene Freunde


    Erst Max Friedmann. Maria. Dann Silvia. Brigitte. Daniel. Markus. Mutti. Stefan. Ich könnte langsam eine eigene Kategorie daraus machen. Und es scheint, als hätte Billy Joel recht: Only the good die young.

    Man kann es sich leicht machen und behaupten, dass der Tod "wahrer Freunde" nicht übersehen werden kann, schon gar nicht für 10+ Jahre. Wen man mag, den behält man im Auge, bis dieser seine schließt. Ein "wie, der ist tot?" mag als Beweis interpretiert werden, dass die Freundschaft sooo doll ja nicht gewesen sein kann…

  • Letting go: Abschied von Katinka


    Von unserer ersten Katze Katinka habe ich vor unfassbaren 16 Jahren erzählt:

    Eines Tages, ich war wohl sieben oder acht, kam ich vom Fußball-Training nach Hause, und wollte mich erschöpft auf das kleine schwarze Kissen auf dem Sofa im Wohnzimmer fallen lassen. Mitten in der Bewegung hielt ich verrenkt inne, weil ich dachte: “Seit wann haben wir ein kleines schwarzes Kissen?!”. Ich schaute genauer hin: Es war eine winzige, zusammengerollte Katze! Michael hatte sie in einem Hinterhof gefunden und es nicht übers Herz gebracht, sie dort zu lassen…

  • Einer der letzten echten B-Filmer: (K)ein Nachruf auf Albert Pyun


    Vor über 10 Jahren habe ich – wenig freundlich – über das Oeuvre von Albert Pyun geschrieben, der neben Jim Wynorski, Fred Olen Ray, Andy Sidaris und anderen zu den fleißigsten Lieferanten der Videotheken-Ära der 80er und 90er gehörte.

    Nun ist Pyun nach langer und schleppender Krankheit verstorben.

    Es liegt in unserer Natur, den Menschen nach seinem Tode deutlich milder zu sehen (nil nisi bene und so), aber im Fall von Pyun fällt mir das schwer. Ich kann seine besseren Filme benennen – aber vermutlich keinen wirklich guten…

  • Gegangen und doch geblieben


    Hildegard "Renate" Schlichting (zuvor verheiratete Dewi, geborene Plotes). Oder einfacher: Mama. Geboren am 8. April 1943. Gestorben am 29. August 2022.

    Vor drei Jahren haben wir uns von ihr verabschiedet, als ein Herzriss sie in die Düsseldorfer Uni-Klinik brachte und eine lange und schwierige Not-OP mit wenig Aussicht auf Erfolg angesetzt wurde.

    Am nächsten Tag war sie schon wieder wach, faselte im Morphium-Rausch was von komischen Figuren an der Decke und schnauzte das Personal an, dass sie keinesfalls die OP-Kosten bezahlen würde. Sie kämpfte sich durch die Reha, die monatelangen Panikattacken, die Therapien…

  • In memoriam sexualis: Julie Strain (1962-2021)


    Es ist schon komisch, wie manche Ereignisse zusammenfallen – vor ein paar Tagen stieß ich in den Untiefen einer DVD-R auf 20 Jahre alte "digitale Presskits" aus der Zeit, als man noch nicht davon ausgehen konnte, dass die Schreiberlinge sich das Material vom Server des Verleihers ziehen. Man bekam CDs zugeschickt mit eigener Menüführung, Bildern, Texten, Soundbytes. Ein paar davon habe ich für die relative Ewigkeit aufbewahrt. Dazu gehört das Material zum ansonsten vergessenswerten Rüpeltrickfilm HEAVY METAL F.A.K.K.2:

    Die Hauptfigur "Julie" wurde repräsentiert und gesprochen von B-Movie-Ikone Julie Strain, die seinerzeit sowohl als VAMPIRELLA wie auch als BLACK SCORPION im Gespräch war, aber letztlich den Sprung aus den Hinterhöfen Hollywoods nie geschafft hat…

  • Doc Acula: Requiem aus dem SchleFaZ-Führerbunker (Nachtrag)


    Abt.: Das hätte ihm gefallen…

    Kurz nach der Beerdigung von Doc Acula bekam ich Nachricht aus dem Badmovies-Team – man bemühe sich, Oliver Kalkofe über Social Media zu kontaktieren, damit er vielleicht in der neuen Staffel SchleFaz eine kleine Huldigung des verstorbenen Webmasters offeriere. Schließlich war Kalkofe selber Leser der Badmovies-Seite und hatte kundgetan, dass er die Idee zur Verwurstung von ATOR einem Review des Docs entnommen hatte:

    Leider klappte das mit der Kontaktierung über Facebook und Twitter nicht.

    Nun habe ich Oliver Kalkofe über die Jahre mehrfach getroffen…

  • Markus Nowak aka Dr. Acula: 1970-2020


    Ich habe es gehasst, zwischen allen Filmen mit dir vors Kino zu müssen, weil du die elende Knarzerei nicht lassen konntest. Die Rotzfahnen, die aus deinen kaputten Nasennebenhöhlen hingen. Deine Hustererei. Deine jahrelange Ernährung aus LIDL-Pizza (Salami) und No Name-Cola. Deine versiffte Wohnung in Berlin, in der ich mein Sakko vergessen habe und es dann hinterher wegschmeißen musste, weil der Tabakgeruch nicht mal mit chemischer Reinigung zu entfernen war. Deine Vorliebe für Frauenknast-Filme und Baby Metal, für Wrestling und Asylum-Schrott. Ich habe deine Unvernunft gehasst, knapp bei Kasse zu sein, aber Hunderte von Euros für jeden Scheiß auf Scheibe und jedes Autogramm drittklassiger TV-Stars rauszuschmeißen…

  • Zum Abschied: Daniel Spiegelberg (1976 – 2019)


    Ich weiß nicht nicht mehr genau, wann er auf Facebook auftauchte, dann auf meinem Blog, und damit in meinem Leben: Daniel Spiegelberg war irgendwann da. Und was er schrieb, machte mich froh und neidisch zugleich. Froh, weil ich da eine so unglaublich verwandte Seele walten sah – und neidisch, weil er so wunderbar erzählen konnte, weil er so frei war von der Wut und dem Sarkasmus, den mir Leute oft (gerechtfertigt) unterstellen. Daniel war ganz Mensch, und das zeichnete ihn auch in seinem Beruf als Arzt in der Psychiatrie aus…

  • Dietmars Mama: Eine Erinnerung an die, die es schwerer hatten als wir


    Ich weiß, das ist eine verallgemeinernde und vielleicht polarisierende Überschrift. Aber ich denke in letzter Zeit oft darüber nach, wie gut es uns eigentlich geht. Nicht nur hier in Deutschland, nicht nur in dieser Generation. Wie haben es als Spezies so unfassbar weit gebracht: Wir werden 80 statt 20 Jahre alt, können Krebs ebenso behandeln wie Karies, haben das ganze Jahr Essen, Wärme, Strom, Wasser. Das angehäufte Weltwissen gehört nicht mehr nur den Eliten, die aufgeklärten Gesellschaften haben die irrigen Annahmen überwunden, Menschen könnten aufgrund ihrer Rasse, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung minderwertig sein…

  • Der Roger Willemsen, von dem ich zuviel bekam und doch nie genug kriegen konnte


    Roger Willemsen ist tot. Der Talkmaster, Moderator und Autor starb im Alter von 60 Jahren an Krebs. Das ist die Meldung.

    Und hier ist meine kleine Geschichte dazu.

    Vor zehn Jahren habe ich bekanntermaßen für 13th Street die "Böse Nacht Geschichten" betreut. Ich habe Autoren kontaktiert, mit ihnen verhandelt, die Kurzgeschichten lektoriert und dann fernsehtauglich aufgearbeitet. Wahrlich nicht immer eine leichte Aufgabe – Promis sind Diven -, aber eine furchtbar spannende. Wie oft hat man schon die Gelegenheit, mit Andreas Eschbach zu arbeiten, mit Burkhard Driest, mit Friedrich Ani, Katja Riemann, Frank Schätzing…