• Die Vergangenheit der Zukunft: Seltsamer Zufall oder… Aliens?!


    Mein Gehirn arbeitet nach seltsamen Maßstäben. Es würde mich vermutlich nicht darauf hinweisen, wenn ein 16 Tonnen schwerer Truck auf mich zu rast – aber wenn eine Textzeile in einem 85 Jahre alten Promo-Film irgendwie bekannt klingt, springt es an und verlangt, dass ich das recherchiere.

    Jeder hat schon mal von dem angeblich schlechtesten Film aller Zeiten gehört: PLAN 9 FROM OUTER SPACE. Ed Wood’s sympathisch grottige "Grabräuber aus dem All"-Mär ist Legende und wird auch in Tim Burtons ED WOOD thematisiert.

    Jeder Trash-Fan kennt daher auch das Intro mit dem Hollywood-"Hellseher" Criswell, der uns den Schund als "based on a true story" verkaufen will…

  • First Impressions: Das Wortvogel Open Air Kino 2024 ist eröffnet!


    Die LvA und ich schauen gerne abends gemütlich fern: Dokumentationen, Back-Shows, Serien, 9gag-Videos. Wir sitzen im Sommer aber auch gerne auf unserer wunderschönen umlaufenden Terrasse:

    Vor ein paar Tagen konfrontierte mich die LvA mit der Frage, ob man beides nicht kombinieren könne:

    "Gibt es da nicht so Beamer, mit denen man draußen schauen kann?"

    Ein Auslöser der Frage war sicher auch die Tatsache, dass wir in diesem Sommer zweimal Karten für Open Air Kino hatten, beide Vorführungen aber wegen Gewittern im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen waren…

  • The most 80s EVER!!!


    Ich habe schon häufiger gemutmaßt, dass unsere Erinnerung an die Jahrzehnte selten den kompletten Jahrzehnten gilt – "die 60er" meinen meistens die zweite Hälfte der 60er, während "die 70er" am typischsten im mittleren Drittel waren. Auch das, was wir stilistisch mit "den 80ern" verbinden (NDW, New Wave, Popper, Italo-Pop, Edding, Zauberwürfel), ballte sich primär in der ersten Hälfte.

    Für mich war dieses Musikvideo immer "peak 80s", ein Best of des Worst of, eine komprimierte Brausekugel an Geschmacklosigkeit unter Einbeziehung von Mode, Musik Frisur, Sexappeal, Farben und Technik:

    Tatsächlich bin ich allerdings vor zwei Tagen auf den Mitschnitt einer TV-Sendung gestoßen, die den ollen Zaza glatt vom Thron kegelt, gerade weil sich hier das verbliebene Spießertum der 80er auf die Ringermatte mit dem unterstellten "Geschmack der heutigen Jugend" begibt…

  • Cover me: Ein Lied geht um die Welt


    Beim Zappen durch die vielen Kanäle meiner Teleboy-App blieb ich kürzlich bei einer Clip-Show hängen, die "Klassiker" des Italo-Pop präsentierte. Das brachte mir diese Nummer von 1982 wieder in Erinnerung – ein echter Banger vor dem Herrn:

    Das ganz große Gefühl, die sensationelle Gitarre – Sieger in San Remo. Läuft bei mir dieser Tage in "heavy rotation", wie man so sagt.

    Nun ist es keine neue Erkenntnis, dass der deutsche Schlager sich in den 80ern gerne bei den Italienern bediente. Es wurde gecovered, was nicht bei 3 auf den Bäumen war…

  • Die Vergangenheit der Zukunft unserer Gegenwart


    Es gibt Entwicklungen, die klingen nach Science Fiction – und bleiben es erstmal auch. Immer wieder werden sie als "bald" angekündigt, ohne je den Durchbruch zu schaffen. So wurde seit den 40ern in jedem Jahrzehnt das Zeitalter des Video-Telefons beschworen. Hier nur eins von vielen Beispielen:

    Tatsächlich war die Technik einfach noch nicht soweit, gekoppelt mit der Erkenntnis, dass viele Menschen am Telefon nicht beobachtet werden wollen. Der Mehrwert war nicht zwingend genug, um die Entwicklung zu forcieren.

    Heute? Heute können wir per Facetime, WhatsApp, Zoom, Teams und Skype von Angesicht zu Angesicht telefonieren, ohne dass es besondere Kosten verursacht oder einen zusätzlichen Apparat braucht – mit "nur" 70 Jahren Verspätung…

  • Die Zukunft war Zelluloid: Space Oddities


    Ich habe ja schon öfter von meiner Zeit als Redakteur beim GONG erzählt – und der Tatsache, dass ich im Haus damals als "der Science Fiction-Experte" galt. Oft wurde ich von Fans darauf angesprochen, dass unser Magazin in den 70er und 80er Jahren tolle Fotoromane zu Serien und Kinofilmen veröffentlich hatte:

    Wer mehr darüber wissen will, kann es hier nachlesen. Es ist eine so lustige wie ernüchternde Geschichte. Die Wahrheit tut mitunter weh.

    In den 90ern waren die Fotoromane bereits out, ich bin ziemlich sicher, dass zu "meiner" Zeit keiner mehr produziert wurde…

  • Mumpitz, Monstren, Mutationen: Die dunkle Seite der Daily Soaps


    Es gibt gerade in den Zeiten des Internets nur wenige "blinde Flecken" für Genre-Fans. Wer auf Horror, Science Fiction und Fantasy steht, kann sich über die Abenteuer mutiger Kosmonauten ebenso informieren wie über die Prügeleien maskierter mexikanischer Wrestler. Philippinische Superhelden? Been there, done that, bought the t-shirt.

    Tatsächlich gibt es aber eine Quelle von Genre-Motiven, auf die bisher kaum das hässliche Licht der Recherche geleuchtet wurde: die Soap Operas, in Deutschland auch gerne als Daily Soaps bezeichnet. Weil die Überschneidung der Zielgruppen von REICH UND SCHÖN und SAW relativ gering ist, bleiben die melodramatischen Perlen im Tagesprogramm weitgehend unentdeckt…

  • Piloten ist nichts verboten: The unknown "true kings of TV"


    Sie sind nicht die Schönsten, nicht die Berühmtesten, nicht die Bekanntesten – aber es wird euch überraschen, dass sie vermutlich die Reichsten sind…

    Letzte Woche ist Robert Butler gestorben. Das wird kaum jemand von euch mitbekommen haben und die häufigste Reaktion auf die Meldung war denn auch ein milde interessiertes "Robert wer?".

    Robert Butler war ein TV-Regisseur. Es ist das Schicksal von TV-Regisseuren, relativ wenig Ruhm und Macht zu ernten – Serien verkaufen sich über die Stars, über das Konzept. Während im Kino "der neue Spielberg" läuft, kündigt niemand eine neue Serie mit "der Pilotfilm ist von Robert Butler"…

  • Alles nur geklaut: Das gänzlich undeutsche deutsche Fernsehen (2)


    Man sollte meinen, dass das deutsche Fernsehen Anfang der 80ern schon genug aus den Kinderschuhen gewachsen war, um sich nicht mehr ständig am US-Markt zu orientieren. Aber weit gefehlt: Mit leichter Unterhaltung tat man sich immer noch schwer, es gab keine Soaps, keine Late Night Shows, keine Sitcoms. Da war noch viel Luft nach oben.

    Die zweifellos prägenden großen Serien der 80er waren "Das Traumschiff" und "Die Schwarzwaldklinik" – verfilmter Kitsch, der mehr dem deutschen Nachkriegs-Melodram verpflichtet war als dem Anspruch an irgendeine bundesrepublikanische Wirklichkeit…

  • Glotzen bis zum kotzen: Ein Fernsehabend in den 70ern


    Das deutsche Fernsehen vor dem Start des Privatfernsehens Mitte der 80er war erheblich behäbiger, spießiger, trister und weniger am tatsächlichen Interesse des Publikums interessiert als wir uns heute erinnern. Nach der Maxime "bilden, informieren, unterhalten" wurde gesendet, was man für richtig hielt, um das Fernsehvolk auf Spur zu halten. Das System der Rundfunkanstalten sorgte schnell dafür, dass sich verkumpelte Redakteure, Produzenten und Regisseure die Aufträge hin und her schieben konnten – bei teilweise (für damalige Verhältnisse) astronomischen Gehältern und Honoraren. Dabei fällt auf, dass man sich in erschreckender Weise und fast ausschließlich am Entertainment-Verständnis der Vorkriegszeit orientierte: Sendungen wie KLIMBIM, NONSTOP NONSENS und viele Show-Galas knüpften an das klassische Varieté und den Stummfilm an, wirkten schon damals bieder und anachronistisch…