Thema: Projekte
97 Artikel
Wer genau aufgepasst hat, wird es vielleicht gemerkt haben: im zweiten Halbjahr 2012 gab es von mir keine launigen „behind the scenes“-Fotos von Reportagen zu sehen. Seit einigen Wochen gibt es die allerdings wieder vermehrt.
Das ist kein Zufall.
Ende Juli habe ich die „LandIdee“ verlassen, für die ich drei Jahre lang geschrieben habe. Es ist eine Geschichte für die Gerichte – und hoch unterhaltsam, sobald ich das Okay habe, sie hier zu erzählen. Aber das wird eventuell noch dauern.
Ein zweites Puzzleteil. Vielleicht hat der eine oder der andere von euch diese Meldung bei DWDL gelesen…
Nach den Dreharbeiten kommt was? Die Postproduktion, genau. Der konnten wir prima über die Schulter schauen, weil die Effekt-Company hier in München ansässig war. Immer wieder fuhr ich bei den CGI-Leuten vorbei, um mir Entwürfe für Shots anzusehen. Man war uns ein wenig gram, dass wir in der letzten Fassung (meiner) mit der Riesenschlange noch ein Monster ins Skript genommen hatten. Das war nicht kalkuliert und kostete brutal viele Arbeisstunden. Würde sich „Sumuru“ als Film auch nur einen Tacken ernster nehmen, würde ich die Schlange als „eher misslungen“ abqualifizieren…
Tatsächlich hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt nie daran gedacht, als Drehbuchautor zu arbeiten. Ich war zwar überzeugt, das notwendige Rüstzeug mitzubringen, aber die Arbeit als Entwickler kam meiner kurzen Aufmerksamkeitsspanne besser entgegen. Doch Peter hatte mich provoziert, hatte behauptet, er könne als Skripter besser beurteilen, welche Erzählperspektive den Film tragen würde. Das wollte ich so nicht stehen lassen.
Und so stand ich eine halbe Stunde später vor meinen Chefs von Tandem und gab das Telefonat nach bestem Wissen und Gewissen wieder. Es half, dass Harry erklärte, mit Peter vielleicht einen für dieses Projekt ungeeigneten Autor an Bord geholt zu haben…
Der Drehort war recht schnell gefunden, besonders weil ich keine Lust hatte, „Sumuru“ in Kanada drehen zu lassen, wo jeder Baum schon Komparsen-Credits in „Stargate“ und „X-Files“ gehabt hatte. „Pitch Black“ war im Kino sehr erfolgreich gewesen und genau so stellte ich mir den Look von Antares vor. Karg, einsam, schwefelig. Harry hatte in den 80ern eine ganze Sackladung Filme für Cannon in Südafrika gedreht und kontaktierte die Produktionsfirma DO Productions vor Ort. Sehr schnell bekamen wir Mappen mit tollen Location-Fotos, die teilweise bereits einigen konkreten Szenen aus unserem ersten Skript zugeordnet waren…
Ich habe lange darüber nachgedacht, ob und wie ich die Produktionsgeschichte von „Sumuru“ (ich ignoriere jetzt einfach mal die diversen Untertitel) erzählen soll. Dass es eine launige Anekdotensammlung ist, steht außer Frage. Aber sie betrifft auch meine damaligen Arbeitgeber, zeigt nicht immer die schönsten Seiten des menschlichen Charakters und verlangt auch eine gewisse Diskretion, die nicht zuletzt meiner Loyalität gegenüber diversen Beteiligten geschuldet ist.
Kurz gesagt: dünnes Eis mit vielen Tretminen.
Sei’s drum.
Es gilt der übliche Disclaimer: Das ist die Geschichte, so wie ich mich an sie erinnere…
Gestern war ich mal wieder in der Republik unterwegs und habe euch ein paar Eindrücke mitgebracht. Es ging mit dem Flieger nach Münster/Osnabrück. Man entschuldige die mitunter maue Bildqualität, ich habe die Bilder mit meinem Handy geschossen. Teilweise mit Zoom. Dafür ist alles anklickbar.
Ich habe keine Ahnung, seit wann es in München NapCabs gibt:
Das ist so eine Art schallisoliertes Mini-Hotelzimmer für 15 Euro die Stunde bei zwei Stunden Minimum. Zuerst dachte ich "watt’n Quatsch!". Andererseits: Wenn man ein paar Stunden auf dem Airport fest hängt und Geld keine so große Rolle spielt, mag das in der Tat sehr entspannend sein…
Ist mir egal, ob ihr euch für "Lotta in Love" interessiert oder nicht – ich glaube, dass euch diese Schmuckstücke interessieren könnten. Ich bin selber immer wieder baff, was ProSieben da alles hat produzieren lassen.
Easy start: Die Speisekarte des Restaurants "Leonie’s", im dem ein nicht unbeträchtlicher Teil der Serie spielte. 4,95 für einen Salat mit Pfifferlingen – yep, die Requisite ist echt bis in die Details:
Ich ärgere mich allerdings, dass ich nach dem Ende der Serie einfach zu beschäftigt war, um mehr Requisiten abzuräumen – immerhin hatten wir 27 Sets bauen und ausstatten lassen…
Heute geht es ans Eingemachte. Es gibt auch wieder was zu lachen.
In "Dr. Hope" gibt es eine Szene, in der Hope ihr "Hausbuch für die Frau" erstmals gedruckt in der Hand hält. Dafür brauchten wir einen ganzen Stapel Exemplare, die auch noch neu aussehen mussten. Hier rechts ein Original von ungefähr 1910, links die Reproduktion (basierend auf einer anderen Auflage):
Deutlicher wird der Unterschied, wenn man die Bücher aufschlägt:
Alles fake im Fernsehen!
In unserem Wohnzimmer steht eine Kiste, die im Alltag den Tisch mimt:
Nur Eingeweihte wissen, dass sich darin mein ganz persönlicher Schatz verbirgt.
(disclaimer: Meine LvA legt Wert darauf, dass natürlich nur sie mein ganz persönlicher Schatz ist)
Für euch öffne ich heute mal die Kiste – schnipp, schnapp:
Gestern war ich schon wieder "auf Reportage" (man merkt, die Deadline der neuen "LandIdee" rückt näher). Diesmal ging es von Düsseldorf durch Holland nach Belgien zu einem Ornamentisten.
Und wenn ihr fragt "Hast du uns was mitgebracht?" – logo:
Weitere Bilder und Gedanken nach dem Break: