Thema: TV-Mix
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Ich habe es im Rahmen dieses Blogs oft genug moniert, es lohnt aber die Wiederholung: das deutsche Fernsehen kann in Status und Selbstverständnis mit anderen großen Märkten wie England oder Amerika nicht mithalten.
Schaut man sich die Möglichkeiten ob der Milliarden-Budgets und die Menge an Vollprogrammen an und vergleicht diese mit der Menge der tatsächlich memorablen und ihre Zeit überdauernden Produktionen, dann bleibt die frustrierte Feststellung: auf breiter Front intellektuelles Zwergen-TV. Oft genug peinlich, gerne mal ärgerlich, im besten Falle verdaulich und schnell vergessen. Wie viele wirkliche Kult-Serien, Kult-Figuren, Kult-Formate hat das deutsche Fernsehen produziert…
Eigentlich wollte ich einen längeren Beitrag zum Start eines neuen Projekts schreiben, aber von Samstag auf Sonntag hat mich eine böse Erkältung eiskalt erwischt und mein Schädel brummt, wie meine Nase läuft, wie mein Hals kratzt. Diät geht auch so, Sport eher weniger. Grmpf.
Es kam in der Diskussion über die Probleme des öffentlich-rechtlichen Fernsehens eben die Frage auf, mit welchem Recht die gebührenfinanzierten Sender auf breiter Front gegen die Mehrheit der Zuschauer programmieren, wie man überhaupt im Jahr acht Milliarden für so etwas verbraten kann und warum denn niemand an die Kinder denkt…
… auf den Punkt gebracht von der Inhaltsangabe einer neuen ZDF-Krimiserie für den Donnerstag. So liest sich das Konzept von "Heldt" ganz offiziell:
" Kriminalkommissar Nikolas Heldt hat seine sehr eigene Art, Fälle zu lösen. Dabei legt er sich mit den Kriminellen genauso an wie mit seinen Vorgesetzten. Sein Revier ist Bochum und dort fühlt er sich zuhause. Heldt geht selten den geraden Weg. Wenn er es für richtig hält, dann geht er jedes Risiko ein. Dies führt nicht selten zu Eklats im Polizeipräsidium! Denn im Gegensatz zu seinem besten Ermittler sieht Hauptkommissar Detlev Grün in gründlicher und regelkonformer Polizeiarbeit immer noch das Mittel zum Erfolg…
Ein sympathischer Flash Mob (im Original noch länger, aber diese Version ist knackiger) – da wäre man gerne Zuschauer im Studio gewesen:
Wenn man in den 80er Jahren einen Videorekorder hatte, konnte der Videokassetten im PAL-Format abspielen. Im Idealfall auch longplay, was die Qualität reduzierte, die Laufzeit aber verdoppelte. Manche Geräte schafften auch das französische Secam, bei den meisten blieben diese Aufnahmen aber schwarzweiß. Eine Kassette aus den USA im NTSC-Format abspielen? Ein Wunschtraum. Dafür hätte man die Abtastung des Magnetbands und die Laufgeschwindigkeit anpassen und das resultierende Signal umwandeln müssen. Technisch aufwändig und für so ein Nischeninteresse zu teuer.
In den 90ern kamen immer mehr Videorekorder auf den Markt, die NTSC abspielen (wenn auch nicht aufnehmen) konnten…
Bei Shows wie "The Voice" geht es um ganz große Emotionen – habe ich mir sagen lassen. Ich schaue mir sowas nicht an. Nicht mein Genre, nicht mein Herzblut.
Da diese Sendungen Melodramen und Mini-Stars im Minutentakt ausspucken, sind sie ein gefundenes Fressen für die Boulevardpresse, die hier Narrativen in einer Woche durchpeitschen kann, für die echte Promis mindestens ein halbes Jahr brauchen: heimliche Liebe, großes Outing, erster Streit, Versöhnung, Trennung. Manchmal so perfekt, dass es nur gescripted sein kann.
Wenn es gerade mal kein Drama gibt, wird eins herbei geredet, wie ich heute bei meinem täglichen Schlagzeilen-Überflug von Bild.de feststellen musste…
Ihr erinnert euch sicher an diesen CGI-lastigen, aber ziemlich rockigen Trailer zum neuen "Galactica"-Prequel, das von Syfy leider nicht in Serie geschickt wurde:
Wenigstens verschwindet das Teil nicht im Archiv: laut Deadline Hollywood wird "Blood & Chrome" ab dem 9.11. in 10-12 minütigen Häppchen auf dem <a href=" Prime-Kanal von YouTube zu sehen sein. Danach gibt es den 90minüter auf Scheibe und Video on Demand, bevor er schließlich eine TV-Ausstrahlung bekommt.
Zum Start bei Machinima Prime gibt es auch einen neuen Trailer:
Das nötigt mir zwei Gedanken ab…
Es ist immer mal interessant, Schauspieler außerhalb ihrer "comfort zone" zu erleben. Wenn sie Sachen machen, für die man sie nicht kennt, die man ihnen manchmal auch gar nicht zutraut.
Um eine Minute nach Mitternacht geht hier am 26.10. der Review zu "Cloud Atlas" online (be there or be square!). Tom Hanks spielt darin einen nerdigen Atomphysiker, einen kriminellen schwarzen Schriftsteller, einen besoffenen Doktor, einen feigen Krieger – bei "Jimmy Fallon" versuchte er sich dieser Tage mit großem Erfolg als Slam Poet zum Thema "Full House"…
Wagt der TV-Sender, der mal die Heimat von "Stargate", "Battlestar Galactica" und "Farscape" war, nach den Debakeln von "Flash Gordon", "The Phantom" und diversen Fake Reality-Shows tatsächlich mal wieder einen Schritt in Richtung Science Fiction?
"Defiance" sieht zumindest danach aus, als könne man durchaus noch in größeren Maßstäben und größeren Bildern denken:
Irgendwie erinnert mich das an "Sumuru: The Series"…
Was das Projekt zusätzlich interessant macht: "Defiance" soll eine "transmedia revolution" sein. Gleichberechtigt zur TV-Serie entsteht ein "massive multiplayer online game" mit Rückkopplungen in beide Richtungen…
Ich wollte das eben in den Kommentaren posten, aber es ist einen eigenen Beitrag wert, bevor es wieder von YouTube gelöscht wird – ich habe mich, wie man so schön sagt, schwer beömmelt: