Thema: TV-Kritik
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Disclaimer : Nach einer heftigen Auseinandersetzung über die inhaltliche und stilistische Qualität des Online-Angebots "Quotenmeter" bot mir die Redaktion 2007 überraschend eine bezahlte Mitarbeit an. Dieses habe ich abgelehnt, und schreibe seither sporadisch für die Konkurrenz DWDL. Ich kritisierte damals u.a., dass die Kolumne "Riedners Filme" nicht nur qualitativ inakzeptabel sei, sondern auch Filme ohne jeglichen aktuellen Bezug bespreche – der Zuschauer erhalte gar nicht die Möglichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden.
"Riedners Filme" is back! Und in der neuen Form sogar mit aktuellem Bezug – die besprochenen Filme laufen laut QM "innerhalb der nächsten Tage"…
Es ist nicht "Spaced", nicht mal "Coupling" – Grundgütiger, ich fand "My Hero" witziger! Aber "No heroics" hat einen gewissen lässigen Charme, und es ist allemal faszinierend, wie die Briten das Thema Superhelden als Sitcom durch den Kakao ziehen:
Kann man aus sowas eine lang laufende Serie machen? Keine Ahnung. Aber "Electroclash" ist süß, und das allein dürfte mich durch die erste Staffel bringen…
Warren Ellis findet’s auch gut.
NACHTRAG: IMDB vermeldet "Only 7.3 million people tuned in, far below the 12.7 million who watched the two-hour Knight Rider TV movie in February."
Ich hatte seinerzeit den TV-Film zu neuen "Knight Rider"-Serie böse verrissen. Zu meiner Überraschung stand ich damit nicht allein: selbst hartnäckigste KITT-Apologeten wandten sich mit Grausen. Unter 42 Kommentaren zur Kritik gab es nur zwei, die lauthals forderten, der Serie eine Chance zu geben, weil: alles wird besser, alles wird gut.
Okay, sage mir keiner nach, ich wäre ein Spielverderber. Ich habe mir eben (Hulu sei Dank) die erste offizielle Folge der neuen Serie angesehen, und mich dabei durchaus von meinen Vorurteilen frei gemacht…
Es ist nichts besonderes, wenn man Jon Stewart und die "Daily Show" mag. Oder Stephen Colbert und den "Colbert Report". Das Internetz macht es einfach, die skurrilen Späße über die ganze Welt zu verteilen. Colbert und Stewart haben es auf die Cover von "Rolling Stone", "GQ", und diverse andere Hochglanzmagazine gebracht. Ihre Satire-Sendungen sind für junge Amerikaner meinungsbildender als die klassischen News-Medien.
Traditionelle Late Night-Shows hingegen habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen: ich war mal ein Fan von Leno, aber der wurde irgendwann zu platt…
In der neuen Ausgabe des SPIEGEL fordert Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) ein komplettes Werbeverbot für die öffentlich-rechtlichen Sender.
Die Idee ist nicht neu, und wird interessanterweise aus gänzlich verschiedenen Motiven immer wieder aufgebracht. Oettinger z.B. hält die duale Finanzierung aus Werbung und Gebühren für einen unfairen Wettbewerbsvorteil, den die öffentlich-rechtlichen Sender jetzt sogar massiv ins Internet und das Digital-TV ausweiten wollen. ARD und ZDF wehren sich mit dem Argument, der Staatsauftrag (bilden, informieren, unterhalten) beschränke sich nicht auf ein spezifisches Medium oder eine spezifische Hardware, und dürfe außerdem nicht dem profitorientierten Privatfernsehen überlassen werden…
Montag starten gleich zwei neue Daily Fiction Formate, wie man neudeutsch so schön sagt: "112" aus dem Hause actionconcept, sowie "Anna und die Liebe" mit Jeanette Biedermann. Ich habe beide schon gesehen, verkneife mir aber ausführliche Kritiken, weil ich a) befangen bin, und b) keine Zeit habe. Die Quoten werde ich aber mit Interesse verfolgen.
Natürlich wird derzeit viel getrommelt für die beiden neuen Serien, denn RTL hätte zu gerne ein funktionierendes Format um 17.00 Uhr, und SAT.1 hätte zu gerne wieder einen Erfolg vom Schlage "Verliebt in Berlin"…
Dank Internet, DVD und Kabel Deutschland Digital habe ich mit Fernsehwerbung nicht viel am Hut. In den letzten zwei Tagen ist mir aber einiges unter die Augen gekommen – und hat zu mehr Fragen und Verwirrung geführt als zu echtem Produktinteresse:
Wieso klebt die Oma ihrer singenden Hippie-Bauernschar bei der Rügenwalder Mühle vor dem Verzehr noch ein Label auf die Wurst? Wie kann ein läppischer Tagesablauf mit "Arbeit, Mittagessen mit Freunden, zweiter Termin, Abendessen mit Kai" als so anstrengend ("1 Woche in 1 Tag gepackt")…
Es gibt eine neue Horror-Anthologie im US-Fernsehen. Mal wieder. Was hatten wir da nicht alles in den letzten paar Jahren: Strange Frequency, Shadow Realm, Ghost Stories, Twilight Zone, Night Visions, und natürlich Masters of Horror. Bis auf letztere alles Flops. Anthologien sind, und das weiß man seit den 50er Jahren, notorisch schwer durchzuhalten, weil der Zuschauer kein vertrautes Setting bekommt, keine Charaktere, auf die er sich Woche für Woche freuen kann.
"Fear itself" präsentiert schon im Vorspann den größten Malus, den man als Horror-Produktion heutzutage mitbringen kann:
Jawoll, Mick "Ich verfilme jede Stephen King-Story, die nicht bei 3 auf den Bäumen ist" Garris…
Vor einiger Zeit dämmerte mir, dass ich den eigentlich Grund, diese Webseite aufzumachen – Präsentation meiner Arbeit – immer vernachlässigt habe. Zwar gibt es hier launige Anekdoten und schräge Geschichten zuhauf, aber die Kategorie Arbeitsproben ist praktisch noch verwaist.
Das soll sich ändern. In den nächsten Wochen werde ich sukzessive Teile meiner Drehbücher und Romane online stellen, und von deren Entstehung erzählen.
Den Anfang macht ein Exzerpt aus der zweiten Fassung des Drehbuchs von "Vollgas!". Der fertige Film hieß dann auf ProSieben "Vollgas – gebremst wird später", was ich sehr unglücklich fand…
In der Branche heißt es: Seinen ersten Set-Besuch vergißt man nicht. Das stimmt.
Bei mir war das „Cluedo“, die komplett in die Hose gegangene Krimi-Mitrate-Sendung von SAT.1 aus dem Jahr 1992, basierend auf dem gleichnamigen Brettspiel. Ich war damals frisch angeheuerter Randspalten-Abtipper bei der Fernsehzeitschrift GONG. Man hatte uns per Bus in das Schloß Leonberg gekarrt, in dem die Fiction-Elemente gedrehten worden waren, und bei Sekt und Häppchen konnten wir uns mit den Stars unterhalten. Ich brachte die SAT.1-Sprecherin ziemlich in Verlegenheit, als ich ganz naiv fragte, wie denn das Mitrate-Element für die Zuschauer funktionieren solle, wenn nicht nur die fiktionalen Einspieler, sondern auch die Studio-Sequenzen samt Moderation schon vorproduziert seien…