• Versandwahn: LIDL-Edition (Nachtrag)


    Dass ich kein Freund von Verpackungsverbrechen bin, sollte bekannt sein. Winzige Teile in riesige Kartons stecken und dann mühsam durch die Republik (oder gar über Kontinente) zu schicken, stößt mir gerade deshalb auf, weil ich viel online kaufe. Ich würde mir wünschen, dass es da insgesamt etwas individuellere Möglichkeiten gibt.

    Es ist übrigens reiner Zufall, dass ich dieses Jahr mehr bei LIDL bestellt habe als bei Amazon oder Tchibo. Die hatten irgendwie immer gerade das, was ich brauchte – schick und zu überzeugenden Preisen. Dazu gehört einfache Sportkleidung ebenso wie der Nachbau eines aktuell echt angesagten Grillmodells…

  • 3 Monate Wortvogel 3.0: Die Abrechnung


    Am 5.3.2017 habe ich diesen Blog nach einem halbjährigen Semi-Sabbatical mit neuem Look und neuer Kraft wieder aufgemacht. Seither habe ich fast 80 Beiträge veröffentlicht, darunter sehr wenige Minis. Nach meinem Gefühl ist das alles recht substanziell und abwechslungsreich gewesen.

    Es hat mich sehr gefreut, dass sich meine Leserschaft auch wieder eingefunden hat. Am Anfang fand ich die Reaktionen etwas schleppend, aber es zeigt sich, dass die Kommentare kommen – wenn die Leser etwas zu sagen haben.

    Aktuell plane ich ja auch wieder ein paar größere Geschichten, z.B…

  • Kinorevolution: Digital Age


    Dieser Artikel beschäftigt sich genau genommen mit zwei verschiedenen, aber verwandten Phänomenen. Es geht um die digitale Manipulation von Alterserscheinungen im Hollywood-Kino.

    Fangen wir mit den Frauen an. Früher war es durchaus auffällig, dass einige Darstellerinnen, wenn sie ins angeblich "beste Alter" kamen, keine Szene ohne erkennbaren Weichzeichner absolvierten. Das führte zu teilweise krassen Brüchen zwischen kristallklaren, porenscharfen Darstellungen der Männergesichter und träumerisch wolkigen Aufnahmen von Halle Berry, Jennifer Lopez, Jennifer Aniston, Nicole Kidman etc.

    Wo der Weichzeichner nicht mehr half oder unangebracht war, griff man zu Botox und Lifting, was allerdings der schauspielerischen Leistung nicht immer zuträglich war…

  • Lach' doch mal! Oder auch nicht.


    Ich habe in den letzten Wochen und Monaten natürlich auch wieder Bilder zu eurer Unterhaltung gemacht.

    So fanden sich im Industriemuseum in Manchester diese zwei drolligen Zitate:

    Vor diesem grandios depperten Videocover hab ich in den 80ern und 90ern wahrlich oft genug gestanden:

    Wenn man genau hinguckt, kann man sehen, dass hier zwischen dem brennenden Kreuz und dem Flammenstab irgendetwas grob herausgeschnitten wurde. Es war die Zeit vor Photoshop. Und siehe da, eine Google-Suche enthüllt das düstere Geheimnis – man wollte ein Mitglied des Ku Klux Klan nicht allzu prominent auf dem Cover haben:

    Langjährige Leser wissen: ich habe kein nennenswertes Problem mit "targeted advertising"…

  • Konzertkritik: Chris de Burgh


    Jetzt hört auf zu lachen! Ich meine das ernst! Ja, Chris de Burgh! Nein, dafür muss ich mich nicht schämen. Nein, ich bin auch nicht retro-ironisch dahin gegangen. War ein Valentinstags-Geschenk meiner Lady in Red. Romantische Sache für ein Ehepaar im besten Alter. Ach, rutscht mir doch den Buckel runter. Ich muss mich schließlich nicht vor euch rechtfertigen…

    Ich gestehe aber, dass ich vor dem Besuch des Konzerts durchaus darüber nachgedacht habe, mit welcher Einstellung man dem mittlerweile schwer auf die 70 zugehenden de Burgh begegnen muss…

  • Ich liebe "50 shades of grey"


    Bei den meisten Menschen fallen die Entscheidungen, was man am Liebsten mag, in der Kindheit: Lieblingsfarbe, Lieblingsbaum, Lieblingstier. Auch grundlegende Fragen werden beantwortet und damit der Charakter festgelegt. Für immer, dachte ich.

    Tatsächlich fällt mir immer häufiger auf, dass sich mein Geschmack auch in elementaren Dingen durchaus geändert hat. So war ich als Kind und Jugendlicher ein Freund der Nacht. Ich konnte es kaum abwarten, bis es wieder früher dunkel wird und ich dann durch die Gegend stromern kann. Die Nacht war "meine" Zeit. I am Batman…

  • Kurioses aus der Kleinanzeigenwelt


    Wie ihr wisst, habe ich meinen alten Motorroller verkauft:

    150 Euro. Ich hätte sicher noch ein paar Euro mehr bekommen können (oft genug gehen Unfallroller zur Ausschlachtung für mehr als 200 weg), aber ich wollte den Vorgang möglichst knapp und stressfrei halten.

    Erstmals habe ich zu diesem Zweck die Ebay-Kleinanzeigen genutzt. Ich wollte einen Käufer aus der Gegend und ein Inserat in der lokalen Tageszeitung dauerte mir zu lange. Meine Online-Anzeige war knapp, aber eindeutig und konzentrierte sich auf die wesentlichen Punkte, die ich hier noch mal zusammen fasse:

    "Festpreis 150 Euro…

  • Konzertkritik: Bryan Ferry


    Es ist bekannt, dass es zu meinem Musikgeschmack zwei Meinungen gibt, die der Charakterisierung von Troubadix in den Asterix-Comics entsprechen: ich selbst finde ihn genial, alle anderen finden ihn unbeschreiblich. Deshalb verkneife ich mir Platten- und Konzertkritiken auch üblicherweise. Mir fehlt der Background, mir fehlt die Expertise, mir fehlt schlicht die Masse an Musik zum kompetenten Vergleich. Aber es ist Feiertag und ich hatte gestern einen guten Abend, also mache ich eine Ausnahme.

    Bryan Ferry ist mal wieder auf Tour. Ein alter Mann singt für alte Menschen…

  • Vom Verfall der Kindheit


    Es ist zum Verständnis dieses Beitrags wichtig, dass ihr noch mal diesen Beitrag von vor acht Jahren lest. Bitte.

    Sehr ihr die Tür da links? Ich erinnere mich an diese Tür. Ich erinnere mich an den bellenden Schäferhund dahinter, an seinen freudig auf und ab springenden Schemen. Ich habe meine Nase am Glas platt gedrückt, um zu sehen, ob jemand daheim ist.

    Ich war 8 Jahre, 10 Jahre, 12, Jahre, 14 Jahre.

    Es ist das Haus meiner Oma. Und ihr habt ja 2009 schon gelesen, wie sehr es mir einen Stich versetzt, dass dieses Paradies meiner Kindheit, dieser "safe space" vor dem Ehekrieg meiner Eltern, heute eine Ruine ist…

  • Goodbye Thunderfoot – thanks for all the fish (Nachtrag)


    Wer schon länger auf YouTube unterwegs ist, kennt <a href=" Genauere Details über Phil Mason kann man hier nachlesen. Der Mann ist Vlogger-Urgestein, war lange Jahre einer der führenden Köpfe zuerst der Atheisten, dann der Anti-Feministen, generell auch der Skeptiker. Was ihn auszeichnet: Er weiß, wovon er redet. Er ist Wissenschaftler und hat sich mit allen Themen, die er bespricht, auch ausführlich auseinander gesetzt. Hinzu kommen seine ruhige Art, seine klare Sprache, seine undogmatische Herangehensweise. Die Höchstmaß an Aggression bei Thunderfoot ist die entgeisterte Empörung…