Thema: TV-Kritik
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Trotz aller Probleme des amerikanischen Marktes, überhaupt neue Stundenserien zu etablieren, sah es für Freunde des SF-Genres nach einer guten Saison aus: es wurde sehr viel angekündigt, teilweise von den wirklichen Koryphäen der Branche. Science Fiction is alive and well…
Je näher die Ausstrahlungstermine rücken, desto düsterer wird allerdings das Bild: "Caprica" hat mich nicht überzeugt, und ob die Serie mittelfristig das Erbe von "Battlestar Galactica" stemmen kann, wage ich doch schwer zu bezweifeln.
"Galactica"-Neuerfinder Ron Moore hat aber ein weiteres Eisen im Feuer: "Virtuality", die Story einer Raumschiff-Besatzung, die sich die Zeit mit Holo-Simulationen vertreibt, und außerdem Bestandteil einer "Big Brother"-artigen Reality-Show ist, die zur Erde übertragen wird…
Manchmal fallen Sachen einfach zusammen: Ihr erinnert euch sicher, dass ich vor ein paar Tagen davon erzählt habe, wie "Family Guy" immer wieder aus der Zeichentrick-Realität ausbricht.
Bei "Bones" ging es in der aktuellen Episode andersrum:
Vielleicht erinnert sich der eine oder andere Leser noch an diesen Beitrag, in dem ich es ziemlich interessant fand, dass der Programmdirektor der ARD die Chancen der neuen Vorabend-Soap mit dem Satz bewertet: "Wenn sie gut gemacht ist, wird sie auch Erfolg haben". Das klang so gar nicht nach Zuversicht – eher nach strenger Aufforderung an die Produktionsfirma.
Vier Monate lang versicherte Herres, die Serie sei tatsächlich gut gemacht, und dazu noch, logo, eine ganz neue Programmfarbe. Aus "Made in Germany" wurde derweil "Eine für alle", und aus "Billie" wurde "Lilli"…
Man kann der Zeichentrickserie "Family Guy" vieles vorwerfen – besonders, dass sie von popkulturellen Referenzen und irrelevanten Querverweisen besessen ist. Ich mag die Serie genau dafür – und für ihre Bereitschaft, um eines beliebigen Gags willen einen absurden Aufwand zu betreiben.
Mein Favorit wird wohl auf ewig die Episode "Da Boom" bleiben, in der es zur nuklearen Apokalpyse kommt, die sich aber glücklicherweise als Traum von Pamela Ewing herausstellt. Sehr lange glaubt man, die Macher hätten sich einfach die entsprechende alte Szene aus "Dallas" ausgeliehen – mitnichten:
In einer aktuellen Episode dated Hund Brian den Reality-Star Lauren Conrad, was wieder zu einem denkwürdigen Ausbruch aus dem Zeichentrick-Universum führt:
Es spricht für den Einfluss der Macher, Talkshow-Hosts von den konkurrierenden Networks NBC und CBS dafür gewinnen zu können…
Im Flieger habe ich mal "4 Hochzeiten und ein Todesfall" gesehen. Die Szene, in der Hugh Grant zu spät aufwacht, und drei Minuten lang nur noch und wiederholt "fuck!" schreit, war nachsynchronisiert worden. Er rief nun permanent das akzeptablere "bugger!". Sitzen ja schließlich auch Kindern im Flugzeug.
Kuschel-Neuvertonung ist in den US nicht unüblich, besonders bei Filmausstrahlungen im Free TV. Es gibt halt Kraftausdrücke, die sich nicht einfach wegschneiden oder runterdrehen lassen, ohne dass es brutal auffällt.
Oft werden auch beim Dreh schon verschieden unflätige Versionen gedreht…
Heute halte ich mich ein wenig knapper, weil das Thema nicht ausufern soll – und weil die meisten hier vorgestellten Serien auch keine langen Arien wert sind.
"Whitechapel"
Fangen mit der Serie an, die meine einleitenden Worte eigentlich Lügen straft – "Whitechapel" ist ziemlich gut. Aber die Serie hatte nur drei Folgen. Darum braucht man nicht viele Worte verlieren. Es geht um einen jungen und ehrgeizigen Chief der Londoner Polizei, der mit seine Bande von faulen Veteranen eine Mordserie aufklären will, die sich immer deutlicher als ein Remake der Taten Jack the Rippers herausstellt…
Heute geht es ans Eingemachte – die großen Serienstarts der letzten Monate. Obwohl ich die neue US-Saison 08/09 für eine der schwächsten der letzten 20 Jahre halte (auch angesichts des anhaltenden Show- und Reality-Booms), haben sich in den letzten Wochen ein paar durchaus sehenswerte Produktionen einen Sendeplatz erkämpft. Eine größere thematische Bandbreite als in diesem Beitrag wird sich kaum finden lassen.
"Harper’s Island"
Fangen wir mit “Harper’s Island” an, einem Mystery-Projekt, mit dem CBS das in den 70ern populäre Genre der “Maxi-Serie” neu beleben möchte…
Über die Oster-Feiertage hatte ich endlich mal wieder Zeit, ein gutes Dutzend neue TV-Serien anzuschauen, die sich auf meiner Festplatte angesammelt hatten. Es stellte sich heraus, dass sich daraus leicht fünf Beiträge schinden lassen:
Die Oster-Specials der Kult-SF-Serien “Dr. Who” und “Red Dwarf” Neue große Serien wie “Castle”, “Krod Mandoon”, “No. 1 Ladies Detective Agency”, “Harper’s Island”, etc. (zwei Teile) Reviews zu weniger relevanten neuen Serien wie “Stormworld”, “Surviving Suburbia”, “In the Motherhood”, u.s.w. Der Boom der neuen Impro-Comedy-Serien wie “Free Radio”, “Head Case”, “Party Down”, etc…
Ihr erinnert euch an meinen Artikel von gestern, in dem ich mich über den Schnösel aufgeregt habe, der für den SyFy Channel "Das Phantom" spielen soll?
Sage einer, es könne nicht schlimmer kommen – heute wurden die Bilder des modernisierten Kostüms veröffentlicht:
Wie ihr wisst, arbeite ich gerade ein paar Serien auf, die in den letzten Monaten liegen geblieben sind. Meine Gedanken zur letzten Staffel "Battlestar Galatica" kennt ihr ja.
Weil in ein paar Tagen der neue Doktor seinen Dienst aufnimmt, fühlte ich mich ein wenig unter Druck, jetzt die vierte Staffel "Dr. Who" durchzuackern. Wenigstens hat die Serie in britischer Tradition nur 13 Folgen, und nicht 20 oder mehr.
Ich erinnere mich nur noch grob an das Ende der dritten Staffel: die neue Gefährtin Martha Jones war nach nur einer Staffel zur Schwesterserie "Torchwood" gewechselt, und durch das SF-Fandom war ein kollektives Aufheulen gegangen, weil nun mit Catherine Tate eine Komödiantin robusteren Alters die Rolle der Gefährtin übernehmen sollte…