Thema: TV-Kritik
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Ich gebe zu, ich bin ein wenig spät dran – THE MARVELOUS MRS. MAISEL startete in den USA im März 2017 und machte Corona-bedingt von 2019 bis 2022 Pause, um nach 43 Folgen im Mai diesen Jahres ins Finale zu gehen. Diverse Leute, denen ich durchaus vertraue, haben mir die Serie immer wieder empfohlen, aber ich entscheide so etwas nach Bauchgefühl – und was soll ich denn mit den Abenteuern einer jungen jüdischen Comedienne im New York der ausklingenden 50er anfangen? Andererseits hatte ich auch nie gedacht, dass mich das Schicksal einer Schachspielerin in den 60er Jahren begeistern könnte…
Im Nachklapp zur deutschen TV-Geschichte der 70er bin ich darauf gekommen, endlich mal ein Thema aufzugreifen, das mich seit Jahren umtreibt. So deutsch das Fernsehen besonders in seinen frühen Jahren auch gewirkt haben mag – oft genug hat es lediglich erfolgreiche Formate aus dem Ausland übernommen. In einigen Fällen hat man die Rechte für eine lokale Version eingekauft, oft genug hat man sich aber exakt so weit "inspirieren" lassen, dass man gerade noch an einer Klage vorbeischlitterte. Oder auch nicht.
Dabei fällt auf, dass diverse legendäre deutsche Fernsehmacher, die Zeit ihres Lebens für revolutionäre Formate standen, zu den fleißigsten Kopisten gehörten…
Der Titel ist Clickbait. Fallt nicht darauf rein! Eigentlich müsste es heißen:
Dr. Wortvogel oder: Wie ich lernte, die Bombe zu schreiben Morgen geht meine Kritik zu einem neuen Kinofilm mit Liam Neeson online. Um den Beitrag nicht ausarten zu lassen, ziehe ich die damit verbundene Ausgabe von "Wortvogels kleiner Schule der Filmdramaturgie" etwas vor.
Die Bombe. Sie ist einer der potentesten Pfeile im Köcher des Drehbuchautors. Als plötzliche Explosion setzt sie den Plot in Gang oder beendet ihn, mit einem Timer erzeugt sie fast zwangsläufig Spannung…
Time flies when you are having fun – schon wieder knapp zehn Wochen rum.
Nach einer nicht perfekten, aber enorm unterhaltsamen ersten Staffel waren die Erwartungen groß. Würden die Macher das Niveau halten können? Würde man am Konzept schrauben, es schleifen oder verschlimmbessern?
Entwarnung. Die zweite Staffel von STRANGE NEW WORLDS ist… immer noch STRANGE NEW WORLDS. Beste Trek-Serie, bester Captain, bester Look.
Um einen ganz kurzen Abriss zu geben: Mit "The broken circle" gibt es einen extrem aufwändigen, kino-esken Einstieg, gefolgt von der bottle show "Ad astra per aspera", an der sich die Geister scheiden…
Disclaimer: Ich verwende die Begriffe Gebühren und Haushaltsabgabe äquivalent. Das ist nicht wertend zu sehen und auch nicht meiner Ignoranz geschuldet.
Langjährige Leser kennen meine ambivalente Meinung zu den Öffentlich-Rechtlichen: notwendig, unflexibel, lobenswert, reformbedürftig.
Nun steht wieder eine Debatte über die TV-Gebühren an. Mir ist durchaus bewusst, dass der Finanzbedarf der Sender von einer unabhängigen (?) Kommission ermittelt wird, aber die Stoßrichtung ist immer die gleiche – es braucht deutlich mehr Geld. Die Intendanten jammern auf Kommando, dass man sonst ganz doll sparen müsste. Viele tolle Formate und viele verdiente Mitarbeiter seien dann nicht haltbar…
ACHTUNG: Dieser Beitrag enthält "soft spoiler", die zwar nicht auf die Handlung der Episode eingehen, aber eventuelle Überraschungen enthalten. Your decision!
Es war im Trailer der neuen Staffel STAR TREK: STRANGE NEW WORLDS geteasert worden: Es würde einen Crossover mit STAR TREK: LOWER DECKS geben. Was vor allem deshalb kurios ist, weil LOWER DECKS eine klassische Trickserie ist und man die Protagonisten Boimler und Mariner dafür in die "live action" heben muss.
Nicht weniger kurios: Paramount+ hat die Episode von Donnerstag dieser Woche auf den Sonntag vorgezogen, zusammen mit einem Trailer der neuen vierten LOWER DECKS-Staffel – smart promo move:
Nun hat die zweite Staffel STRANGE NEW WORLDS zwar nach dem hervorragenden Opener etwas nachgelassen, weil man sich doch wieder zu sehr auf das Innenleben der Figuren konzentriert, statt auf wöchentliche Missionen, aber ich freue mich immer noch wie ein Teenager auf jede neue Folge…
Kollege Christian Lukas verkündete gestern Abend auf Facebook:
"Am heutigen 23. Juni 2023, 23.25 Uhr, habe ich meine Liebe zu Star Trek offiziell beendet. Star Trek kann dann in den Müll."
Ich dachte zuerst, er meint die relativ schwache zweite Episode der neuen STRANGE NEW WORLDS-Staffel. Ein bisschen Recherche belehrte mich allerdings eines Besseren. Deadline hat es wohl zuerst vermeldet, auf deutsch kann man es gut bei Trekzone nachlesen.
tl;dr – der Streamer Paramount+ setzt diverse Serien ab und nimmt sie auch zeitnah aus dem Programm…
Die Welt der Science Fiction-Franchises bleibt spannend, weil nicht nur die fiktionalen Welten großen Verwerfungen unterworfen sind – auch untereinander machen sich BABYLON 5, ORVILLE, STAR TREK, STAR WARS, Marvel und DC immer wieder die Plätze streitig. So war STAR TREK vor drei Jahren relativ out: Die Kinofilmreihe tot, DISCOVERY zunehmend peinlich, PICARD schwach. ORVILLE war das bessere TREK, STAR WARS schickte sich an, seine Dominanz auch ins Fernsehen zu übertragen. Marvel machte mit ein paar exzellenten Serien dort weiter, wo man im Kino aufgehört hatte…
Wir befinden uns in einem neuen Goldenen Zeitalter für TV-Serien. Es entspricht den Gesetzen des Marktes, dass alles abgegrast wird, was irgendeinen Wiedererkennungswert für die Zuschauer besitzt, was Gefühle von Nostalgie und Jugend heraufbeschwört, was sich verkaufen lässt, ohne lange erklärt werden zu müssen. "built in audience" nennt man das – darum gibt es nach DAS BOOT und DER HERR DER RINGE demnächst auch eine TV-Neuauflage von HARRY POTTER.
Eine potente Zielgruppe sind dabei die erwachsen gewordenen Kids der 80er und 90er, denn sie neigen ganz besonders zur Verklärung und investieren ihr Geld gerne in Streaming und Sender, die ihnen die Seele cremen mit Neuauflagen von DARK CRYSTAL, WILLOW, der MUPPET SHOW und THAT 70’S SHOW…
England, 2002-2015. 28 spielfilmlange Episoden. Creator: Anthony Horowitz (CRIME TRAVELLER, MURDER IN MIND, COLLISION). Darsteller: Michael Kitchen, Honeysuckle Weeks, Anthony Howell, Ellie Haddington, Tim McMullen u.a.
Es gibt ja den schönen Spruch, dass man mitunter zu seinem Glück gezwungen werden muss. Im Fall von FOYLE’S WAR fällt darunter die wiederholte Aufforderung des Ehepaars Briem, die Serie nach dem Ende aller POIROT-Folgen dringlich anzuschauen. Warum wir uns so zierten? Wir kannten die Hauptdarsteller nicht, hatten nie von der Serie gehört und der Zweite Weltkrieg als Hintergrund einer britischen Krimiserie schien uns auch nicht so attraktiv…