• Schulblödchen-Report: Der sympathisch-alberne Alltag der 80er Jahre


    Weil es gerade in den Zeitgeist passt: Ich bin ja an einer link(sliberal)en Gesamtschule in Düsseldorf für das Leben gebildet worden. Ich erinnere mich an eine Deutschstunde, in der sich eine Klassenkameradin weigerte, ein Gedicht zu analysieren, weil es (aus dem Kopf zitiert) die Zeile enthielt, der Himmel spanne sich über die Erde. Das war in ihren Augen unverzeihlich, unverkennbar und unerfreulich sexistisch – der (männlich!) Himmel dominiert die (weiblich!) Erde. Ein Klassenkamerad, der bis dahin primär durch entspanntes Schweigen aufgefallen war, seufzte hörbar in den Raum: "Mach doch mal ’ne Therapie"…

  • Mein viertes Wohnzimmer: So much 00s…


    Nachdem es einigen Lesern anscheinend gefallen hat, ihre Erinnerungen mit meinen abzugleichen, wollte ich auch weitere typische Arbeits/Wohnzimmer meines Lebens mit euch teilen. Leider ist das nicht so einfach.

    In der Wohnung, in die ich nach der Wohnung in der Nymphenburger Straße gezogen bin, herrschte Luxus – über 130 Quadratmeter nur für mich, mit Galerie und separatem Bad und Dusche. Arbeitszimmer und Wohnzimmer wurden erstmals aufgeteilt. Leider gibt es davon kaum noch fotografische Dokumentation:

    Geile Wohnung, ungeile Wohngegend. Leider. Man muss sich vor Augen halten, dass 1997 in Zorneding an Internet nicht zu denken war und der Fernseher nur sieben Programme empfing…

  • Kostenlos, aber nicht umsonst: Social Media Influencer als Produktparasiten


    Es gibt gerade mal wieder eine Fehde, die ist zu saftig, um sich nicht drüber zu amüsieren. In kurz: Die erfolgreiche YouTuberin Elle Darby fragt bei einem Hotel an, ob sie dort kostenlos wohnen dürfe, wenn sie dann kräftig für das Hotel trommle – in Vlogs, auf Instagram, etc. Das Hotel reagiert unerwartet: man zeigt Elles Anfrage hämisch kommentiert auf Facebook und schwärzt ihren Namen (absichtlich?) so, dass er mit ein wenig Justierung der Helligkeit doch noch zu lesen ist.

    Ein Shitstorm bricht los, Elle wird als geizig-gieriges YouTube-Miststück an den digitalen Galgen gehängt, das Hotel bringt sogar noch T-Shirts mit Nachtretereien raus…

  • Drei Meinungen wider meinen Charakter


    Ich habe hier und andernorts schon häufiger gefordert, dass "wir" besser sein müssen als "die". Weil wir doch angeblich die mit dem moralischen Anspruch sind, die mit dem Recht auf unserer Seite, die "Guten". Das ist keine Plattform, die man einfach beansprucht, um von oben auf andere hinab zu schauen. Es ist eine Verantwortung. Im Idealfall ist es auch anstrengend, denn wir wissen ja aus Star Wars, dass die Dunkle Seite der Macht so verführerisch ist, weil sie alles so leicht, einfach und klar wirken lässt…

  • Mein erstes Wohnzimmer: So much 90s…


    Ich werde dieses Jahr 50. Das schreibe ich ohne Wehmut. Ich werde nämlich gerne 50. Das Alter, Zipperlein und Brille inklusive, schreckt mich nicht. Und darum werde ich auch mit einem gewissen Wohlwollen über mein Leben schreiben, wenn es in die zweite Halbzeit geht. 20 Jahre Kindheit und Jugend in Düsseldorf, 25 Jahre pralles Leben in München, 5 Jahre die neue Rolle als Ehemann und fest angestellter Schreiberling.

    Bis dahin werfe ich dann und wann ein paar nostalgische Brosamen hier rein.

    Beim üblichen Aktenwühlen zum Jahresbeginn bin ich z.B…

  • Auch 2018 aktuell: 2017


    Willkommen im Neuen Jahr! Wir sind heuer Silvester wieder daheim geblieben, haben "Bake Off: Crème de la Crème" und "Monaco Franze" geschaut, Festplatten und Keller aufgeräumt und die nächste Reise geplant.

    Glücklicherweise wissen wir mittlerweile, dass unsere beiden Katzen mit dem Feuerwerk gut umgehen können – während andere Stubentiger sich im Bad hinter der Toilette verkriechen, springen Becky und Rufus begeistert auf die Ablage des einzigen Fensters, bei dem wir die Rolladen nicht runtergelassen haben, und schauen fasziniert nach draußen, wo es knallt und blitzt…

  • Eine Anekdote (1): Weihnachtsgeschenke


    Ich werde vielleicht in nächster Zeit immer mal wieder einzelne Erinnerungsfetzen aufschreiben, damit sie nicht verloren gehen, wenn meine grauen Zellen nach und nach auf dem Gedächtnisfriedhof begraben werden. Wenn sich das bewährt, mache ich eine unregelmäßige Reihe daraus.

    Wo wir gerade bei Weihnachten sind – ich bin nicht schwer zu beschenken. Oder sehr schwer. Das ist eine Frage der Einstellung. Mir ist egal, was ein Geschenk kostet. Für mich zählt – ganz Klischee – der Gedanke dahinter. Ich möchte, dass man sich überlegt, was man mir schenkt…

  • Das Gesetz des Dschungels in unserem Garten


    Es passiert gewöhnlich eher wenig im Garten. Wir wohnen ja mitten in der Stadt und da ist es schon ein Ereignis, wenn mal eine Katze durchschlendert oder eine Amsel eine kurze Trinkpause einlegt. Jetzt im Winter ist sowieso Schicht im Schacht.

    Bis eben.

    Wie es aussieht, wollte ein kleiner Vogel sich entspannt nach Regenwürmern umschauen und hüpfte auf dem verrottenden Laub herum. Und das hat wohl aus der Höhe ein Bussard (Milan? Falke? Adler?) gesehen und zum Sturzflug angesetzt. Whäm! Ein Piepmaz weniger, ein voller Greifvogel-Bauch mehr…

  • No! Sleep! Til Eighteen!


    An dieser Stelle lasse ich gemeinhin ein paar salbungsvolle Worte fallen, die euch sentimental einschmieren und davon überzeugen, dass der Dewi vielleicht doch kein herzloser Drecksack ist, in dessen Brust nur das Getriebe einer alten Taschenuhr tickt. Irgendwas gleichzeitig Herziges und doch Herzergreifendes, das über die Feiertage in euch nachköchelt und immer wieder leise "hach…" macht.

    Aber da ich dieses Jahr zu Hause bin und vermutlich sogar Zeit haben werde, immer mal wieder ein paar Worte zu schreiben, erübrigt sich das. Es gibt keine Feiertagspause beim Wortvogel…