• Verspätete Gedanken zu "Captain America 2"


    Ja, ich nenne ihn "Captain America 2". Weil die Unsitte, die Nummerierung wegzulassen, zunehmend für Verwirrung sorgt und weil BEIDE alternativen Titel in meinen Augen Kappes sind. "Captain America: The Winter Soldier"?

    Abgesehen davon, dass die Bezeichnung "Winter Soldier" im Film keinerlei Bedeutung hat, ist die Figur des "Winter Soldier" weder elementarer Bestandteil der Handlung, noch der tatsächliche Gegner von Cap. Genau genommen ist er ein glorifizierter Henchman. Genauso gut hätte man den dritten Spider-Man "Spider-Man: Sandman" nennen können, oder "Batman & Robin" lieber "Batman: Poison Ivy"…

  • Die meinungsbildende und meinungshemmende Macht der Minderheiten


    Stefan regt sich drüben über Akif Pirinçci auf – als Vorleistung zur Lektüre dieses Beitrages vielleicht sinnvoll.

    Pirinçci, Sarrazin, Matussek, Broder: Alle beschreien sie eine empfundene Macht der Minderheiten, eine Diktatur, die der jeweils sehr flexibel definierten Mehrheit ihren Willen aufzwingt und ihr das (hart erarbeitete!) Geld abnimmt. Homosexuelle, Frauen, Ausländer und/oder Hartz 4-Bezieher streben an die Fleischtöpfe, lassen sich vom korrupten Politestablishment durchfüttern, die Rechnung zahlen am Ende "wir alle", was offensichtlich Homosexuelle, Frauen, Ausländer und/oder Hartz 4-Bezieher nicht mit einschließt. Etwas liberalere Schreihälse substituieren "wir" durch "der Steuerzahler", maskulin natürlich, die Steuerzahlerin ist durch Mutterschutz und Frauenquote ja selber auf der Seite des Bösen, eine ganze Batterie von Minderheiten versteckt sich in ihrer Mehrheit…

  • Blindflug des Bösen: Fantasy Filmfest Nights 2014 (3)


    Ich hatte in den letzten Wochen nicht einmal Zeit, mich mit der augenscheinlich problematischen Verleihgeschichte von „Snowpiercer“ zu beschäftigen, einer koreanisch-amerikanischen Adaption eines französischen Endzeitcomics, die für den US-Release auf Geheiß von Harvey Weinstein um 20 Minuten erleichtert werden sollte. Nach einem Geek.Aufschrei wurde der US-Edit ad acta gelegt und „Snowpiercer“ kommt wohl ungeschnitten in die deutschen und amerikanischen Kinos. Ob sich das Fandom damit einen Gefallen getan hat, wage ich allerdings zu bezweifeln. Ich selbst hatte bei dem über zwei Stunden langen Eiszeit-Eisenbahn-Epos mehrfach das Gefühl, man hätte in der Edit-Suite etwas mehr Disziplin walten lassen dürfen…

  • Blindflug des Bösen: Fantasy Filmfest Nights 2014 (2)


    Zweiter Tag der Fantasy Filmfest Nights – die eigentlich Fantasy Filmfest Weekend heißen müssten. Ich habe am Mittag die Wohnung in Schwabing endgültig geräumt, dafür steht nun mein Haus in Obergiesing wieder frei. Dort wird in den nächsten Monaten renoviert, dass die Schwarte kracht. So bleibt mir immer eine Unterkunft, wenn es mich doch mal in die bayerische Hauptstadt treibt.

    „Wolf Creek 2“ ist heute der Opener gewesen. An das Original erinnere ich mich nur sehr rudimentär – ein ziemlich zynisch-brutaler Outback-Slasher, der seine Protagonisten wie im Staffellauf krepieren ließ…

  • Blindflug des Bösen: Fantasy Filmfest Nights 2014


    Ich bin noch nie so unvorbereitet, so übermüdet und so gestresst zu einem Festival gefahren. Die letzen sieben Tage war ich komplett mit dem Umzug nach Speyer beschäftigt. Ich habe mit meinem Handwerker heute morgen so lange Regale geschleppt und Kisten ausgeräumt, bis ich dringlichst auf die Autobahn musste, um im 350 Kilometer entfernten München nicht zu spät zum ersten Film zu kommen. Auf der Fahrt in die Stadt habe ich bei einem Supermarkt gehalten, um ein paar Notrationen einzukaufen, die mich zwischen den Vorführungen auf den Beinen halten sollen…

  • Face to face mit dem Fehlerteufel


    Gerade war ich im REWE hier um die Ecke. Den Kühlschrank fülle ich ja aktuell angesichts des bevorstehenden Umzugs nur noch punktuell. An den Kassen war viel los, es staute sich. Den Grund entnahm ich einem überall aushängenden Zettel, der mich so fassungslos machte, dass ich eine Version gleich mal in die Tasche steckte, um sie mit euch zu teilen:
    Das hat jemand in eine Textverarbeitung getippt, mehrfach ausgedruckt und überall angebracht. Wo war die Rechtschreibprüfung? Warum hat keine Kassiererin was gesagt? Sind die Kunden so maulfaul, dass sie nicht mal freundlich darauf hinweisen können, dass dieses Gestammel schon rufschädigend ist…

  • Werbung in eigener blutiger Sache


    Ich hatte es schon angedeutet – die Verkäufe unseres Band-Buches laufen wohl ganz gut, auch die entsprechende Genre-Presse springt auf den Waggon. Wie es aussieht, werden die zwei ganz großen Schwergewichte der Branche uns demnächst noch mit Reviews beglücken, aber da möchte ich nicht vorgreifen.

    Gestern habe ich am Bahnhofskiosk erstmal das neue "The Dark Side" erstanden:
    Eine ganze Werbeseite ist unserem Projekt gewidmet:
    But wait – there’s more!

    Satte sechs Seiten hat man unserem Buch gegönnt – statt eines Reviews gibt es einen üppigen Auszug zu lesen…

  • Liebe, kranke Sibylle Lewitscharoff…


    … ich will mich gar nicht über Ihre Rede im Dresdner Staatsschauspiel auslassen. Das wäre Heischen nach billigem Beifall, denn welcher Mensch, der sich so nennen darf, würde Ihren ekelhaften und den Menschen verachtenden Thesen schon zustimmen?

    Auslassen will ich mich stattdessen über Ihre Entschuldigung, zu der Sie sich nach dem massiven Druck im ZDF-"Morgenmagazin" haben drängen lassen. Weil es eine dieser Entschuldigungen ist, die an Widerwärtigkeit der ursprünglichen Aussage fast ebenbürtig ist, die Sie nicht entlastet, sondern vollends disqualifiziert.

    "Das tut mir wirklich leid, der (Satz) ist zu scharf ausgefallen…

  • Zur Spannung noch die Gänsehaut: 3 Zeilen Horror


    Im Internet macht in diesen Tagen dieses Posting die Runde – 20 Horrorstories, die aus maximal zwei Sätzen bestehen.

    Da ich gerade an einer größeren Übersetzung arbeite, hielt ich es für eine nette Fingerübung, die Mini-Grusler nicht einfach zu verbreiten, sondern ins Deutsche zu übertragen. Dabei zeigte sich wieder sehr schön, dass zu einer adäquaten Übersetzung mehr gehört als ein Langenscheidt.

    Viele Geschichten lassen sich gut übersetzen, wenn auch nicht wortwörtlich – die knappe Spannungskurve und die spezifischen deutschen Satzkonstruktionen verlangen immer wieder Umstellungen und Umformulierungen…