Thema: Mix
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Wer meine Webseite schon mehr als drei Jahre liest, oder den "Zufälig"-Button fleißig betätigt, der dürfte gewahr sein, dass ich keine Autogramme sammle. Ich habe als Journalist und als Drehbuchautor viele bekannte Leute getroffen, aber es ist ungesund für das ausgeglichene Miteinander, den Fanboy raushängen zu lassen.
Nicht, dass ich es für andere Leute nicht tun würde – einer Engländerin habe ich mal ein Autogramm von Nick Lea besorgt, als der u.a. für ProSieben die Serie "Once a Thief" drehte. Bei einem Kumpel hätte ich mich nicht ohne ein Autogramm von Eva Habermann sehen lassen dürfen, nachdem ich sie am Set meiner "Märchenstunde" gesehen hatte…
Ihr dachtet wohl, ich hätte es vergessen, oder? Nein nein, ich habe zwei Teile versprochen, dann mache ich auch zwei Teile.
Fangen wir mit einer Serie an, die schon vom Start weg stolperte: "Conan" mit Ralph Moeller. Zu billig, zu einfallslos, zu wenig Sympathie für die Figuren – sowas kommt raus, wenn ein Trittbrett-Produkt (in diesem Fall von "Hercules" und "Xena") nur die Oberfläche kopiert, aber den Spirit des Originals nicht einfangen kann. Moeller mühte sich redlich, aber gegen die Skripts und das mangelnde Budget kam er einfach nicht an – von Stuntcasting wie Verona Feldbusch (als "wütende Dorffrau")…
Ich bin beeindruckt, dass die ARD letzte Woche 60 Jahre alt geworden ist – nicht begeistert. Ich schaue den Sender nur noch selten, und immer mehr geht mir diese Mischung aus spießiger Betulichkeit und angestrengt lässiger Jugendanbiederei auf die Nerven. Bin ich dafür zu alt? Oder zu jung?
Was ich aber mag, sind Retrospektiven, und tatsächlich hat man sich im Ersten Deutschen Fernsehen bequemt, eben nicht nur die erwartbar überflüssigen Selbstbeweihräucherungen unter beckmannscher Selterslaune in die Primetime zu hieven – den echten TV-Fans gönnte man auch vier lange Nächte von jeweils fast sechs Stunden mit genau dem, was es zu feiern gilt: gutes Programm…
Es gibt Marken, die dominieren ihren Bereich derart, dass sie synonym damit werden: "Tempo" für Papiertaschentücher, "Pampers" für Windeln, "Wortvogel" für Qualitätsjournalismus. Oft kann man sich eine Welt ohne bestimmte Marken gar nicht mehr vorstellen – McDonald’s, BILD, ALDI, VW, Tchibo, ADAC. Es sind mehr als Produkte oder Dienstleistungen: Es sind Eckpfeiler der Konsumgesellschaft.
Als ich kürzlich durch die Münchner Innenstadt fuhr, kam ich an einem "Reno"-Schuhgeschäft vorbei. Das ist nicht weiter erstaunlich, aber früher war in diesem Gebäude ein "Quelle"-Laden. Schlagartig und fast schon schmerzhaft wurde mir bewusst, dass Quelle, neben dem Otto Versand DAS Synonym für Versandhandel, nicht mehr existiert…
… WTF? Ernsthaft! Eben noch bei strahlendem Sonnenschein gefrühstückt, und jetzt das:
Meine Kröte wäre fast erschlagen worden! Geht’s noch?
Da habe ich mir erstmals die "SFT" gekauft. Ich dachte: Sicher eine Art gedruckte Sammlung von News und Feeds der relevantesten Geek-Seiten, aufgehübscht mit vielen Produktfotos und Rezensionen. Der übliche Mischmasch, den eigentlich kein Mensch braucht, der eine halbwegs gepflegte Bookmark-Liste hat.
Ausgegeben habe ich die 4,50 Euro dann auch hauptsächlich deshalb, weil der DVD-Beileger allein schon den Kaufpreis rechtfertigt: Der exzellente Sci-Thriller "Cypher" von "Cube"-Regisseur Natali ist ein unverkanntes kleines Meisterstück, und die erste Folge von "Mad Men" nimmt man dann gerne auch mit…
… irgendwann erwische ich dich.
Dich , der du zerknüllte Papiertaschentücher und Zigarettenpackungen der Einfachheit halber in meinen Briefkasten schmeißt.
Dich , der du nur fast leere alte Starbucks-Becher mit einem fetten Kaffee-Rand auf den Sattel meines Motorrollers stellst.
Dich , der du gestern einen leeren Eisbecher (samt Löffel) in den Heckscheibenwischer meines Autos geklemmt hast.
Irgendwann erwische ich dich. Wie dumm die Idee war, mir deinen Dreck aufzuhalsen, wird dir vermutlich erst zwei Tage später klar, wenn der Schmerz nachlässt. Obwohl ich nicht nachtragend bin und gewöhnlich niemanden für die Fehler anderer bezahlen lasse, werde ich dich nämlich verhauen…
Schaut auch zuerst mal die Mädels von 1944 hier an – die "Ross Sisters" wirken im ersten Augenblick wie eine Kopie der "Andrews Sisters", aber ab 1:00 nimmt das Video eine ganz krasse Wende. Bis zum Ende dranbleiben!
Nicht weniger, aber anders spektakulär – Google Earth nutzt jetzt die Fotos von Streetview in der 3D-Ansicht von New York:
Wenn sie jetzt noch die GPS-Daten aller Android-Nutzer nutzen, um in Echtzeit Sim-Avatare ihrer User drin rumlaufen zu lassen…
Bei Burgerking gibt es derzeit USB-Sticks:
Gut, mit 1GB sind das nicht gerade Speicherriesen, und die neckischen Hartplastik-Aufsätze bereiten Probleme mit der Platzierung und anderen USB-Geräten – aber für 2,99 Euro (und nur 7,99 Euro für das "Sparmenü" aus USB-Pommes, Hamburger, und Fritten) ist es trotzdem ein lustiges Schnäppchen, wenn man einen Stick für allerlei Kleinkram braucht, der sich in der Tasche leicht auffinden lässt…
Wenn der dämonische Nachwuchs uns dereinst kichernd auf dem scharlachroten Altar den Großen Alten opfert, um in unserem Blut seine unheilige Macht zu finden, soll keiner sagen, wir wären nicht gewarnt worden:
Geht ja auch nicht, dass die Kinder unkontrolliert "lateinische Worte" lernen…
Der konkreten Bedrohung widerspricht allerdings die Meldung, dass "Harry Potter" es heuer nicht einmal mehr in die Top 10 der am meisten von besorgten Eltern und Lehrern angeprangerten Bücher geschafft hat. Dafür auf Platz 5: "Twilight".
O tempora, o mores!
Mich hat heute ein Leser dieses Blogs angeschrieben, der die SAT.1-Serie "Blackout" gerne mal komplett sehen möchte, was aber daran scheitert, dass der ambitionierte Krimimehrteiler nie auf DVD veröffentlicht wurde.
Kann einer von euch helfen, z.B. mit einem unbürokratisch zu versendenden DVD-Mitschnitt?
Hier ist die Email, und mein Dank ist euch gewiss.