• Wortvogels Weisheiten (1)


    Ich hab’s ja angedroht; zum 15. Geburtstag teile ich die Erkenntnisse, die ich in 52 Jahren auf diesem Planeten so angesammelt habe. Mein ganz persönliches "Wear Suncreen" – ein Song, der mit zunehmendem Alter an Wahrheit und Wert gewinnt:

    Was in diesem Beitrag und den weiteren auf euch wartet, sind Belanglosigkeiten, Faustregeln, Kalenderweisheiten, unauflösbare Paradoxe, Fragen ohne Antworten und Antworten, die kein Mensch braucht. Es sind Einsichten, deren Beherzigung mir selber oft genug misslingt und Anleitungen für ein Glück, das vermutlich sehr individuell nur meins ist – your mileage may vary…

  • Blog-Geburtstag: piece of cake!


    Ich versichere der LvA wieder und wieder, dass sie mir nichts beweisen muss. Dennoch war sie der Meinung, dass der Rotzlöffel von Wortvogel zum 15. Geburtstag zwar kein Mofa, aber immerhin einen Geburtstagskuchen verdiene. Und weil die LvA gerne über das Ziel hinaus schießt, wurde daraus eine Mascarpone-Kürbiskern-Mousse-Torte mit einer Zwischenschicht aus Himbeermarmelade. Und oben drauf karamellisierte Kürbiskernbrösel.

    Wahrlich, mein Leben könnte härter sein – dafür haben sich die 15 Jahre gelohnt.

  • 15 Jahre Wortvogel: … und kein bisschen weise


    Heute vor 15 Jahren ging mein erster Blogbeitrag als Wortvogel online – ich machte mich lustig über einen Bodybuilder mit Fake-Muskeln. Vielleicht ist das prophetisch gewesen: der Kampf gegen die Protzer mit dem Katzengold und den geklauten Credits wurde ja so etwas wie ein wiederkehrendes Markenzeichen.

    Stand heute: 4129 Beiträge. Das ist mein Anteil am Erfolg. 88.046 Kommentare. Das ist eurer. Wir können uns auf die Schulter klopfen und "wow" murmeln.

    Der Wortvogel ist genau genommen kein Vogel – er ist ein Dinosaurier. Bloggen hat seinen Zenit überschritten, man trifft sich auf Facebook und produziert sich auf Instagram…

  • Neusprech: Du, Sie, ihr mich auch


    Wir waren gestern mit einer lieben Freundin im Westend lecker essen. Statt wie üblich über 300 verschiedene Themen aus dem Bereich Privates, Berufliches, Historisches zu plaudern, verhedderten wir uns schnell in eine Diskussion über Sprache – primär, weil die liebe Freundin politisch völlig anders sozialisiert ist als ich. Es ging ums gendern, um den latenten Rassismus der Sprache, um Pronomen und um die Frage, ob man eine tolerante Sprache nicht nur fordern und fördern, sondern auch verlangen und verordnen darf.

    Aber das soll gar nicht Thema sein, auch weil es ausufern würde…

  • Gerechter Zorn am Gemüseregal


    Meine Konfrontationen mit Mitmenschen in Supermärkten, Schnellrestaurants, Bauhäusern, Bäckereien und an Tankstellen sind legendär. Ich weiß nicht, wieso es immer mich trifft. Ich bin eigentlich ein Netter. Aber es gibt Situationen, da sagt mein Verstand so:

    Dann winkt er ab und mein reptilisches Ur-Hirn drängelt sich vor mit den Worten: "Lass mich mal, ich erledige das kurz und schmerzhaft."

    Eben war ich einkaufen. Das macht bei uns Zuhause ja der Wortvogel – weil er es im Gegensatz zur LvA gerne macht. Da wir relativ spezifische Ansprüche haben, muss ich oft genug drei Supermärkte abfahren, bis ich genau das habe, was wir brauchen (oder zu brauchen meinen)…

  • Mindestlohn: Eine Frage von Gerechtigkeit – oder Sozialneid?


    Ich habe gerade auf Facebook eine eher unangenehme Diskussion laufen, die ich nur führe, weil ich die Beteiligten eigentlich sehr gerne mag und mich nicht freue, wenn sie argumentativ in die falsche Richtung laufen. Vielleicht laufe aber auch ICH in die falsche Richtung, weshalb ich das hier mal zur Diskussion stelle.

    Es geht um den Mindestlohn, um Hartz IV und dieses Sharepic:

    Dass dieses Bild vom Stammtisch kommt, sieht man schon daran, dass es Hartz IV und nicht Harz 4 heißt. Oder dass man für so einen Vergleich keine "durchschnittliche Wohnung" ansetzen kann, denn jeder Fall (ob Mindestlohn oder Hartz IV) ist anders…

  • The Sound of my Drive


    Die letzten zwei Tage war ich mal wieder unterwegs in Sachen LIEBES LAND – Sonntag in aller Früh nach Hannover, dort einen bezaubernden Garten (und ein bisschen Handwerk) fotografiert, am Tag drauf eine massiv coole Lagerfeuer-Kochschule. Die Fastenzeit legte eine unfreiwillge, aber leckere Pause ein.

    Nach dem Termin in der Kochschule habe ich den Fotografen zum Bahnhof gebracht, um im Anschluss den Highway 7 gen Süden zu nehmen. Um 22.00 Uhr nagelte ich mit dem gemieten A3 Sportback TDI über die Münchner Stadtgrenze. Insgesamt sind wir in zwei Tagen mehr als 1500 Kilometer gefahren und haben mehr als 1500 Bilder produziert…

  • Pronto-Print-Porto: Eine Geschäftsidee


    Ich gestehe, dass ich ein Fan vom Handy-Porto bin, bei dem man über die App der Post eine Frankierung (keine Briefmarke!) in Form eines Codes kauft, den man auf den Umschlag schreibt. Nicht mehr in die Filiale latschen, keine Wertzeichen ausdrucken und aufkleben, kein Ärger mit Marken von vor der letzten Preiserhöhung, Man möchte fast ausrufen "vorbildlich!".

    Natürlich ginge es noch besser. Schließlich muss man zusätzlich zum Porto immer noch Adresse und Absender auf die Umschläge schreiben oder ausdrucken und dann aufkleben. Das nervt. Und die einzelnen Codes in der App kaufen ist eigentlich auch nicht wirklich komfortabel…

  • Wahlplakate – Qualplakate?


    Die Grünen haben heute Ihre Wahlplakate für den Herbst vorgestellt und werden erwartungsgemäß dafür erstmal kritisiert. Tatsächlich sind doofe Wahlplakate etwas, das mich ähnlich aufregt wie doofe Werbeplakate. Genau genommen SIND Wahlplakate ja auch Werbeplakate. Mit einem Unterschied: für Werbeplakate wird ein Haufen Geld ausgegeben, die Fotos machen Fotografen, das Layout machen Layouter, und die Werbesprüche kommen von Werbern. Bei den Parteien scheint oft genug noch die Meinung vorzuherrschen, man könne für die Kampagnen vom Praktikant irgendwas aus dem Handy-Speicher mit ein paar billigen Buzzwords kombinieren lassen…

  • Eine Geschichte. Kein Bild.


    Abtlg. : Die kleinen Dramen der Vorstadt (ich könnte bebildern, werde aber nicht).

    Wir sitzen auf der Terrasse, ich höre ein dumpf klopfendes Geräusch. "Da verdrischt jemand eifrig seinen Teppich", sage ich zur Gattin. Als wir mit den Katzen einen Spaziergang um die umlaufende Terrasse machen, höre ich das Geräusch wieder und sehe die Ursache: auf der anderen Straßenseite ist eine Taube mit dem Kopf zwischen den Paneelen einer Dach-Solaranlage stecken geblieben. Sie zappelt noch ein paar Mal, dann liegt sie still.

    Die Solaranlage war früher "Tauben-City", darunter haben die Vögel gebrütet und gebalzt…