Thema: TV-Kritik
337 Artikel
Heute läuft auf SAT.1 die neue Arztserie "Klinik am Alex" an – und der Produzent hat auf Quotenmeter.de sichtliche Probleme, die Unterschiede zu "Grey’s Anatomy" aufzuzeigen, ohne wieder bei den Ähnlichkeiten zu landen:
Was unterscheidet «Klinik am Alex» von dem US-Format?
Wir sind moderner und temporeicher. Die Storys sind stärker nach vorne ausgerichtet und eliptischer erzählt. Unser Ensemble ist gleichberechtigter. In den USA hat Grey eine überragend tragende Rolle, das gibt es bei uns in dieser Form nicht. Natürlich steht bei uns Luisa Keller im Mittelpunkt, aber alle Ärzte sind unglaublich wichtig…
Ich weiß, ich hänge mit der “Movie Mania 2009” hinterher, aber manchmal muss der Beruf Vorrang haben. Das dürfte sich zum Wochenende allerdings etwas entspannen, und deshalb verpasse ich dem US-Fernsehen mit diesem Beitrag einen schnellen Rundumschlag, was die Neustarts angeht.
Auch in Amerika geht es den Fiction-Serien momentan nicht gut. Immer mehr Sendeplätze werden von Shows und Reality-TV usurpiert, NBC schafft für die Neuausrichtung von Jay Lenos “Tonight Show” sogar den 22.00 Uhr-Sendeplatz für Serien ab. Die Zeiten, in denen man locker ein Dutzend großartiger Sitcoms in einer Woche sehen konnte, sind definitiv vorbei…
Eigentlich klingt es albern: Ich hasse “Smallville”. Keine Serie sollte solche Gefühle provozieren können, zumal jeder Zuschauer die Möglichkeit hat, bei einer Aversion einfach das Programm zu wechseln. Ich sollte “Smallville” schlicht nicht mögen, und es dementsprechend auch nicht gucken.
Aber ich hasse “Smallville”.
Heute ist ein guter Tag, um euch zu erklären, warum.
Ich bin ein Superhelden-Fanatiker. Ich habe als Kind schon die Comic-Hefte verschlungen. Marvel oder DC? I’m a DC kid all the way, man. An coole Verfilmungen und TV-Serien war damals gar nicht zu denken, aufwändige Spezialeffekte gab es für so etwas nicht…
Ich konnte es nicht. Ich konnte mir das Elend gestern Abend nicht live ansehen. Ich habe die RTL-Sendung "Prophezeiung 2009" aufgezeichnet, und statt dessen eine neue Folge der Serie "Jonathan Creek" angeschaut, in der es darum geht, angebliche Zauberei zu entlarven. Wie passend.
Aber ich hatte ja versprochen, mich des Themas anzunehmen, und das halte ich auch. Auf mich ist schließlich mehr Verlass als auf Nostradamus…
Zuerst einmal muss ich festhalten, dass die Sendung nicht das war, was ich erwartet hatte. Es wurde nicht mit Aufnahmen von Raben und Mondschein Gruselatmosphäre geschaffen, keine Nachrichtenbilder der Kennedy-Ermordung oder von 9/11 mussten künstlich Drama suggerieren…
Drüben bei DWDL gibt es ein vergleichsweise lesenswertes Interview mit dem Programmdirektor der ARD, Volker Herres. Besonders neugierig war ich auf den Teil, in dem Herres über "Made in Germany" spricht, die neue Soap für den tödlichen 18.50 Uhr-Sendeplatz. Im Vorfeld hatte man ja von Problemen mit der Qualität der Drehbücher, und einer damit verbundenen Verschiebung gehört. Herres lässt sich zu folgender, womöglich unvorsichtig konkreter Aussage hinreißen:
Zuerst war ich instinktiv geneigt, zu widersprechen – wenn das deutsche Fernsehen in den letzten Jahren etwas bewiesen hat, dann doch wohl, dass die Gleichung "Qualität = Quote" in der Regel nicht aufgeht…
Craig Ferguson erklärt, warum er die Golden Globes für den unwichtigsten Fernsehpreis hält:
BONUS : Bis heute einer meiner Lieblingsgags aus der Pilotfolge der kurzlebigen "The Tick"-Realserie – Batmanuel am Handy:
Horst Tappert ist tot. War’s der hypernervöse Neffe der querschnittgelähmten Millionärswitwe in Grünwald? Eine Überdosis wattierter Trenchcoat? Pensionsbedingte tödliche Langeweile? Oder die Affekttat eines seit Jahrzehnten übergangenen Kollegen?
Mehr als ein Schauspieler – eine Legende der 70er und 80er Jahre ist von uns gegangen. Schade.
Mystery hat es in Deutschland, mit Ausnahme von Serien wie "Akte X" und "Buffy", sehr schwer. Deutsche Mystery hat es noch schwerer, obwohl die Sender seit Jahren immer wieder Projekte entwickeln, die in diese Richtung gehen. Nur leider wird auf halber Strecke meistens der Stecker gezogen, weil man sich in letzter Konsequenz nicht an ein Genre traut, das oft genug nicht einmal die Autoren verstehen, die es schreiben sollen.
Die Mysteryphobie erreicht in diesen Tagen einen neuen Höhepunkt: Nachdem RTL den fertig produzierten (und im Herbst im ORF gelaufenen) Frauen-Gruselfilm "Das Geheimnis des Königssees" vorläufig aus der Programmplanung gestrichen hat, kippt man auch die geplante Ausstrahlung der fertig produzierten Mystery-Serie "Die 25…
Kontext: Dr. House versucht in der neuen Episode "Joy to the World" zur Abwechslung mal, nett zu den Patienten zu sein. Eine Frau, die sich über die mangelnde Wirkung ihres Asthmasprays beschwert, bittet er freundlich, den Inhalator vorzuführen. Sie ist empört, dass er sie für zu dumm hält, das Gerät richtig zu benutzen – und zeigt ihm, wie sie sich damit den Hals einsprüht.
Ich freue mich nicht über die Tatsache, dass RTL die Produktion der "Action-Soap" eingestellt hat. Jede Fiction-Serie, die eingestellt wird, bedeutet den weiteren Wegfall von Sendeplätzen, an deren Bestückung ich berufliches Interesse habe. In den letzten Jahren sind die Slots für Serien derart zusammengestrichen worden, dass es für viele Autoren existenzbedrohend wird. Wo es keinen Sendeplatz gibt, braucht es auch keine Drehbücher. In diesem Kontext ist die Einstellung von "112", "Plötzlich Papa", "Dr. Molly und Karl", "R.I.S.", "Deadline", "Herzog", etc. eine Katastrophe für die Zunft…