• Wir müssen über THE ORVILLE reden…


    Das hier fällt mir schwer.

    Nach über drei Jahren ist in den USA vor ein paar Wochen die letzte Staffel der besten Star Trek-Serie gestartet, die nicht Star Trek heißen darf:

    War es anfänglich schwierig, THE ORVILLE und DISCOVERY zu vergleichen, so ist es dieses Jahr leichter – THE ORVILLE und STRANGE NEW WORLDS sind sich deutlich ähnlicher. Dabei geht es nicht immer um besser oder schlechter: mögen die ORVILLE-Effekte auch manchmal DOCTOR WHO-Niveau haben und Seth MacFarlane ungefähr das Charisma von Anson Mounts linkem Schuh, so punktet THE ORVILLE mit einem TNG-Retro-Charme, der fast unwiderstehlich ist…

  • Final Thoughts: STAR TREK: STRANGE NEW WORLDS


    Okay, die erste Staffel STRANGE NEW WORLDS mit 10 Folgen ist durch. Wer meine erste Einschätzung gelesen hat, der weiß, dass ich vom Start durchaus begeistert war. Konnte die Serie meinen Enthusiasmus halten und nähren, oder setzte mal wieder das berüchtigte "first season syndrome" ein?

    Entwarnung. STRANGE NEW WORLDS hat sich mit erstaunlicher Geschichte nicht nur als die aktuell beste, sondern vielleicht generell beste Trek-Serie aller Zeiten etabliert. Die erste Staffel ist ein Füllhorn an Action, Effekten, Konzepten, Drama und einer erstaunlich kompakten Handhabung der Crew-Beziehungen – etwas, bei dem DISCOVERY und PICARD weitgehend versagt haben…

  • Scharlatan-TV


    "There’s a sucker born every minute."
    (angeblich P.T. Barnum)

    Ich bin im Urlaub – was mich nicht davon abhält, an der größten Blogreihe der Wortvogel-Geschichte zu arbeiten (dazu demnächst mehr). Nun gehört es zu den Eigenheiten der Recherche, dass man immer wieder Sachen ausgräbt, die nicht ganz zum Thema passen, in der Ballung aber selber einen Beitrag wert sind. Ein Spinoff quasi, die COLBYS zum deutlich populäreren DENVER-CLAN.

    Ebenso gehört es zu den Eigenheiten der Recherche, dass der Spinoff ein Eigenleben entwickelt, wenn man ihn genauer betrachtet…

  • Spoilerzone: STAR TREK – STRANGE NEW WORLDS (Episoden 1-3)


    Es ist ein wenig voreilig, schon nach drei Folgen eine Spoilerzone einzurichten, da die nächsten Episoden vermutlich/hoffentlich einen Großteil der aufgeworfenen Fragen beantworten werden. Aber sei’s drum.

    Folge 2 war ein deutlicher Abstieg gegenüber Folge 1 – zu viel Rumgequatsche, zu viele esoterische Konzepte. Aber zu meiner Überraschung hat Folge 3 die Scharte wieder ausgewetzt – super Effekte, ein typischer Trek-Plot (eine mysteriöse Seuche breitet sich an Bord aus), und ein paar interessante Einsichten in die Charaktere.

    Gedanken zu Folge 1 Der Zeitrahmen der Serie ist bisher noch völlig unklar…

  • Watching LOTTA IN LOVE again – for the first time


    Die Veteranen werden sich erinnern: Mein Blog startete im August 2006, aber wirklich los ging es erst 2007 mit einem Mehrteiler über die Produktion meiner Telenovela LOTTA IN LOVE, die von März 2006 bis August 2007 ausgestrahlt wurde und ein lukrativer, aber schmerzhafter Flop war.

    Es gibt Tage, da wache ich immer noch mit der Titelmusik im Kopf auf:

    Neulich habe ich mal eins meiner Cloudkonten auf den Fernseher gestreamt und meiner Frau lauter digitale "Antiquitäten" aus der LOTTA-Zeit vorgespielt: Musikaufnahmen, Rohschnitte, Interviews, Blooper.

    Was in meiner Sammlung immer fehlte: Die komplette Serie…

  • First Look: STAR TREK: STRANGE NEW WORLDS (spoilerfrei)


    Vor zweieinhalb Jahren habe ich ein Plädoyer für STAR TREK: PIKE geschrieben, für eine Rückkehr zum klassischen Star Trek-Prinzip der Enterprise-Crew mit klarer Aufgabenteilung und wöchentlichen Missionen, zur Begeisterung für das "out there", zur Suche nach "strange new worlds". Ein Gegenentwurf zur unsäglichen "woke-ness" und aufgezwungenen Diversität von DISCOVERY, der weinerlichen Innerlichkeit, den ständigen all-umfassenden Melodramen, die am Ende zu nichts führen und nichts erreichen. Back to the basics.

    It’s here. And I am home.

    STAR TREK: STRANGE NEW WORLDS ist die Serie, auf die ich gehofft hatte…

  • Arabella Night: Debakel in Nahaufnahme


    Wer hier schon länger mitliest, der weiß ja, dass ich nach meiner Zeit beim GONG und vor meiner Zeit bei TANDEM auch über vier Jahre für Pro7 gearbeitet habe. Vor ein paar Tagen war ich mal wieder in Unterföhring und mein ehemaliger Arbeitsplatz sieht aktuell so aus:

    1995 noch hochmodern, heute abgerissen. Wir alle verlieren gegen die Zeit.

    In den 90ern war ich beruflich bei vielen Aufzeichnungen von Fernsehsendungen. Großes Entertainment war eigentlich immer der QUATSCH COMEDY CLUB, der in Ismaning vor die Kameras ging…

  • Historische Legasthenie: THE IPCRESS FILE


    Ich wollte eigentlich nur eine Kritik zur sechsteiligen Neuverfilmung des Len Deighton-Romans THE IPCRESS FILE schreiben, der in den 60ern schon mal den Durchbruch von Michael Caine brachte und Beginn der Harry Palmer-Reihe war:

    Bei der neuen Version hat man sich wahrlich nicht lumpen lassen – das hier ist ein Style-Orgasmus, eine Designer-Agentenserie, die teilweise an MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE erinnert und die Welt, die bei der ersten Adaption Gegenwart war, im Rückblick zu einem gelackten Swinging Sixties-Comic umdeutet. Offensichtlich hat man sich von QUEEN’S GAMBIT inspirieren lassen:

    Uns hat es sehr gut gefallen – die Aufteilung in sechs Teile gibt dem komplexen Plot des Romans mehr Raum, die Darsteller sind hervorragend und Joe Cole empfiehlt sich für weitere Adaptionen der Deighton-Schinken…

  • The Wrongness of Trekking


    Ich wollte eigentlich wieder was mit den alten BRAVO-Ausgaben machen, aber mein Firmenrechner ist abgeraucht und hat die Clippings mitgenommen. Darum hier ein kleiner Snack, bis ich das wieder aufgearbeitet habe.

    Heute wurde auf Facebook allenthalben diese Grafik geteilt:

    Ich weiß, dass diese Angaben weder die Mehrheit der Trekker repräsentieren noch der etablierten Kritik. Sie bilden primär krude den momentanen Kenntnis- und Erregungszustand einer Generation ab, die bei der Erstausstrahlung von Kirk & Co. noch gar nicht geboren war. Während aktuelle Produktionen tendenziell immer besser beurteilt werden, weil sie präsenter sind, werden Vorurteile über vergangene Serien gerne ins Extrem zementiert…

  • First Look: GUARDIANS OF JUSTICE, OUR FLAG MEANS DEATH, TROPPO, THE BOYS PRESENTS: DIABOLICAL


    Ich habe diese Woche ein wenig Freizeit genutzt, um diverse Serien-Neustarts zu schauen. Ein paar stehen noch aus (z.B. MURDER IN PROVENCE), andere habe ich erstmal auf Halde gelegte (die zweite Staffel PICARD ging mir bereits nach zehn Minuten unsäglich auf den Senkel). Wie üblich schaue ich mich dabei eher etwas abseits vom Mainstream um, weil – Mainstream kann jeder.

    THE GUARDIANS OF JUSTICE Den Anfang macht eine neue Superheldenserie, die wie THE BOYS, JUPITER’S LEGACY und INVINCIBLE ein dunkles Spiegelbild der Justice League präsentiert, um daraus eine genüssliche und gewalttätige Dekonstruktion des DC-Universums zu stricken…