Thema: TV-Mix
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Ich habe mich vor drei Jahren schon mal über Schlampereien auf B5 ausgelassen – ähnlich wie der SPIEGEL scheint man entschlossen, bei trivialen Themen konsequent jede Form von Expertise zu vermeiden. Die Tatsache, dass man sich in der U-Kultur auskennt, könnte ja den Vorwurf provozieren, sich der E-Kultur nicht ausreichend zu widmen. Und darum hat dann gerne mal Donald Duck den Geldspeicher und Perry Rhodan ist ein Science Fiction-Autor.
Als ich am Samstag sehr früh von München in Richtung Speyer fuhr, ließ ich mich eine halbe Stunde lang von B5 berieseln – genau bis zu den "Multimedia-Tipps", die dem Sender so wichtig sind, dass er sie regelmäßig und auf breiter Front präsentiert: "Jeden vierten Samstag im Monat, um 6.25 Uhr und um 8.25 Uhr"…
Okay, es ist soweit: Das Highlight des 50. "Who"-Geburtstages wurde in England ausgestrahlt – und unter anderem in deutsche Kinos übertragen. Nicht Star Wars, nicht Star Trek, nicht die Krönung von Papst oder Weltmeister – eine Episode einer britischen TV-Serie, die mal siebzehn Jahre lang wegen fortschreitender Erfolglosigkeit auf Eis lag und deren Charme eigentlich immer aus ihrer konsequenten Nischigkeit bestand. Was genau genommen den 33. Geburtstag bedeutet. Oder den 32., wenn man den TV-Film von 1996 als Who-Jahr rechnet. Aber wer will kleinlich sein…
Nein, wir sind immer noch nicht bei der Fortschreibung des "Who"-Mythos. Bevor es an die Kritik zum neuen TV-Film "The Day of the Doctor" geht, widme ich mich dem Doku-Drama "An adventure in space and time". Hier wird (halbwegs authentisch, aber trotzdem fiktionalisiert) die Entstehung der Kultserie erzählt.
Tja, was soll ich sagen? Es ist ein süßes, nostalgisches Bonbon für Fans, das uns Mäuschen spielen lässt bei Ereignissen, von denen wir bisher nur gelesen und gehört haben. Mit viel Liebe und Zeitkolorit der 60er erzählt, führt uns AAISAT nicht nur in das "Who"-Universum ein, sondern auch ins Herz der BBC, einer damals noch verknöcherten und durch und durch männlich sozialisierten Quasi-Behörde…
Jetzt ist es tatsächlich schon wieder einen Monat her, dass ich über "Doctor Who" geschrieben habe. "Damals" hatte ich mir geschworen, die verpassten Folgen nachzuholen, um den Wiedereinstieg zum 50. Geburtstag der Serie nicht zu verpassen.
Siehe da, ich hab’s geschafft. In neun Tagen habe ich auf Ibiza 39 Folgen angeschaut (die Staffeln 5, 6 und 7), zwei Weihnachtsspecials, alle elf Folgen der "The Doctors revisited"-Reihe und die Doku "Doctor Who – The Ultimate Guide". Bis aufs Klo hat mich die langlebige Franchise verfolgt, denn dort hatte ich zur Lektüre die aktuelle Ausgabe der "SciFi Now" mit dem Themenschwerpunkt "Doctor Who" liegen…
Ich bin ein großer Fan von Stephen Mangan, dem britischen Komiker, der mit seinem hallervordesken Gummigesicht auch außerordentlich komplexe Rollen wie Douglas Adams' "Dirk Gently" und den durchgeknallten Chirurgen in "Green Wing" spielt. Derzeit ist er mit Matthew Macfadyen ("Ripper Street") in einer Bühnenfassung der "Jeeves & Wooster"-Geschichten in London zu erleben:
Seit ich Mangans Karriere verfolge (eigentlich seit "Green Wing" 2004), bin ich überzeugt, ihn zu kennen. Seit ungefähr fünf Jahren weiß ich auch, woher. Nur scheint Google anderer Meinung zu sein – es gibt (soweit ich das beurteilen kann) keinerlei Hinweise auf eine Rolle, die Mangan in den 90ern recht oft spielte und die ihn dem deutschen Publikum bekannt machte…
Kurz zum Kontext. Ich war nie ein Fan der alten Who-Serie, einfach weil ich in der SF auch Schauwerte mag und "Doctor Who" mir im direkten Vergleich mit "Star Trek" und "Mondbasis Alpha" nie konkurrenzfähig erschien. Ich habe über diesen "Klassiker" weit mehr gelesen, als ich davon gesehen habe. Den TV-Film von 1996 finde ich bis heute unfair unterbewertet. 2005 bin ich (primär dank Chris Ecclestone) mit Begeisterung in die Neuauflage eingestiegen. Mit David Tennant bin ich dann auch schnell warm geworden. Irgendwann zum Beginn der Matt Smith-Ära habe ich es nicht mehr geschafft, alle Folgen zeitig nachzuholen…
Ich weiß, das hier ist nicht neu – aber es passt zum aktuellen Film und ich spiele gerade mit meinem neuen Galerie-Plugin:
Mir ist gerade aufgefallen, dass es eine Serie gibt, bei deren Vorspann ich zwanghaft drei Gesten an drei bestimmten Stellen mache:
Kommt jemand drauf? Und macht es noch wer außer mir?
Klingt komisch, ist aber so. Wie albern das heute klingt, ist ein sehr schöner Indikator dafür, wie albern die aktuellen Forderungen in 20 Jahren klingen werden. Gebracht hat der ganze Heckmeck auch nix.
Die üblichen Verdächtigen haben unterschrieben.
Es scheint unglaublich, dass die Kackfrechheit und Abstrusität der Forderungen damals niemandem aufgefallen sein soll. TV-Sender zahlen für Filmrechte – warum sollten sie NOCH MAL für den Erhalt der Filmindustrie zahlen? Wenn es dem Kino so schadet, warum stoppen die Filmverleiher dann nicht den Verkauf an die Sender…
Gestern Abend habe ich eine US-Werbung für ein Medikament gesehen, die mich wirklich beeindruckt hat. "Intermezzo" ist eine Schlaftablette, die man nicht vor dem Schlafen nimmt, sondern in der Nacht, wenn man aufgewacht ist und nicht wieder einschlafen kann.
24 Sekunden Werbung plus 66 Sekunden Warnhinweise inklusive "… may be fatal". Das Zeug kann abhängig, depressiv, aggressiv machen, Allergien und Amnesie auslösen – egal, Hauptsache noch mal vier Stunden poofen: