• Vom Wortvogel zum Pantoffeltierchen


    Ich bin heute den ganzen Tag unterwegs – es geht nach Hamburg, wo Holger Kreymeier (Fernsehkritik-TV) mich als Gast zu seiner launigen Talk & Review-Runde Pantoffel-TV in die Alster-Film-Studios geladen hat. Diverse Filme und Serien werden gesichtet und ich hoffe/fürchte, meine Arbeit kommt ebenfalls zur Sprache. Ich freu mich drauf.

    Ich hab’s ja nicht so mit dem Internet-Dingsbums, aber laut Holger ist die Show heute Abend live zu sehen, dann Montag für die zahlenden Abonnenten zum Download, und am Sonntag drauf in einer gekürzten, kostenlosen Version…

  • Blick zurück im Zorn: "RTL Samstag Nacht"


    Anfang der 90er Jahre stand das deutsche Privatfernsehen noch auf sehr wackeligen Füßen. Ausländische Serien und Spielfilme dominierten das Programm, ein paar Klassiker, erste Versuche in Sachen Shows und Sport, Bumsfilme in der Spätschiene. Bei Eigenproduktionen orientierte man sich besonders bei RTL vorsichtig an global bewährten Hits: "Tutti Frutti" kam aus Italien, "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" hatten die Australier erfunden, "Hilfe, meine Familie spinnt!" war eine deutsche Version von "Eine schrecklich nette Familie".

    Kein Wunder, dass mit "RTL Samstag Nacht" 1993 versucht wurde, das Konzept von "Saturday Night Live" auf den deutschen Markt zu übertragen…

  • Neue alte SF aus den deutschen Sender-Archiven gerettet (aka raubkopiert)


    Nach "Cherie mir ist schlecht" und "Datenpanne – das kann uns nie passieren" habe ich noch eine weitere öffentlich-rechtliche Dystopie für euch ausgebuddelt, diesmal aus dem Jahr 1982 und basierend auf Jewgeni Samjatins Roman "Wir", der deutliche Ähnlichkeiten mit Orwells "1984" aufweist.

    Den Film habe ich als 14jähriger bei der Erstausstrahlung tatsächlich gesehen. Er hat mich damals ziemlich verstört, auch wenn ich in der Zeit nach "Star Wars" und "Star Trek" die Effekte als sehr krude empfand. Meine Begeisterung hielt sich – auch angesichts meines intellektuellen Unvermögens, die Geschichte in ihrer gesamten Breite zu erfassen – in Grenzen…

  • "Datenpanne" anno 1983: Geht auch ohne Google


    Man mag es für eine seltsame Angewohnheit halten, aber immer mal wieder gebe ich die Namen obskurer Filmtitel bei Google ein und schaue, was passiert. Weil immer mal wieder obskure Filme doch noch auftauchen.

    Heute ist es wieder passiert – ich bin auf "Datenpanne – das kann uns nie passieren" gestoßen, ein "Fernsehspiel der Gegenwart" von 1983, gedreht für das ZDF. Im "Lexikon des Science Fiction Films" wurde seinerzeit darüber geschrieben – ein TV-Stück aus dem Kalten Krieg, vor Paranoia und Technikphobie strotzend, aus Angst vor "1984" den Computer als diktatorischen Datenschnüffler für 1991 ()…

  • Inhaltsangaben zum Abschalten (redux)


    Ich habe mir hier und hier bereits Gedanken über Inhaltsangaben gemacht, die weniger über den Film aussagen als über die prätentiöse Großmäuligkeit der Macher. Da geht es gar nicht darum, einem potenziellen Zuschauer die Story zu vermitteln, sondern nur darum, ihm die eigene Brillanz und die unübertreffliche Schwere des Projekts zu verdeutlichen.

    Schauen wir uns zum Beispiel mal "Fractured" an, einen Thriller, der nach dem Plakat und der Besetzung mit Jake Busey und Eric Roberts bestenfalls im C-Bereich angesiedelt sein dürfte und zuerst einmal den Eindruck eines aus den 90ern geflüchteten Billig-Reißers macht…

  • Fernsehen ist das neue Kino – andererseits…


    "X-Files" war acht Jahre lang der Maßstab für TV-Mystery:

    "X-Files" war zweimal ein Totalausfall im Kino:

    "21 Jump Street" war eine trendy Krimiserie der 90er:

    "21 Jump Street" ist nun eine Reihe erfolgreicher Kinofilme:

    "A-Team" war eine glorreiche TV-Serie in den 80ern:

    "A-Team" steht nun für einen missratenen Action-Blockbuster:

    "Bewitched" war in den 60er und 70ern eine beliebte Sitcom:

    Für Will Farrell und Nicole Kidman war "Bewitched" ein Kinoflop:

    "Dark Shadows" war die einzige Grusel Soap Opera im US-TV:

    "Dark Shadows" war nicht der einzige Kino-Flop von Tim Burton:

    "Firefly" konnte im Fernsehen nur die Kult-Crowd begeistern:

    "Firefly: Serenity" konnte auch im Kino nur die Kult-Crowd begeistern:

    It’s not the medium – it’s the message…

  • Fernsehen ist das neue Kino – bzw. das alte


    Im letzten Jahrtausend war "12 Monkeys" ein großartiger Kinofilm:

    Mittlerweile ist "12 Monkeys" eine maue Fernsehserie:

    Anno 1998 war "Blade" ein cooler Vampirfilm:

    Vor sieben Jahren wurde daraus eine uncoole TV-Serie:

    1996 war "Fargo" ein geiler Film:

    2015 ist "Fargo" eine geile Serie:

    Vor zehn Jahren war "Daredevil" ein schlechter Kinofilm:

    Nun ist "Daredevil" eine großartige Fernsehserie:

    2008 war "Terminator: Salvation" bestenfalls ein mäßiger Kinofilm:

    2009 war "Terminator: The Sarah Connor Chronicles" eine der besten Fernsehserien des Jahres:

    In den 90ern war "Scream" eine Reihe ironischer Horrorfilme:

    Jetzt ist auch "Scream" eine Fernsehserie – für MTV:

    Strange days, indeed…

  • Der Funk Uhr Serientäter schlägt wieder zu!


    Die Pointe von letzter Woche funktioniert ja leider nicht noch einmal, also sage ich es frei heraus: Das große sechsseitige Special über Filmbiographien (neudeutsch Bio-Pics) ist von mir. Auch hier plaudere ich aus dem Nähkästchen und gehe das Thema von allen Seiten an: Die Geschichte der Filmbiographien, große Blockbuster über große Menschen, die Schauspieler in den besten Bio-Pic-Rollen, legendäre Mehrteiler und die kommenden Events werden abgefeiert. Außerdem schreibe ich darüber, was den Reiz der Filmbiographie ausmacht, wo die Gefahren liegen, warum immer Nico Hoffmann dahinter steckt und von wem ich gerne mal ein Bio-Pic sehen würde…

  • Die "Funk Uhr" gibt den Serienexperten


    Die "Funk Uhr" ist ein echtes Urviech auf dem Marke der vollpreisigen TV-Zeitschriften, die gibt es schon seit mehr als 60 Jahren – wie auch "Gong" und "Bild & Funk" weist der Name darauf hin, dass dieses Blatt kein Kind von Farbfernsehen und Internet ist.

    In der neuen Ausgabe wirbt die Zeitschrift mit einem großen und noch dazu exklusiven "Serien-Report" auf satten fünf Seiten. Kaum zu erwarten, dass man damit einen exklusiven Set-Report von "Sherlock" meint oder ein Interview mit den Machern der "12 Monkeys"-Serie…