• Begegnung mit dem RTL2-Programm – im Zug


    Ich brauche das jetzt. Katharsis. Oder wie andere Leuten sagen: abkotzen.
    Einleitend ist es mir ein Anliegen, euch ein paar Sätze zum Thema "künstlerische Freiheit" mitzugeben. Die gibt es. In Amerika nennt man das "poetic license" oder "dramatic license". Damit ist gemeint, dass man eine Anekdote oder eine Geschichte so ausschmückt und zurecht feilt, dass sie bei der Wiedergabe nicht das höchstmögliche Maß an Wahrheit darstellt, sondern den größtmöglichen Effekt erzielt. Darum rafft man die Erzählungen gerne ein wenig, fasst Figuren zusammen, formuliert Pointen um…

  • Beichtzeit: Wortvogel goes to hell – in a church!


    Ich muss die folgenden Absätze bewusst vage halten, "to protect the innocent". Aber erzählen will ich es doch. Zur spirituellen Reinigung.

    Kürzlich war ich in der Kirche. Das klingt nicht spektakulär, aber für einen beinharten Atheisten und Frömmler-Verhöhner wie mich ist das schon ein Event. Normalweise sieht man mich nur unter dem Kreuz, wenn’s wen zu beerdigen gibt.

    Wie dem auch sei: ein Ereignis aus dem entfernt familiären Kreis machte es notwendig, einer Messe beizuwohnen. Und Schäfchen, lasst euch sagen, es war ein surreales Erlebnis, das meine Erwartungen in vielerlei Beziehung weit übertraf…

  • 33 Argumente für Gott, 33 Einwände vom Wortvogel


    Dieses bezaubernde Bändchen könnt ihr euch bei Soulsaver runterladen, einer religiösen Webseite für junge Menschen, die für einen ollen Zyniker wie mich ein Bierkasten voll mit Phrasenbrause ist. Schaut euch dort mal um, es gibt viele spannende Sachen zu entdecken.

    "33 Argumente für Gott" habe ich hauptsächlich deshalb eingetütet, weil ich das an den SPIEGEL angelehnte Design so drollig fand.

    Nun wollen wir mal sehen, ob die Frömmler mich in 33 Runden argumentativ k.o. hauen können. Eigentlich sind es nur 28 – das Büchlein präsentiert an einigen Stellen Zitate mehr oder weniger berühmter Menschen, die für sich genommen als Argumente gelten sollen, aber als persönliche Meinungen kaum zur Diskussion taugen…

  • Gezielt vorbei: Mein Problem mit dem ZEIT-Dossier "Filmpiraten: Aufnahme läuft!"


    Ich habe vor drei Wochen das ZEIT-Dossier "Aufnahme läuft!" gelesen, in dem minutiös protokolliert wird, wie anstrengend der Wettlauf eines Film-Releases gegen die Raubkopien mittlerweile ist. Jetzt steht der endlich auch online zur Verfügung und ich rate dringend zur Lektüre, bevor wir hier weiter machen.

    Alles klar soweit? Schön.

    Bereits der Anreißer gibt die Marschrichtung vor:

    " Der Produzent Stefan Arndt hat mit "Cloud Atlas" den teuersten deutschen Film aller Zeiten herausgebracht. Er braucht Zuschauer, die Kinokarten und DVDs kaufen. Das Geschäft funktioniert – bis Piraten illegale Kopien des Films ins Internet stellen…

  • Rücksturz in die Trauer


    Es war ein harter Tag, dieser Dienstag. Von morgens 8.00 Uhr bis abends 21.15 Uhr beruflich unterwegs. 500 Kilometer im Mietwagen durch Schneefall, Gebirge, vereiste Autobahnen. Dunkelheit, Hunger, die wie immer nagende Sorge, dass die sorgfältige Planung sich nicht auszahlt, dass was dazwischen kommt, dass das Ergebnis den Aufwand nicht rechtfertigt.

    Ich bin fertig, als ich daheim in den Sessel falle. Und allein. Die LvA ist ebenfalls unterwegs, den ganzen Rest der Arbeitswoche noch. Ich skype sie im Hotel an, wir erzählen unseren Tag, vermissen uns…

  • Also wenn ihr mich fragt: Drogen freigeben, drogenfrei leben!


    Mein letzter Versuch, eine etwas kontroverse These zu den Übeln der modernen Industriegesellschaft in die Welt zu setzen, artete massiv aus. Auch wenn ich mich damals über einige Kommentare sehr geärgert habe (die sich dann aber fast in toto als Werk eines Trolls heraus stellten), war es ein prima Gemetzel.

    Ich vermute, dass mein heutiger Gedanke (ebenfalls nicht neu) auf nicht ganz so vehementen Widerstand stoßen wird. Eine Diskussion ist er allemal (hoffentlich) wert.

    Es geht um Drogen. Meine Einstellung zu Drogen. Die Einstellung der Gesellschaft zu Drogen…

  • Die Entstehung der "Böse Nacht Geschichten"


    Es ist mir tatsächlich gelungen, aus den Untiefen meines ersten Googlemail-Accounts den Entwurf des Vorworts für die "Böse Nacht Geschichten" zu fischen. Zuerst dachte ich darüber nach, euch diese für die Öffentlichkeit weichgespülte Version zu präsentieren – und dann die schonungslose Wahrheit (es gibt ja für fast alles eine Verjährungsfrist). Doch zu meiner Überraschung stellte ich fest: ich habe schon damals aus meinem Herzen keine Mördergrube gemacht. Dies ist tatsächlich die komplette Entstehungsgeschichte – abgesehen von ein, zwei Namen, die ich nicht nennen mag und ein, zwei Autoren, bei denen ich abgeblitzt bin…

  • Wortvogel: Der Scheriff von Schwabing


    Ich suche mir das nicht aus. Echt nicht. Ich bin ein freundlicher Typ, mit dem man sich stundenlang auch über kontroverse Themen unterhalten kann, ohne dass ein böses Wort fällt. Ich bin ein Netter. Ein Hilfsbereiter. Ein Gutmensch.

    Aber ich habe da diese Marotte: ich muss mich einmischen. Wenn jemand unfair ist, wenn jemand ungerecht behandelt wird, wenn betretenes Schweigen herrscht, weil irgendein Idiot kradolft. Ich nenne es Zivilcourage, meine LvA nennt es kindisch und lebensmüde. Potato, potato.

    Gestern war es mal wieder soweit. Ich wollte vor dem Pressescreening von "Der Wolkenatlas" (zu dem ich nach Ablauf der Sperrfrist Mitte Oktober EINIGES zu sagen haben werde) noch schnell einen McDeal bei McDonalds verspeisen…

  • Ischenalarm in und an der Tiefgarage


    Ja klar, ich mache morgen einen längeren Beitrag über meine neuste London-Reise, aber jetzt muss ich erst mal wieder Dampf ablassen. Sanfte Gemüter mögen sich abwenden, es wird latent sexistisch.

    Ich war einkaufen. Das ist bei der LvA und mir so abgemacht – sie kümmert sich um die Wäsche, ich kaufe ein. Jeder das, was er kann und was ihm Spass macht.

    Wir haben hier in der Nähe eine sehr praktische Aldi/Edeka-Kombi mit großem Parkhaus, die es erlaubt, alles in einem Aufwasch zu erledigen. Heute war da auch erfreulich wenig los, es ging flüssig voran…

  • SPIEGEL vs. ALDI: Eine billige Polemik – Nachtrag 2: Sehr geehrter Herr Straub…


    Die Geschichte geht weiter – und ich versuche diesmal, mich kurz zu fassen. Ich denke, alle relevanten Argumente wurden gebracht. Mehrfach. Ergebnislos. Und im Gegensatz zu Andreas Straub und den SPIEGEL-Autoren bekomme ich hierfür kein Geld.

    Herr Straub hat sich vorgestern in den Kommentaren gemeldet. Wer er ist, erläutert er auch prima selbst, das könnt ihr weiter unten nachlesen.

    Zuerst einmal: Ich muss bedauernd feststellen, dass mein Grundanliegen, das ich gleich zu Beginn der Diskussion im Disclaimer formuliert habe, wieder mal komplett missachtet wird. Ich bestreite nicht, dass ALDI vielleicht ein korrupter oder paranoider Konzern ist…