Thema: TV-Kritik
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Ist meedia jetzt der neue "safe haven" für Heulsusen? Es ist ja eine Sache, wenn ich mit einer ordentlichen Packung Häme die aufgeblasenen, aber inhaltsleeren Nabelschauen des "jungen Journalismus" in bento und bei meedia auseinander nehme. Muss da wirklich ausgerechnet der VICE-Chefredakteur der Schreiber-KiTa beispringen und betroffen salbadern, dass man den kleinen Schneeflöckchen doch nicht vors Schienbein treten dürfe und diese – doch, doch – einen irgendwie wichtigen Beitrag leisten? Weil die sprachlichen Massenkarambolagen, die allen Ernstes als "new journalism" verstanden werden wollen, selbst gescheitert noch als mutiger Versuch zu preisen sind…
Es ist zugegebenermaßen nicht leicht, im Wust der neuen Miniserien, Serien und TV-Blockbuster (zu denen sich immer mehr Filme gesellen, die fürs Kino vorgesehen waren) das zu finden, was einem wirklich gefällt. Spoilt for choice nennt man das, oder etwas teutonisch fatalistischer: die Qual der Wahl. Hinzu kommt, dass die LvA und ich viele, aber nicht vollständige Schnittmengen in Sachen Fernsehgeschmack haben: amerikanisiertes Drama und billige Action scheren sie nicht, trübe skandinavische Serienkiller-Dramen lassen mich kalt. Aber man findet eigentlich immer "the best of both worlds"…
Ob die Show nun abgesetzt oder auf Wunsch des Moderators beendet wird – "Conan" endet auf TBS im nächsten Jahr. Nach 28 Jahren wird "the ginger kid" Conan O’Brien erstmals keine Late Night Show mehr bestreiten. Und obwohl ich von der TBS-Version nur Bruchstücke mitbekommen habe, macht mich das melancholisch. Weil Conan so lange in der Branche ist wie ich, weil er immer da war, egal, wo ich war – GONG, ProSieben, Tandem. Er war eine Konstante, mehr noch als Letterman und Leno. Er war wie die "Lindenstraße", die ja in diesem Jahr ebenfalls zu Ende gegangen ist…
Disclaimer: HERE BE SPOILERS!
Ich hätte über die neue STAR TREK DISCOVERY-Episode nichts geschrieben. Im begrenzten Rahmen der Serie schafft Folge 3 etwas holperig das, was schon Folge 1 der dritten Staffel hätte schaffen müssen: das "neue" Universum wird etabliert, die Crew schafft angepasste Strukturen für das Leben in der Zukunft, erste Bösewichte und mögliche Alliierte werden vorgestellt. Nicht gut, aber auch nicht so schlecht, dass man sich ellenlang drüber auslassen müsste.
Dann aber machte ich den Fehler, direkt im Anschluss die erste Folge der neuen Staffel THE MANDALORIAN anzuschauen…
Weil ich ein dummes Schaf bin, habe ich NATÜRLICH auch die zweite Folge der dritten Staffel angeschaut. Es steht STAR TREK drauf – was soll ich machen?! Ich möchte allerdings erneut keine komplette Kritik schreiben, weil das andere Leute besser können, die den aktuellen Nachgeschmack der Franchise nicht mit Pepto Bismol runterspülen müssen. Stattdessen hier einfach ein paar ungeordnete Gedanken, die mir auf halber Strecke gekommen sind.
Folge 2 bringt uns zum titelgebenden Schiff zurück und schon das ist bizarr: wie in der ersten Staffel scheint man nicht der Meinung zu sein, dass das Schiff Dreh- und Angelpunkt der Serie ist oder zumindest sein sollte…
Ich habe mir gestern Abend die Mühe gemacht, die erste Episode der dritten Staffel von DISCO anzuschauen. Und die Formulierung "die Mühe gemacht" ist dabei nicht zufällig gewählt. In den letzten Wochen habe ich ja auch STAR TREK LOWER DECKS geschaut (wohl LDS abgekürzt). Ich könnte nun zwei Reviews schreiben, aber selbst wenn die seitenlang wären, wären sie zu kurz. Weil sie zu kurz greifen würden. Die aktuellen Star Trek-Serien zu besprechen braucht Kontext. Und darum erstmal nur kurz:
STAR TREK LOWER DECKS: Eine launige, stilistisch eindeutig TNG verpflichtete Zeichentrickserie, die weder die Brillanz von FUTURAMA noch den Zynismus von RICK & MORTY erreicht, aber im Rahmen des Trek-Universums trotz etwas zu hysterischer Figuren durchaus unterhalten kann…
Ich gestehe: das hier ist schon sehr speziell. Andererseits: WENN ihr drauf anspringt, ist euer Wochenende gerettet.
Dass ich das britische Fernsehen liebe, ist bekannt. Ich habe in den 70ern mit "Das Haus am Eaton Place" angefangen, mit den "Profis", später mit "Der Doktor und das liebe Vieh". Vor der Jahrtausendwende war das englische Fernsehen allerdings oft eine Geduldsprobe: billig produziert, mit grausamen Frisuren, schlechten Zähnen und viel beige, orange und braun. Eine TV-Kultur wie der Gelsenkirchener Barock. Die deutliche Verbesserung in Sachen Budgets und Inhalte ist der zunehmenden Internationalisierung in den letzten 30 Jahren zu verdanken…
Vor Jahren habe ich mal angemahnt, dass nicht nur die deutsche Kulturgeschichte, sondern gerade auch die Quasi-Monopol-Stellung der öffentlich-rechtlichen Sender ein viel breiteres Spektrum an unterhaltsamen Dokumentationen ermöglichen sollte. Ich listete damals spontan folgende Ideen:
Der lange Weg nach Deutschland: Das Heilige Römische Dritte Weimarer Kaiserreich der Bundesrepublik Dichter und Denker: Die große Schriftsteller, die großen Entdecker, die großen Erfinder, die großen Philosophen Deutschland als Filmnation: der deutsche Stummfilm, Film im Dritten Reich, das Nachkriegs-Kino, der Neue Deutsche Film, das Kino der DDR Die Studentenbewegung der 60er Jahre Die sexuelle Revolution in Deutschland Die Friedensbewegung Die Geschichte der deutschen Parteien Die Edgar Wallace-Filme Varieté, Disco, Ballermann: Deutsches Nachtleben Griechischer Wein: eingedeutschte Exotik im deutschen Schlager Pop up: Die Neue Deutsche Welle der 80er Steeger, Orlowski, Schaffrath: Der deutsche Sexfilm Von der Schweinshaxe zum Toast Hawaii: Die deutsche Küche Widerstand: Die deutsche Frauenbewegung Aus dem Schatten: Die Schwulenbewegung Vom Kabarett zur Comedy: Der deutsche Humor Kind sein in deutschen Reichen Kein schöner Land: Die Geschichte des Umweltschutzes in Deutschland Kritik der Kleinbürger: Liedermacher Pizza, Sushi, Coca Cola: Kulturelle Einflüsse im deutschen Alltag Tatsächlich hat sich seither was getan, auch wenn die wirklich beeindruckenden und nicht nur aus kommentierenden Comedy-Köppen bestehenden Clip-Shows eher noch die Ausnahmen sind…
Ich bekomme immer noch viele Newsletter von Produktionsfirmen und Verleihern, die ich meistens kurz überfliege, bevor sie in den digitalen Papierkorb wandern. Manchmal wundert mich, was da von PR-Leuten formuliert wird, um sich um die offensichtlich dümmsten Ideen herum zu schwadronieren.
Neulich erst regte ich mich darüber auf, dass immer mehr Filmklassiker zu Serien verwurstet werden, auch wenn die Storys das im Einzelfall gar nicht hergeben. Klar, WESTWORLD kann man über mehrere Staffeln ziehen, bei SNOWPIERCER wird es schon schwieriger – aber DAS BOOT? Was soll das…
USA 2020. Regie: Dean Parisot. Darsteller : Keanu Reeves, Alex Winter, Samara Weaving, Brigette Lundy-Paine, Kristen Schaal, William Sadler, Erinn Hayes u.a.
Story : Eigentlich hätten die Teenager Bill und Ted, aka die Wyld Stallyns, mit einem kraftvollen Rocksong die Menschheit, die Erde und die Zukunft retten sollen. Dummerweise sind sie nie dazu gekommen, den Song tatsächlich zu schreiben und nun droht die völlige Auflösung aller Realitäten – in 77 Minuten. Weil für die Arbeit im Studio keine Zeit bleibt, kapern die beiden alt gewordenen Slacker eine Zeitmaschine, um den Song quasi von sich selbst zu klauen…