• 80s defined: Die Popcharts 1984


    1984. Wir alle schauten jede Woche dienstags Formel Eins, ich war das erste Mal verliebt und am Wochenende war irgendwo immer "Fete". Ich schmiss meine erste und einzige Teenager-Party. Von meinem Vater bekam ich ausgelesene Playboys, der Auszug meines Bruder bedeutet erstmals ein eigenes Zimmer – und meine Nebenjobs brachten tatsächlich so etwas wie Geld rein, das ich in McDonalds, Kino und Computerspiele investierte.

    Mehr 80er geht nicht.

    Die Musik dieses Jahres ist etwas weniger experimentell, cool und souverän als noch im Jahr zuvor. Aber sie ist mehr Mainstream – hier starten Mega-Karrieren, hier bedient sich der Fundus der 80er Radio-Sender bis heute:

    Ich spiele euch mal wieder ein paar persönliche Highlights in voller Länge…

  • The Golden Age: Die Popcharts 1983


    Wir hatten die Pop-Pandemie 1981 und die Zeitenwende 1982 – nun kommen goldene Jahre. Kulturhistoriker sind sich weitgehend einig, dass die Periode 82 bis 85 zu den fruchtbarsten gehört, was Mainstream Film und Musik angeht. Schaut man sich diese Compilation an, kann man nur bedingungslos zustimmen. Dreimal Devine, zweimal Audrey Landers, Ultravox und Kim Wilde, Nena und Duran Duran, Joe Jackson und Blancmange.

    1000 widersprüchliche Puzzleteile, 1 homogenes Bild. 1983.

    Klassiker galore. Mehr Perlen als Ausschuss. Clowns und Helden. Die Grundausstattung jedes Kommerz-Radiosenders in diesem Jahrtausend…

  • The Time Is Now: Pop-Zeitenwende


    Ich mache sehr selten Nachtrags-Beiträge, aber in diesem Fall halte ich es für gerechtfertigt. Am 5. Januar hatte ich über die Compilation-Videos zu den deutschen Charts geschrieben und darüber, dass 1981 den tatsächlichen Bruch mit den 70ern darstellte, den langen hässlichen Tod von Disco, Glam und Folk.

    Nun gibt es das Video aller deutschen Charthits von 1982. Und ich hätte mit meiner These nicht richtiger liegen können. 1982 war das Jahr, in dem die 80er zur Blüte kamen. New Wave, NDW, Bombast-Rock – ein Jahr voller Klassiker:

    Die letzten Überbleibsel der 70er wirken fast schon tragisch: Ottawan, Dschingis Khan, A La Carte…

  • Lie, cheat, steal – whatever it takes: Der Ghostwriter-Scam (3)


    Vor ein paar Jahren habe ich über Amateur- und Profi-Betrüger geschrieben, die fremde Werke umetikettieren und mit neuen Titeln & Covern als eBooks auf den Markt schmeißen. Es ist ein wohl lukratives, aber letztlich immer kurzlebiges Geschäftsmodell. Wer sich für das Thema interessiert, sollte die beiden Artikel vielleicht noch mal lesen. Es gibt zum ominösen Buchverlag Teleprogress auch ein Update: Nachdem man sich komplett unsichtbar gemacht hatte, als der Skandal um die gekaperten Fremdwerke auffiel, wurde die Firma laut eines Eintrags beim Handelsregisteramt 2020 auf neue Besitzer überschrieben…

  • 1981: Die Pop-Pandemie wütet


    Es ist bekannt, dass ich mich gerne der unangemessenen Nostalgie hingebe. Auch dafür braucht es allerdings Zeit, die mir oft genug fehlt. Weil hinzu kommt, dass viele alte Filme, Serien und Sendungen in ihrer Gänze doch etwas die Geduld strapazieren, bin ich dankbar für Leute, die solches Material sorgsam kuratieren und zu verdaulichen Rückschauen zusammen stellen. Die Musikvideo-Compilations von "some random guy" habe ich ja bereits an anderer Stelle gelobt.

    Nun gibt es einen neuen YouTuber, der augenscheinlich erheblich zu viel Freizeit besitzt und diese zu meinem Vergnügen aufbraucht…

  • Kein Zentimeter den Covidioten: Pöbeln für den guten Zweck


    Mal wieder in Nürnberg. Basiscamp für drei Tage Reportage. Wetter ist besser als erwartet, wir schießen schöne Fotos und sind schon am späten Nachmittag wieder im Hotel. Ich habe aber daheim meine frischen Hemden vergessen, also gehe ich noch mal in die Altstadt, um preiswerte Textilware zu kaufen – es macht sich nicht gut, wenn ich in jedem Artikel die gleiche Kleidung trage. Und wenn ich schon mal da bin, kann ich auch gleich bei den FIVE GUYS einen Hot Dog essen. Fühlt sich nicht richtig an, so ohne Markus…

  • Die 40 Gebote der Margarete Stokowski


    Ich weiß, Medienkritik hat hier in den letzten Jahren etwas nachgelassen. Das ist auch eine Frage des Alters – meines, nicht des Blogs. Ich bin über 50 und lese einfach weniger Quellen, die mich aufregen. Das ist Seelenpflege. Ich suche den Ärger nicht mehr, sondern lasse mich nur noch (und immer seltener) von ihm kalt erwischen.

    Warum sollte ich bento lesen? Warum die Post von Wagner, die News von Politically Incorrect oder die Twitter-Streams der AfD? Was davon zu halten ist, ward und wird bewiesen, es bedarf meiner Aufklärung wahrlich nicht mehr…

  • Deppenkommentar zum Datenschutz


    Es kommt immer wieder mal vor, dass ich im Radio Beiträge höre, die mich so wütend machen, dass ich ins Lenkrad meines Wagens beißen möchte. Auf Deutschlandradio ist das oft der Fall, wenn Kommentare aus aktuellen Zeitungen zum Tagesgeschehen vorgelesen werden oder wenn ein Kommentator direkt für den DLF schreibt. Was so manche Lokalgröße da an Dummfug faselt, geht nicht mehr auf die sprichwörtliche Kuhhaut. Am 12.1. habe ich einen Beitrag des Chefredakteurs der Schweriner Volkszeitung mit anhören müssen, den zu analysieren sich lohnt.

    Seid stark, jetzt wird’s schmerzhaft…

  • Cinema historia sexualis: Der süffisante Schweinkram der 80er


    Auch wenn der Scan-Vorgang meiner Cinema-Ausgaben soweit automatisiert ist, dass ich mich dabei nur wenig auf die Inhalte der Hefte konzentriere, fällt mir doch immer mal wieder etwas ins Auge. Das kann eine verballerte Überschrift sein, ein besonders dämlicher Druckfehler oder ein falsch beschriftetes Bild.

    Inhaltlich fällt vor allem auf: Die Cinema war in den 80ern ein sexistisches Drecksblatt mit besonders hohem Heuchelei-Level. Kein Aufhänger war dem Blatt zu schmierig, kein Screenshot zu körnig, kein Anlass zu nichtig, wenn man die Brüste irgendeiner Nachwuchs-Aktrice oder alternden Diva auf Seitengröße ziehen konnte…

  • Kaugummi-TV: Das Dilemma des vertikalen Storytellings


    Ich will heute mal wieder ein Essay schreiben, weil ich zu dem Thema was zu sagen habe. Nicht nur aufgrund meines Alters – ich kenne das deutsche Fernsehprogramm immerhin bewusst seit den frühen 70ern. Ich halte mich tatsächlich angesichts meines Backgrounds als Fernsehjournalist und Drehbuchautor für kompetent, um über die Fallstricke des vertikalen Storytellings zu sprechen. Keine Sorge, ich werde auch erklären, was das ist.

    Vorab sollte aber klar sein, dass wir in einem absolut goldenen Serienzeitalter leben – wo ich vor zehn Jahren den Untergang des klassischen TV-Outputs prophezeit habe, ist stattdessen eine neue Blütezeit angebrochen…