• Exhumiert und abgestaubt: Dark Shadows 2004


    Es ist bekannt, dass ich alte und obskure TV-Serien liebe. Dazu gehört auch "Dark Shadows", eine "gothic soap opera" aus den 60ern, die weniger mit tatsächlichem Grusel als mehr mit armseligen Produktionsmitteln unterhielt. Hier wurden die Groschen aus dem Begriff "Groschenroman" dreimal rumgedreht:

    Ein wenig mehr Saft bekam die Serie mit der Einführung des Vampirs Barnabas Collins in der zweiten Staffel:

    Satte 1225 Folgen schaffte die Serie in fünf Jahren, dazu zwei schmal budgetierte Kinofilme in Farbe. Wer wirklich wissen will, was "binge watching" heißt, der kann sich sämtliche Episoden in einem monströsen DVD-Box Set zulegen…

  • Watching (16): The Red Pill


    Es gibt selten Dokumentationen, die mein Weltbild vielleicht nicht verändern, aber doch die Perspektive verschieben. Aber nun habe ich mal wieder eine gefunden – eine, die ich eigentlich in langer schlafloser Nacht nur mal kurz an-schauen wollte, bei der ich dann aber zwei Stunden lang gefesselt dran geblieben bin.

    Es ist bekannt, dass ich zwar ein glühender Verfechter des klassischen Feminismus bin, aber massive Probleme mit der intersektionellen „all inclusive but white males“-Szene habe. Ich verachte die gruppenspezifischen Wortneuschöpfungen, die nur zur Verhinderung von Diskussion dienen, ich lehne das Konzept des „white privilege“ ebenso ab wie die Behauptung einer „rape culture“…

  • Watching (15): Westworld 2016, Ducktales 2017, Gong Show 2017


    Ibiza gibt mir die Gelegenheit, viele Filme und Serien und Dokus nachzuholen – und manchmal auch die Reviews dazu. Weil ich nicht vorhabe, meinen Urlaub im dunklen Kämmerlein zu verbringen, gibt es dazu "nur" Kurzkritiken – ich unterstelle in vielen Fällen auch, dass ihr mir längst voraus seid und die Produktionen eh schon kennt.

    Den Anfang machen drei Franchises, die aus den 70er und 90er Jahren stammen und aktuell neu aufgelegt werden. Nun bin ich kein Fan von der Idee, Projekte für jede Generation neu hochzuwürgen, andererseits habe ich aber auch kein wirklich plausibles Argument dagegen – schon gar nicht bei diesen konkreten Beispielen…

  • TV Kritik "7 days in hell" & "Tour de pharmacy"


    Heute kombiniere ich mal wieder zwei Reviews, weil die "Filme" (zu den Anführungszeichen kommen wir noch) von den selben Leuten für den selben Sender gedreht wurden, im gleichen Genre und mit den gleichen Stilmitteln.

    Andy Samberg ist sicher das größte Talent und das größte Geschenk, das uns "Saturday Night Live" in diesem Jahrtausend gegeben hat. Ihm verdanken wir unter anderem die grandiosen <a href=" von Lonely Island, die frühe Webserie "<a href=" 'Bu", die erfolgreiche Sitcom "Brooklyn Nine-Nine", und viele andere Comedy-Kleinode.

    Andy Samberg ist außerdem offensichtlich ein Fan von Sport- und Prominenz-Parodien…

  • Deutschland, deine Dokumentaristen: Haben wir zu wenig Kultur für die Kulturgeschichte?


    Langjährigen Lesern meines Blogs ist bekannt, dass bei uns daheim bevorzugt britische Dokumentationen geschaut werden. Natur, Kultur, Kulinarik – irgendwie scheinen die englischen Sender deutlich breiter und besser aufgestellt, wenn es darum geht, die vergangene und aktuelle Welt abzubilden und aufzuarbeiten. Das gilt besonders, seit sich bei uns das widerliche Stilmittel durchgesetzt hat, zu wirklich jedem Thema irgendein paar unbeteiligte Spaßnasen vorgefertigte Sprüche absondern zu lassen:

    "Bismarck? Wieso Kanzler? Ich dachte, der hat den Hering erfunden!"

    Lange Zeit unterstellte ich, dass Deutschland vielleicht zu wenig Themen hat, zu wenig relevante Geschichte(n) jenseits des totdokumentierten Dritten Reichs samt folgendem Wirtschaftwunder mit den immer gleichen Aufnahmen von Trümmerfrauen und Mauerbau…

  • Superhelden-Overkill-Apokalypse


    In den letzten drei, vier Jahren bin ich von einem großen Befürworter von Superhelden-Verfilmungen zu einem weitgehend schweigenden Kritiker geworden. Und heute will ich über die Gründe schreiben. Anlass ist dieser Teaser Trailer für eine NEUE Marvel X-Serie von Brian Singer:

    Das sieht nicht schlecht aus, auch wenn der endgültige Trailer am 15.5. sicher eine bessere Einordnung zulässt. Trotzdem war meine Reaktion:

    "fer fucks' seek, not anuther 'un!!!"

    Ich brauche eigentlich gar nicht zu argumentieren – es reichen die Zahlen. Hier die 2017 in die Kinos gekommenen/kommenden Superhelden-Blockbuster:

    Logan Lego: Batman Movie Guardians of the Galaxy 2 Thor 3: Ragnarok Justice League Wonder Woman Spider-Man: Homecoming Bloodshot

    Dabei zähle ich nicht mal die Quasi-Superhelden-Verfilmungen wie "Power Rangers" oder "Transformers"…

  • Retro-Review: Tal der Schatten


    Ich habe geraume Zeit meines Sabbaticals darauf verwendet, meine alten Datenbestände zu kuratieren. Wir reden von mehr als 300.000 Emails, 30.000 Bildern, 180.000 Dokumenten, Hundertschaften von kurzen Videoclips und Musikstücken. Dass dabei viele Kuriositäten wieder aufgetaucht sind, ist kein Wunder. Einiges aus diesem Fundus werde ich in der nächsten Zeit hier präsentieren.

    Den Anfang macht eine Kritik zu "Tal der Schatten", einem deutschen Mystery-Thriller ausgerechnet von SAT.1. Ich habe keine Ahnung, für welches Medium ich diese Kritik ursprünglich geschrieben hatte. Einen meiner SF-Guides? Die Webseite SF-Fan.de…

  • TV-Serien-Nostalgie: unangebracht?


    Seit ein paar Tagen schaue ich mit großer Begeisterung den<a href=" YouTube-Kanal von RwDt09, der etwas zusammenschneidet, was keine so große Begeisterung auslösen dürfte: Serien-Vorspänne aus verschiedenen Jahrzehnten.

    Ein schönes Beispiel ist dieses Video mit den Top 16-Serien der Saison 1973/74 (man achte auf den Titelsong des "Six Million Dollar Man"!):

    Davon kennt man ja einiges. Interessant sind auch Videos mit Vorspännen von Serienflops, von denen die meisten hierzulande nie gelaufen sind:

    Es ist schon faszinierend, wie weit wir gekommen sind, wie sehr das Fernsehen sich als erzählerisches Medium weiterentwickelt hat…

  • DVD-Kritik: Batman: The Killing Joke


    USA 2016. Regie: Sam Liu. Sprecher : Kevin Conroy, Tara Strong, Ray Wise, Mark Hamill

    Story : Wieder einmal ist der Joker aus Arkham Asylum ausgebrochen – und diesmal ist sein Plan besonders perfide: Er schießt Barbara "Batgirl" Gordon zum Krüppel und entführt ihren Vater, um ihn in den Wahnsinn zu treiben. Damit will er Batman beweisen, dass jeder Mensch eine Sollbruchstelle besitzt – so wie er selbst an dem Tag, an dem aus einem verzweifelten und erfolglosen Bühnenkomiker der tödliche Clown von Gotham City wurde…

  • Watching (14): Angie Tribeca, Wrecked


    Angie Tribeca Ich finde Rashida Jones durchaus sympathisch, mag ihre Webvideos ebenso wie ihre Rolle in „Parks and Recreation“. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie eine eigene Serie geschrieben bekommt. „Angie Tribeca“ ist das Ergebnis dieser Bemühungen, produziert vom Kabelsender TBS und ausgestrahlt als Marathon von 10 Episoden (eine zweite Staffel ist auch schon gelaufen). Drollig ist dabei die Idee, dass man sich – wenn man so viel Zeit nicht investieren will – die Episoden auch als "hyper binge" zusammen fassen lassen kann…