Thema: BILD
80 Artikel
… dass du aus einer körperlichen Konfrontation zwischen einem Anwohner und einem Gebühren-Beauftragten, die bislang völlig undurchsichtig ist, gerade diese Schlagzeile destillierst, wundert mich nicht:
… dass du die Jungs von der GEZ nicht leiden kannst, ist schließlich bekannt:
… dass du den Begriff "GEZ-Schnüffler" verwendest, den die GEZ gerne verbieten lassen möchte, weil er u.a. faktisch nicht haltbar ist, überrascht niemanden. Feindbilder sind deine Stärke.
… dass du nicht weißt, dass die "Gebühren-Beauftragten" nicht von der GEZ kommen, sondern Subunternehmer der Landesrundfunkanstalten sind, glaubt dir allerdings kein Mensch…
Für einen eigenen Beitrag taugt der BILD-Unfug nur noch selten. Erfreulicherweise haben die Online-Redakteure (deshalb?) die Schlagzahl des Wirrsinns erhöht, so dass ich euch heute gleich mal mehrere Beispiele präsentieren kann.
Warum ich das tue? Nicht mal so sehr, um der BILD einen reinzutun. Das Boulevard-Blatt ist nur ein perfektes Beispiel, um bestimmte Grundlagen der journalistischen Arbeit am Gegenteil zu erklären.
Erinnert ihr euch noch an diesen Beitrag, in dem ich moniere, dass BILD im Aufmacher schon die Antwort auf die Frage gibt, die im Anreißer dann erst gestellt wird…
In einem ausnehmend dummen, chauvinistischen, heuchlerischen, anbiedernden und wirren Artikel versucht BILD heute unter einen Hut zu bringen, dass Aktrice Natalia Avelon sich gerne für die Männer hübsch macht, und auch ganz schön austeilen kann, aber dann doch empört ist, wenn ihr niemand hilft, weil mal ein Kerl zudringlich wird. Obwohl sie doch Penisse abschneidet.
Halt mal! Wie jetzt? WTF?
In der Tat kann BILD offensichtlich Filmrolle und Privatperson nicht auseinander halten:
"In ihrem neuen Film „Kommissar LaBréa“ (ARD, 20.15 Uhr) schneidet die schöne Brünette miesen Kerlen aus Rache ihr bestes Stück ab…
"BILD kämpft" jetzt auch online. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es sich hierbei um ein verachtenswertes Placebo handelt, mit dem der Pöbel anhand von Einzelfällen ruhig gestellt, während der Rest der gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten hingenommen wird. Ist natürlich Kappes. Ich freue mich über jede Oma, der beim Kampf gegen überteuerte Rheumadecken beigestanden wird, von BILD oder sonstwem.
Heute machte "BILD kämpft" so auf:
Nun mag es sein, dass es keinen "Bruder Quirinus" in einem "Kloster Marien-Quell" gibt, aber der BILD hätte es verdächtig vorkommen sollen, dass Abzocker ein so aufwändiges Bild inszenieren, um den Schmu in Szene zu setzen…
Manche Schlagzeilen verhübschen den Morgen:
Den kompletten Artikel gibt es auch hier.
Natürlich ist die tägliche BILD-Jagd nach Busenblitzern ("oh lala!", "schau mal an", "ganz schön frech!") gleichzeitig pubertär, voyeuristisch, und spießig-verlogen. Das Verbotene, zufällig Erhaschte wird zum Fetisch gemacht, obwohl (oder gerade weil) die beteiligten Damen ganz offiziell regelmäßig mehr fleischige Quadratzentimeter in die Kameras halten.
Die Penetranz, mit der Fotografen deshalb ihren Opfern auf die Pelle rücken, wird zunehmend unerträglicher. Und der Zwang, über etwas zu berichten, was man zwar nicht gesehen hat, aber fast hätte sehen können, wird zunehmend größer.
Alberner geht’s ja wohl nicht mehr:
Man sieht, dass man nichts sieht…
Dass bei BILD der Text nicht immer das Versprechen der Schlagzeile hält, sind wir mittlerweile gewohnt – aber in diesem Fall scheinen sich die beiden sogar zu widersprechen:
Mal abgesehen davon, dass in diesem Jahr von einer Sommerpause kaum die Rede sein kann – ist BILD wirklich die kritische Instanz, der ich meinen TV-Konsum anvertraue?
For the record: BILD empfiehlt u.a. "Forsthaus Falkenau" ("tut immer noch gut"), "Johannes B. Kerner" (weil’s der letzte Monat ist – als ob das was mit Qualität zu tun hätte), und "TV total". Keine Gnade hingegen für "Bones" ("ohne Spannung") und "Heroes" ("Lahme Mutanten").
Klar darf man sich über sowas nicht wundern. Ist halt BILD. Aber mich nervt mal wieder, wie die Marktschreier für Bohlen, "Big Brother", und das Dschungel-Camp sich nicht bloß als Experten, sondern gleich als Autoritäten verkaufen…
Nachdem wir neulich schon die albernen Zahlen-Spielereien hatten, über die ich mich so gerne wie unnötig aufrege, können wir heute gleich mit einem anderen Ärgernis des Boulevards weitermachen: der beliebigen Ernennung irgendwelcher Personen und Eigenschaften zum Superlativ.
So verkündet die BILD heute, Erol Sander sei "der schönste Mann im deutschen TV". Quelle? Keine. Basiert ja auch nicht auf einer Meinungsumfrage, oder einer Wahl. Wird einfach mal so dahingestellt. Schön auch die vage Formulierung "deutsches TV", mit der vermutlich deutsche Produktionen, und nicht das deutsche Fernsehen als solches gemeint ist – sonst müsste sich Herr Sander mit George Clooney und McDreamy messen…
Vor knapp anderthalb Jahren kürte ich die beste BILD-Grafik aller Zeiten.
Es ist Zeit für einen neuen Champion – weil hier Form und Inhalt eine unheilige Allianz eingehen, und die Tiefen des Begriffes "absurd" frisch ausgelotet werden: