Thema: TV-Kritik
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Preacher Es ist fast zum Reflex geworden, den neuen Schwung an aufwändigen, brutalen und auf anspruchsvollen Comic-Vorlagen beruhenden TV-Serien zu loben, sie auf Sänften durch das Geekdom zu tragen, ihnen im Streaming zu huldigen und im DVD-Regal einen Schrein zu errichten. Wir haben so lange auf die Umsetzung „Preacher“ gewartet, die Trailer waren so schön düster – wie könnten wir nicht begeistert sein von dem, was AMC abliefert? So sind die meisten Reaktionen, die ich auf Facebook lese, ein gepflegtes „whoa“.
Ich kann dem leider vorerst nicht zustimmen…
Cringe Comedy ist sicherlich eine der substantiellsten Entwicklungen der letzten 20 TV-Jahre. Das Rezept: pseudo-dokumentarische Produktion, unsympathische Charaktere, eskalierende Peinlichkeiten. Oft genug spielen die Darsteller fiktionalisierte Versionen von sich selbst. Im Idealfall kommen Serien wie "The Office" und "Curb your enthusiasm" dabei raus, im Zweifelsfall aber auch Fehlschläge wie "Fat Actress" und jetzt "Dice":
Die überschaubaren Abenteuer des Rüpelkomikers Andrew Dice Clay, dessen Opus Magnum "Ford Fairlane" ich immer noch verehre, taugen einfach nicht zur satirischen Überhöhung. Er ist ein abgebranntes Arschloch im wahren Leben – und in der Serie eben auch…
Okay, davon habe ich mir von vorne herein nicht viel versprochen. Zuerst einmal bin ich weder ein Freund der Teen-Heldenteams noch der Story rund um Damian Wayne, den von Ra’s al Ghul aufgezogenen und entsprechenden großkotzigen neuen "Robin". Und seien wir ehrlich – man muss die Ausgangslage schon arg hinbiegen, um ein Szenario zu entwerfen, in dem die Teen Titans auch nur den Hauch einer Chance gegen die Justice League hätte.
Hinzu kommt, dass Sam Liu Superhelden-Action nicht ganz so flüssig choreographiert wie DCAU-Stammregisseur Jay Oliva…
Es war eine ziemlicher Casting Coup, als ITV verkünden konnte, für neue Adaptionen der Maigret-Romane von Georges Simenon ausgerechnet "Mr. Bean" Rowan Atkinson engagiert zu haben. Der gummigesichtige, schlaksige Komiker, als Schauspieler gerne unterschätzt, hat so gar nichts von dem bulligen Pariser Polizisten, wie er bisher oft porträtiert wurde. Aber schon das erste PR-Bild zum ersten TV-Film "Maigret stellt eine Falle" machte deutlich, dass Atkinson bereit ist, sich der Figur zu unterwerfen:
"Maigret stellt eine Falle" ist der 48. Roman in der lang laufenden Reihe und stammt von 1955…
Wow, wie die Zeit vergeht – noch nicht mal ein Jahr rum und Marvel/Netflix haut uns schon die dritte Maxi-Serie um die Ohren. Nach dem spektakulären Start von "Daredevil" und der etwas mehr auf Drama setzenden "Jessica Jones"-Story muss die zweite Staffel des blinden Rächers beweisen, dass dieses Format seinen Groove gefunden hat.
Nach Ansicht der ersten 2 Folgen lautet die Antwort: absolut. Und mehr.
"Daredevil II" (ich wäre übrigens für einen Untertitel, sowas wie "Rise of the Punisher") schließt nahtlos an die erste Maxi-Serie an und setzt beim Zuschauer eine gewisse Grundkenntnis voraus…
Es ist bekannt, dass ich britischen Serien erheblich mehr zugeneigt bin als amerikanischen. Ich mag die Ernsthaftigkeit, das Drama, den Verzicht auf die ewigen Superlative. Wenn man sich vorstellt, was für ein schnarchiges, farbloses "Vergnügen" die Serien von der Insel bis in die 90er waren, wird die radikale Wende deutlich, die britische Sender und Produzenten geschafft haben, gerade im Bereich Krimi: "Luther", "Happy Valley", "Broadchurch", "Thorne", "Fortitude", "Sherlock", Singlehanded", "Ripper Street", "Good cop", etc. pp.
Ich mag auch die Tatsache, dass die Briten immer noch gerne das Miniserien-Format bedienen und Handlungsbögen oft nach sechs Folgen abschließen…
Ex-CIA-Agent McGill zieht – nur mit einem Koffer – durch die Welt und wird in bizarre Aufträge gezogen. In der Pilotfolge wird er entführt und für seine Beteiligung an einem Umsturz in Afrika physisch und psychisch gefoltert. Doch die Schuldfrage ist nicht einfach zu beantworten und McGill nicht leicht zu knacken.
Eine recht kurzlebige Serie der späten 60er, die zu gleichen Teilen „The Prisoner“, „The Avengers“ und „Der Mackintosh-Mann“ channelt, die Paranoia ihrer Zeit, den Einbruch des Psychedelischen in die verschachtelte Welt der Geheimdienste. Intelligent und sehr präzise geschrieben, leidet „Man in a suitcase“ weniger am sehr artifiziellen Look (typisch für britische Serien dieser Zeit) als an ihrem stoischen, etwas faden Hauptdarsteller, dessen amerikanische Macho-Attitüde wenig Charme versprüht…
Slasher Die junge Sarah kehrt in das Haus ihrer Eltern zurück, die kurz vor ihrer Geburt von einem maskierten Killer massakriert wurden. Die Nachbarn sehen die Heimkehr des „Henker-Opfers“ skeptisch und in der Tat kommt es zu einer Reihe neuer blutiger Todesfälle. Sarah beschließt, sich Hilfe beim ersten „Henker“ zu suchen, der seit damals im Hochsicherheitsgefängnis sitzt.
Der Slasher gehörte nie zu den intelligentesten oder einfallsreichsten Subgenres des Horrorfilms. Als amerikanisierte und simplifizierte Dumpf-Version des deutschen Nachkriegskrimis und der italienischen Gialli wurde ihm jeder Novitätenwert in wenigen Jahren ausgetrieben, seither wird der Slasher immer wieder kopiert, neu erfunden, parodiert und zu Tode analysiert…
Ich schmeiße den ersten Beitrag dieser neuen Serie mal eilig raus, weil ich Doc Acula zuvor kommen will, der die Idee zuerst hatte und dem ich damit hämisch lachend in den Rücken treten möchte. Denn sein Problem ähnelt meinem – unsere beider Webseiten sind in den letzten Monaten etwas content-arm, weil das Leben und/oder Facebook dazwischen gekommen sind. Um den ein wenig auf die Sprünge zu helfen, denkt Doc darüber nach, bei Badmovies ein eher entspanntes Filmtagebuch zu führen – und weil das eine nicht dumme Idee von einem nicht dummen Menschen ist, klaue ich sie hiermit…
USA 2016. Darsteller: Victor Garber, Brandon Routh, Arthur Darvill, Caity Lotz, Franz Drameh, Ciara Renée, Falk Hentschel, Amy Pemberton, Dominic Purcell, Wentworth Miller u.a.
Story : Im 22. Jahrhundert steht die Menschheit vor dem Untergang – geknechtet und vernichtet vom unsterblichen Vandal Savage. Der Zeitreisende Rip Hunter kehrt in das Jahr 2016 zurück, um ein Team von Superhelden und Bösewichten zu rekrutieren: Firestorm, Atom, White Canary, Hawkgirl, Hawkman, Heatwave und Captain Cold. Sie sollen an kritischen Stellen der Menschheitsgeschichte eingreifen, um am Ende die Vorherrschaft von Vandal Savage zu brechen…