Thema: Mix
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Letzten November habe ich schon mal über das Airberlin-Bordmagazin geschrieben – ein erschreckend lieblos zusammen gestoppeltes Blättchen mit Produktwerbung, Reisethemen light, und bedauerlich wenig Substanz angesichts der Tatsache, dass man hier ohne Rücksicht auf Verkaufszahlen interessanten Travel-Journalismus betreiben könnte. Aber nein: Letztes Mal war es Marius Müller-Westernhagen, diesmal verehren wir Kultrocker Peter Maffey, weil er armen Kindern hilft. Und wir lernen, dass die drei Sängerinnen von Apassionante nicht nur hübsch sind, sondern auch den neuen Airberlin-Warteschleifen-Song aufgenommen haben (der schauerlich ist – ich will "Flugzeuge im Bauch, im Blut Kerosin" wiederhaben!)…
Ich muss/darf derzeit wieder sehr viel für die LandIdee schreiben, darum wird es in den nächsten Tagen eher kleine Kuriositäten und Fundstücke geben, und weniger lange Texte.
Heute was zum Thema "Pornos können ganz schön frech sein".
Dieses Bild ist sicher eine der kulturprägendsten der 70er Jahre:
Wie müssen damals die Leute in der Porno-Videothek ihres Vertrauens geguckt haben, als sie das Cover von "Little Orphan Dusty" sahen?
Ab und an schneien bei uns Kataloge von Versendern rein, die sich den Nimbus von Stil und Geschmack, von Exklusivität und Lifestyle geben: Heine, Sharper Image, Impressionen. Es gibt den Wäschekorb aus patiniertem Treibholz, den attraktiven Türstopper in Kranichform aus Edelstahl, und den Luft-Ionisator aus der Raumfahrt.
Klar, dass man da keine Tchibo-Schnäppchen bekommt, und besonders vom Tagespreis aktuelle Technik würde ich dort nicht kaufen. Man zahlt halt immer einen "Premium-Aufschlag".
Heute kann ich das mal wieder schön belegen. Bei der Badewannen-Lektüre im neuen Heine-Katalog stieß ich nämlich auf folgendes Angebot:
149 Euro…
Es gibt Shop-Kombinationen, deren Sinn und Zweck mir verschlossen bleibt:
Wenigstens ist es genau das, was draußen geschrieben steht: Eine Kombination aus Sonnenstudio und Schuhladen. Mitunter wird es nur etwas problematisch, weil sich der Schuh-Bereich im Gegensatz zum Solarium an die gültigen Öffnungszeiten halten muss.
Ihr erinnert euch an die aufblasbare Baby-Badewanne, die ich als Zeitschriftenbeileger auf Ibiza erstanden habe, um meiner Schildkröte eine adäquate Balkonresidenz bieten zu können?
Vollzug:
Man sieht ihm das vielleicht nicht sofort an – aber er ist ekstatisch. Besonders die Möglichkeit, dank des Badetuchs eigenmächtig das Planschparadies zu verlassen, steigert seine Lebensfreude.
Es ist bloß die Werbung für eine Bank, und vielleicht liegt es einfach daran, dass das Foto in Schwarzweiß ist – aber immer, wenn ich an diesem Plakat vorbei komme, denke ich unwillkürlich und zwanghaft "Wieso wirbt Rudolf Heß für die Hypo?":
Mein Angebot für Sie, Mr. Churchill?!
Ich empfehle natürlich Fullscreen und HD:
Sicherlich eines der besseren Beispiele für Machinima-Produktionen, und mit John Hillcoat ("The Road") war ja auch ein Regisseur dran, der durchaus ein Gespür für Atmosphäre und Drama mitbringt. Ich kann mir nicht helfen, aber ich habe das Gefühl: Die schöne neue Machinima-Welt kommt immer näher…
Zu dem Thema habe ich noch mehr zu sagen. Am Wochenende.
39 Steps
Hitchcocks „39 Stufen“ als Theaterstück zu erzählen, ist wahrlich keine leichte Aufgabe: Es gibt sehr viele Spielorte, dazu Außenaufnahmen, Massenszenen, und nicht zuletzt einige Verfolgungsjagden (u.a. auf einem fahrenden Zug). Und das ist nur die Produktionsseite: inhaltlich ist „39 Steps“ längst vergilbt, dem Kriminalfilm der 30er verpflichtet, und nur schwer glaubwürdig zu erzählen. Ein modernes Publikum wird kaum die Tatsache schlucken, dass ein Show-Mentalist sich die Pläne für eine Superwaffe merken soll, um sie den Nazis zu stecken.
Die Macher der Londoner Version von „39 Steps“ haben deshalb getan, was vielleicht konsequent, aber auch einen Tacken größenwahnsinnig ist: Sie haben eine Komödie draus gemacht…
Symbolfotos sind eine ganz tolle Sache – was täten Online-Medien ohne sie?
Ich screenshotte mich heute mal selber, weil das Bild zum entsprechenden Artikel bei BILD leider nicht mehr online ist:
Irgendwie tut mir die Blondine leid – erst erwischt der Conficker-Virus ihren PC, und jetzt wird sie auch noch beim Online-Banking behumst:
Natürlich ist das kein Einzelfall – besonders bei Telefon-Abzockern macht BILD immer gerne mit dem gleichen Symbolfoto auf, das eine Brünette zeigt, die latent angewidert auf ihren Telefonhörer schaut.
Aber es kommt noch besser…
Ich will jetzt nicht anfangen, regelmäßig Beiträge von AICN zu recyceln, und voraussichtlich morgen kommt auch wieder ein richtiges Wortvogel-Reportage-Monster – aber da ich in letzter Zeit viel über Kostüme von Superhelden berichtet habe, will ich euch das hier nicht vorenthalten:
Ich bleibe dabei: Wenn man bedenkt, wie albern der Typ in den Comics aussieht, ist das hier eine echte Meisterleistung…