Thema: BILD
80 Artikel
Was mich nur stutzig macht – die erste Meldung zum Thema "Voice Days" ist minimal anders formuliert. Also doch menschliches Versagen, und keine Doublette im Ticker?
Abteilung: Manche Promis lassen sich wirklich vor JEDEN Wagen spannen…
Zum Verständnis dieses Beitrags ist es unabdingbar, die Vorgeschichte nachzulesen. Also bitte.
Bevor ihr mich fragt, warum ich mir zwei Wochen Zeit gelassen habe, um das hier aufzurollen: Ich wollte nicht parallel zu der Ciesla-Geschichte WIEDER eine Story über die Mechanismen der BILD machen. Also habe ich das ein bisschen auf Eis gelegt. Ist aber immer noch frisch.
Wir rekapitulieren: BILD schreibt Ende November 2008, ein Arbeitsloser habe für eine Bekannte Handzettel für eine Party gedruckt, und werde nun von Heidi Klum verklagt, weil er deren Konterfei unlizensiert verwendet habe…
Natürlich muss die BILD ihren Lesern technische Details schonend beibringen – dazu gehört, Fachbegriffe nach Möglichkeit zu vermeiden, oder in Fußnoten zu erklären (ComputerBILD hat dieses Prinzip bis zum Aberwitz perfektioniert).
Warum allerdings Laufzeit und Speicherplatz eines Ebook-Readers blumig umschrieben werden müssen, erschließt sich mir nicht:
Außerdem hat es ein schickes Alugehäuse (123 x 174 x 8 mm; 260 g), Speicherplatz für über 10.000 Bücher und einen Akku, der erst nach mehr als zehn gelesenen Büchern wieder ans Stromnetz muss.
Ehrlich? 10.000 Bücher? Seit wann ist "1 Buch" eine Maßeinheit…
Umtriebig sind sie bei BILD, was das Internet angeht, das muss man den Verantwortlichen bei Deutschlands größter Boulevardzeitung lassen. Nach ein paar Jahren Lethargie im Netz, als die Webseite praktisch 1:1 der gedruckten Ausgabe entsprach, müht man sich redlich, den Konsumenten mit Schnickschnack zu erschlagen: Handwerker-Börse, Schnitten-TV, Handy-Reporter, "Volks"-Produkte, Promi-Videoblogger, Mini-Reportagen. Und was nicht sofort greift, wird auch ratzfatz wieder dicht gemacht.
Natürlich ist bei BILD immer alles "neu", "exklusiv", und "einmalig". So wie heute die erste Episode von "Deer Lucy", eine Art Web-Variante meiner Telenovela "Lotta in Love", allerdings in iPhone-tauglichen 5 Minuten-Häppchen, zweimal die Woche…
Ich musste schon lachen, als ich las, dass zwei BILD-Autoren (darunter Weichspüler Oliver Santen) den (begehrten ?) Medienpreis Prometheus bekommen haben. Die freuen sich was:
Man kann das, was u.a. BILDblog täglich aufarbeitet, "angebliche Fehler" nennen. Angeblich ist das aber falsch.
Ausgezeichnet und auszeichnungswürdig fand die Jury, dass die beiden Schreiber "sachlich, verhalten und hysteriefrei" über die Bankenkrise berichtet haben – was nochmal bestätigt werden muss, damit niemand denkt, es sei der BILD aus Versehen so durchgerutscht:
Lobenswert. Clarissa hat das Thema im BILDblog erwartungsgemäß hübsch und ausgiebig aufgearbeitet…
Obwohl mich das Thema Giulia Siegel verfolgt (Nacktfotos hier, Ehedrama dort), hatte ich mich schon entschlossen, ihren erneuten Auftritt als Masturbationsvorlage unkommentiert zu lassen. Pünktlich zu jedem Dschungelcamp muss halt eine der Society-Damen die Hüllen fallen lassen (Caroline Beil, Julia Biedermann, Mariella Ahrens). Angesichts der Alternativen (Ingrid van Bergen, Lorielle London, Peter Bond) soll mir Frau Siegel recht sein.
Ich hätte mir einen Kommentar zu dem eher vulgären Cover verkniffen. Oder der Tatsache, dass Frau Siegels Implantate ein Indiz sind, dass die Zahlungen des Ex-Gatten für einen richtig guten Schönheitschirurgen nicht gereicht haben…
Fakt: Die "ZDF-Hitparty" wurde schon im September 2007 aufgezeichnet.
Fakt: Das ZDF hat nie behauptet, die Sendung sei "aktuell" oder "live", wie denn auch das erste Zitat eines (kurioserweise anonymen) ZDF-Sprechers belegt. Sie wurde auch nicht als "TV-Comeback" der zwischenzeitlich geschassten Andrea Kiewel bezeichnet – außer von BILD.
Fakt: Außer explizit so gekennzeichneten "Live-Shows" sind Unterhaltungssendungen aus organisatorischen Gründen praktisch grundsätzlich aufgezeichnet.
Es bleibt also die Frage, wo und von wem der Zuschauer "betrogen" wurde. Man ahnt es: gar nicht, und von niemandem.
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie: Unter Betrug versteht man
im strafrechtlichen Sinn eine Täuschung, um den Getäuschten dazu zu veranlassen, so über sein Vermögen oder das eines Dritten zu verfügen, dass ein Vermögensschaden eintritt…
Ahhh, Prophezeiungen, Hokuspokus, Esoterik – so langsam kommt die 2012-Hysterie in Fahrt, und BILD-Autor Attila Albert ist ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, abstruse Theorien zu verbreiten. Erinnerungen an die Y2K-Panik werden wach.
Ob es am Tag vor Heiligabend angebracht ist, von einem bevorstehenden möglichen Weltuntergang zu schwafeln, sei mal dahingestellt. Ist das nicht die Zeit im Jahr, in der BILD sonst lieber frohe Botschaften und Bibeln unter die Leute bringt? Zumal wir bei der Wirtschaftskrise ruhig etwas Aufmunterung brauchen könnten.
Schwamm drüber…
BILD "erklärt" ja in letzter Zeit sehr gerne – Hockenheim, die Uniform von Prince Charles, linke Chaoten, und die Reden von Barack Obama.
Aber wer erklärt eigentlich BILD die Welt? Ich meine nicht mal die ganz großen Sachen – aber zum Beispiel den Unterschied zwischen "Discounter" und "Buchverlag"?
Weil: Heute hat die BILD groß aufgemacht, dass man mit dem Schnäppchenplaner 2009/2010 "Aldidente & Co." prima Geld sparen kann.
Das Buch ist von Hagen Rudolph, und erscheint im Eichborn Verlag. BILD sollte das wissen – es steht schließlich auch so im Shopping-Link gleich unter der Cover-Abbildung…