Thema: TV-Kritik
337 Artikel
Childhood’s End 3 Teile, Syfy Channel. Basierend auf dem Roman von Arthur C. Clarke. Aliens, Overlords genannt, kommen auf die Erde und geben der Menschheit eine Chance auf ewigen Frieden und Wohlstand – aus wenig altruistischen Gründen. Im Gegensatz zu den meisten anderen neuen Serien schafft "Childhood’s End" einen erstaunlichen Spagat – die epische Miniserie wird ohne Event-Bombast ruhig und bedächtig erzählt, kommt ohne Effektspektakel und Starbesetzung aus. Große Science Fiction ohne großen Aufwand, inhaltlich anspruchsvoll und fern der Klischees. Highlight.
Beowulf: Return to the Shieldlands 13 Episoden, ITV…
The Magicians 7 Episoden, Syfy Channel. Basiert auf einer Reihe von Young Adult-Büchern. Harry Potter als dröges Hipster-Drama mit unsympathischen, fehlbesetzten Darstellern, teilweise erschreckend schwachen Effekten und einem konfusen Skript, das den Zuschauer völlig außen vor lässt und null Spannung generiert. Versagt genau da, wo Magie anfängt: Bei Kreativität und Phantasie. Kanadisch produzierte Billigware wie "Dark Matter" und "Killjoys", die primär Sendeplätze zwischen den Prestige-Produktionen füllen soll.
Neon Joe, Werewolf Hunter 5 Episoden, Adult Swim. Dem Sender Adult Swim haben wir ein paar echte Kultklassiker zu verdanken – nur leider merkt man Neon Joe an, dass die Serie zu penetrant in Richtung Kult schielt…
South of Hell Acht Episoden, WEtv. Eli Roth hat seine Finger wirklich überall drin, und nachdem er mich mit diversen Filmen gelangweilt hat, die ein immer gleiches Gerüst in wechselnde Genres kleiden, versucht er sich nun an Miniserien. Natürlich werden die üblichen Exorzismus- und Schock-Nummern abgezogen, edginess wird angedeutet, aber nie wirklich geliefert. Trotzdem wäre "South of Hell" dank der atmosphärischen New Orleans-Locations und einer starken zentralen Performance von Mena Suvari und ihrem brandneu erweiterten Dekolleté durchaus sehenswert, würden nicht der dünne Plot und die hanebüchen platten Dialoge den Zuschauer immer wieder aus der Laune reißen…
Ich dachte schon in den 90ern, als ich meine "Serien-Guides" schrieb, im neuen goldenen Zeitalter der TV-Serien zu leben. Akte X, Babylon 5, Deep Space Nine, aber auch Northern Exposure, ER, New York Cops und Frasier waren Belege, dass die Dramaturgie erwachsener wurde, der Anspruch höher. Teurer waren Serien nie gewesen, mutiger auch nicht.
Im Nachhinein wirkt das naiv, lächerlich fast. Heute kosten Serien teilweise das fünf- bis zehnfache dessen, was vor 20 Jahren ausgeben wurde. TV hat kein Stigma mehr, sondern dem Kino auch als Event-Erzählmaschine auf vielen Ebenen den Rang abgelaufen…
Ich schreibe nicht das erste Mal über unausgestrahlte Pilotepisoden von Fernsehserien. Mich faszinieren solche Projekte. Da wird mit viel Aufwand, Stars und Mühe eine neue Serie entwickelt – und noch bevor ein Zuschauer sich eine Meinung dazu bilden kann, zieht der Sender bereits den Stecker.
Man darf nicht naiv sein – in dene meisten Fällen lässt sich gut nachvollziehen, warum. Es ist viel Ausschuss darunter. Andererseits habe ich hier auch ein paar Piloten rumliegen, die absolut das Zeug zum Quotenerfolg gehabt hätten: die sympathische Krimiserie "Soccer Moms" oder die grandiose Star Trek-Parodie "Star Patrol"…
Heute gönne ich mir mal einen Dreifachreview von Produktionen, in denen Superman vorkommt oder Thema ist – allerdings nicht so, wie wir ihn kennen und lieben. Es sind quasi Zweige vom großen S-Stamm, unterschiedlich erfolgreiche Ableger und Facetten der DC-Franchise.
Hollywoodland USA 2006. Regie: Allen Coulter. Darsteller: Adrien Brody, Diane Lane, Ben Affleck, Bob Hoskins, Robin Tunney u.a.
Offizielle Synopsis: Es ist ein Vogel … es ist ein Flugzeug … es ist Superman. Mit diesen Worten begann im amerikanischen Fernsehen allwöchentlich von 1952 bis 1958, umjubelt von Kindern und Jugendlichen in ganz Amerika, die Serie "Adventures of Superman"…
Es wird gerne behauptet, das Fernsehen habe nichts mehr zu sagen, ergehe sich in endlosen Redundanzen und gauklerischer Ablenkung der Massen. Die Erzählkraft und der Aufwand des Mediums steigern sich von Dekade zu Dekade, aber die einigende Kraft des TV-Events, sie ist dahin.
Natürlich gibt es weiterhin großartige und aufwändige Miniserien, aber diese sind zumeist Fantastereien ohne direkten Bezug zur Welt, in der wir leben. Sie erzählen, aber sie sagen nichts aus. Ihnen folgt kein Diskurs in der Raucherpause am nächsten Tag, keine Aufnahme in den Kanon des Sozialkunde-Unterrichts…
Ich bin ein totaler Fan von Fernsehfilmen als eigene Kunst-, bzw. Erzählform. Nicht so sehr heute, wo die Produktionen in Sachen Budget und Cast locker mit Kinofilmen mithalten können. Ich rede von früher, als 15-20 Drehtage ausreichen mussten und Millionenbudgets nicht mal träumbar waren. Damals behalf man sich mit guten, fettfreien Drehbüchern und arrivierten Schauspielern. Darum blättere ich auch so gerne in dem Band "Movies made for Television". Ich habe die großartige Hardcover-Erstausgabe von 1980. Da fehlen zwar alle neueren TV Movies der späteren Jahre, aber dafür gibt es Hunderte extrem seltene Fotos der Produktionen von 1964 bis 1979…
Ich bespreche eher ungern SF-Serien, die sowieso jeder kennt und jeder guckt, weil sie auf den großen Sendern laufen und fett beworben werden. Die kleineren Produktionen sind mir lieber, die Außenseiter, die schrägen Nummern. Heute habe ich gleich vier davon im Gepäck. Zwei Comedys, zwei Dramen.
The Last Man on Earth Eine postapokalyptische Comedy-Serie auf einem der großen US-Networks, das ist wahrlich eine ungewohnte Erfahrung. Wenn ich mich recht erinnere, wurde das zuletzt mit "Woops!" 1992 versucht – kurioserweise auch von Fox. Das Ergebnis wurde unter die Top 50 der schlechtesten Serien aller Zeiten gewählt…
Justice League: Throne of Atlantis Jahrtausende haben die Bewohner von Atlantis die Menschen der Oberfläche gemieden. Doch Orm, Sohn von Herrscherin Atlanna, will mehr als nur Kontakt – er sucht den Konflikt, den Krieg gar. Mit Black Manta sät er Zwietracht zwischen Meeres- und Landbewohnern. Bald sieht Atlanna die einzige Chance in der Suche nach einem Vermittler – Arthur Curry, der noch nicht weiß, dass er als Halbling geboren wurde, um Aquaman zu werden. Schon bald kommt es zum ersten Zusammenstoß mit der Justice League, die gerade erst versucht, als Team zu funktionieren…