Thema: BILD
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Jawoll, ich bin’s – stolz auf Deutschland. Heute Abend ganz besonders.
Warum?
Weil sich eine ausreichende Mehrheit der Berliner heute gegen einen weiteren Betrieb des Flughafens Tempelhof ausgesprochen hat.
Die Volksabstimmung wäre sowieso nicht bindend gewesen – und Wowereit hätte sie ignoriert.
Es geht um etwas anderes – in einer beispiellosen Kampagne hatten Springers Boulevard-Blätter, allen voran BILD, in den letzten Monaten versucht, mit teilweise absurden nostalgischen Appellen Volkes Willen zu beeinflussen. Gegen jede Vernunft, gegen jede ökonomische Realität. Der Kampf wurde immer perfider, immer hanebüchener, je näher die Volksabstimmung rückte…
Die US-Late Night-Moderatoren machen sich seit Monaten über die möglichen Präsidentschafts-Kandidaten lustig, und je enger es in den Umfragen wird, desto häufiger tauchen die Politiker auch selber auf, um souverän Humor zu beweisen (eine Folge "Colbert Report" hatte letzte Woche Hillary Clinton und John Edwards live, sowie Barack Obama per Satellit). Vor knapp einem Monat stattete John McCain der Zahnlücke einen Besuch ab, was BILD.de so bemerkenswert fand, dass man einen Videoschnippsel auf die Webseite hob.
Hier ein Screenshot:
Gut, dass BILD die Übersetzung eingeblendet hat – ich hätte den Gag von Letterman sonst völlig missverstanden:
Des Rätsels Lösung: BILD hat den falschen Clip aus der Sendung ausgewählt – warum das bei der Untertitelung allerdings niemand gemerkt hat, ist mir ein Rätsel…
Gestern abend lief auf RTL "Das Papst-Attentat", ein hochkarätig besetzter Thriller und Start einer Event-Krimireihe. Aufwändig, spektakulär in der Regie (Rainer Matsutani), solide in den Actionszenen, und mit immer neuen Twists, die den Zuschauer bei der Stange hielten. Klar war die Story komplett bei "Der Schakal" geklaut, und die Logik des Film ging immer genau dann hopps, wenn Autor Holger Karsten Schmidt versuchte, vom Vorbild abzuweichen, und alle Figuren auf Gedeih und Verderb irgendwie miteinander zu verbinden. Und an drei bis vier Dialogen hätte man auch nochmal feilen können…
Entweder das – oder das aktuelle Titelbild von BILD.de ist der schlampigste Photoshop-Einsatz, der mir bei einer professionellen Webseite seit Jahren untergekommen ist:
Meine Probleme mit dem BILD-Schreiber Norbert Körzdörfer (aka David Blieswood) sind bekannt, und unter den Links nachzulesen. Kurz zusammengefasst: Ich halte ihn für einen entsetzlich pseudo-gefühligen Gefälligkeitsschreiber, der sich gerne als "Freund der Stars" geriert, Tom Cruise bis zur Selbstaufgabe verteidigt, und skrupellos für Promis und Produkte wirbt, ohne "Werbung" drüber zu schreiben. Egal, wie superlativ-überladen er auch von den Reichen und Schönen der Welt schreibt – Thema ist immer "seht her, was ich für ein einfühlsamer Autor bin".
Wie es scheint, wollte Körzdörfer dieser Tage dringlich ein MacBook Air haben, ohne dafür zahlen zu müssen…
Es hat ja lange genug gedauert…
In den letzten Monaten war ein merklich qualitativer Niedergang der Beiträge auf SPIEGEL online zu bemerken. Immer mehr greift man auf zweifelhafte Meldungen von Klatschseiten und Boulevardzeitungen zurück, gerne plappert man Wikipedia-Artikel nach, und es schleichen sich in bedenklichem Maße Flüchtigkeits- und Rechtschreibfehler ein.
So wie hier:
Der Ex-Stecher von Paris Hilton heißt nur leider nicht Robert Salomon, sondern Rick Salomon. Ist das wichtig? Nicht mehr als der überstrapazierte Sack Reis in China. Ex-US-Justizminister Alberto Gonzalez wurde ja neulich auch mal folgenlos David Gonzalez genannt…
Geile Sache – Teaser und Auflösung im selben Kasten. Konsequent durchdacht könnte die BILD mit diesem System künftig ganz auf die Artikel verzichten.