• Ikonenschändung: Otto Waalkes ist (nicht) CATWEAZLE


    Natürlich bin ich ein Nostalgiker, natürlich halte ich die Helden meiner Kindheit für sakrosankt. Es wird keinen Captain Kirk geben wie William Shatner, keinen James Bond wie Sean Connery, keine Pipi Langstrumpf wie Inger Nilsson.

    Und keinen Catweazle wie den vor drei Jahren verstorbenen Geoffrey Bayldon, der den depperten Zauberer in einer grandiosen Kinderserie ab 1970 spielte:

    Mit seiner Kröte Kühlwalda und der Furcht vor dem modernen "elektrik-trick" war er prägend. So und nicht anders konnte und musste Catweazle sein.

    Dann kam vor einiger Zeit die Meldung, dass es einen neuen CATWEAZLE geben würde – mit Otto Waalkes in der Hauptrolle…

  • Meine neue Religion: Backwahn


    Es ist bekannt, dass meine LvA und ich mit geradezu frömmelnder Begeisterung THE GREAT BRITISH BAKE OFF schauen, seit wir die Sendung bei einer Reise zu den Kanalinseln 2013 entdeckt haben. In Windeseile holten wir damals die verpassten Staffeln nach und sind seitdem auch dabei, wenn es die CELEBRITY Specials und das KIDS Bake Off zu bejubeln gibt. Die Sendung ist einfach unfassbar zen und zeigt nette Menschen, die in einer heimeligen Umgebung leckere Sachen backen. Gelebte Entspannung mit hohem Kaloriengehalt.

    Ausnahme: die deutsche Version…

  • Ein paar Gedanken zu MEN IN TREES


    Meine Frau und ich arbeiten gerne Serien auf, die einer von uns beiden beim ersten Durchlauf verpasst hat. Leichte, aber hochwertige Ware – FRASIER, CYBILL, MY FAMILY, POIROT. Vor ein paar Monaten startete ich mit NORTHERN EXPOSURE einen Testballon. Die Serie über den snobbigen New Yorker Jungarzt, der in Alaska sein Stipendium abstottern muss, war Anfang der 90er ein großer Hit gewesen und erfolgreich bei RTL im Spätprogramm gelaufen – als "Ausgerechnet Alaska".

    Damals waren wir Jungs uns ziemlich einig – Janine Turner war "the hotness", vergleichbar nur mit Sherilyn Fenn:

    Zu meiner Freude sprang meine Frau so begeistert wie ich auf die Serie an und über die letzten Wochen haben wir jeden Abend eine Folge angeschaut…

  • Pop wie guter Wein


    Ich habe in den letzten Tagen auf Facebook vermehrt meine liebsten Pop-Klassiker gepostet, naturgemäß meist aus den 80ern. Es heißt ja nicht ohne Grund

    die beste Musik ist die, die du zwischen 14 und 21 gehört hast

    Bei mir wären das also die Jahre 1982 bis 1989. Und das kommt erstaunlich gut hin. Was mich geprägt hat und was ich schamfrei bis in die Gegenwart hören kann, das ist die Musik der 80er. Vielleicht auch, weil sie so aufgeladen ist mit Erinnerungen an Partys, erste Liebe, Tanzschule, und lauter Gefühlen "auf 11″…

  • STUDIO TELEROP: Die absurde Zukunft unserer Gegenwart


    Es ist kein Geheimnis und ich hatte es vor ein paar Tagen erst wieder im Nebensatz erwähnt – nichts ist unzuverlässiger als der Blick in die Glaskugel, sei er nun wissenschaftlich oder medial fundiert. Dabei ist es egal, ob man 1000, 100 oder 10 Jahre in die Zukunft schaut. Es ist egal, ob man über die großen politischen Strömungen sinniert oder banale technische Fortschritte – in den 80ern konnten sich selbst "Zukunftsforscher" den Zusammenbruch der Sowjetunion ebenso wenig vorstellen konnten wie die Tech-Experten die Erfindung des iPhones Anfang der 2000er…

  • Calling Inspector Thursday


    Meine Frau und ich sind bekanntermaßen große Fans der britischen Krimiserie ENDEAVOUR, die als Prequel die Jugendjahre von INSPECTOR MORSE erzählt:

    Unser Favorit im Cast ist aber nicht der (durchaus großartige) Shaun Evans in der Titelrolle – nein, wir sind geradezu kindisch begeistert von Roger Allam als Morses' väterlicher Freund und Kollege Fred Thursday. Mit kleinen Gesten, einer unendlichen Müdigkeit und einer anachronistischen Vorstellung von Recht und Gesetz ist Fred Thursday ein Auslaufmodell, in dessen Heldenrolle auch immer Tragik mitschwinkt.

    Darsteller Roger Allam ist in England ein gefragter Mime auch auf den ganz großen Theaterbühnen…

  • Wortvogel vs. … Massengeschmack-TV


    Kennt ihr das? Ihr könnt jemanden gut leiden, habt Gemeinsamkeiten, tauscht euch aus – und dann sagt diese Person aus heiterem Himmel etwas so Hummeldummes, dass ihr die Zähne zusammen beißt, die Augen schließt und erstmal tief durchatmet. Wie soll man darauf antworten? Soll man überhaupt darauf antworten? Ist schreiend weglaufen vielleicht doch eine Alternative?

    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe mein erstes "Response"-Video gedreht. Bei YouTube ist das ja ein recht beliebtes Format und letztlich nur die gefilmte Umsetzung meiner patentierten Textanalysen. Statt einen doofen Artikel Zeile für Zeile durchzugehen, widme ich mich einem Video Satz für Satz…

  • Flashback: Andreas Franz, Julia Durant und ich (NACHTRAG)


    Leser meines Blogs werden sich erinnern, dass ich im Bereich Drehbuch seit einigen Jahren gar nicht mehr unterwegs bin. Das ist fifty-fifty gewollt und gezwungen. Gewollt, weil ich meinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt nach Baden-Baden verlegt habe und wieder hauptberuflich journalistisch arbeite. Gezwungen, weil der Umzug auch die Netzwerke erst verdünnt und dann oft gänzlich aufgelöst hat. Ich bin in der Branche nicht mehr "drin".

    Das ist sicher auch der Grund, warum mir entgangen ist, dass am 14. Oktober schon die zweite Umsetzung eines Andreas Franz-Romans auf SAT.1 läuft…

  • Ein Plädoyer für STAR TREK ENTERPRISE: PIKE


    Aus der Abteilung "wird nicht passieren, sollte aber" Der Versuch von STAR TREK DISCOVERY, mit dem zweiten Captain der Enterprise (nach Robert T. April, vor James T. Kirk) und der Hinzunahme von Spock etwas Fan-Bauchpinselei zu betreiben, war gleichzeitig erfolglos und erfolgreich: zwar wurde die zweite Staffel dadurch etwas bunter und abwechslungsreicher, aber gerade im direkten Kontrast zeigten sich die Schwächen von DISCO (Schiff und Crew) noch einmal umso deutlicher. Michael Burnham, das ist "besorgter Dackelblick und ständiges Zaudern", Christopher Pike hingegen ist "schelmisches Zwinkern und mutiges Vorangehen"…

  • Heißer Herbst: Worauf ich mich freue


    Die LvA und ich sind auf der Zielgeraden einer tollen Miniserie, die ich dieser Tage auch noch besprechen werde. In diesem Zusammenhang ist mir wieder aufgefallen, dass ich ein Fan dieser aufwändig produzierten, weitgehend abgeschlossenen Mehrteiler bin. Für "richtige" Serien mit 22 Folgen und mehreren Staffeln habe ich kaum noch die Zeit.

    Es lässt sich nicht bestreiten, dass wir in einer goldenen Ära spektakulärer Adaptionen leben, die mit GAME OF THRONES (vielleicht auch schon mit DEADWOOD oder CARNIVALE) begann und kein Zeichen von Ermüdung zeigt…