Thema: Altpapier
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Ich merke es auch gerade beim Sport wieder: Mein Gehirn braucht mehr Bewegung als meine Beine. Ich kann nicht einfach "an nichts denken" oder "die Umwelt auf mich wirken lassen". In der Badewanne, im Bett, an der Bushaltestelle, im Sprechzimmer des Zahnarztes – IRGENDWAS muss mich ablenken. Ich bin nicht gut auf "Standby".
Natürlich ist auch DAS mal bei Dilbert angemessen illustriert worden:
Deshalb besaß ich früher viele Reclam-Heftchen und hatte den SPIEGEL abonniert. Heute übernimmt das mein Tablet, im Notfall mein Smartphone.
Es wird niemanden überraschen, dass ich auch im Fitnessstudio vor 20 Jahren weniger über mein (weitgehend erfolgloses) Training nachgedacht habe als über die Möglichkeiten, das Training etwas interessanter zu gestalten…
Originaltext April 2013:
Praktisch zeitgleich startet in diesen Tagen in mehreren Ländern eine neue Actionserie, die altbekannte Motive des Westerns in eine ferne Zukunft überträgt. Aus Indianern werden Aliens, aus Pferden Motorräder, und die Stadt St. Louis wird zum futuristischen Fort Alamo. Spannend ist „Defiance“ aber hauptsächlich deshalb, weil die Produzenten parallel zur Serie eine riesige Online-Welt geschaffen haben. TV-Episoden und Game sollen sich gegenseitig befruchten. Ob die Rechnung aufgeht, ist noch völlig offen.
Es ist ein mutiges Konzept, das steht außer Frage. Bisher schuf der Erfolg in einem Medium den Bedarf im anderen…
Lesen bildet!
Dass Pop ein Business ist und dass Erfolge gekauft werden, ist eine Binsenweisheit. Dieser Artikel vom Deutschlandfunk handelt deshalb nicht nur vom Glamour, sondern von den vielen fleißigen Handwerkern, die alle hoffen, irgendwann für das nächste "Shake it off" verantwortlich zu sein – oder wenigstens das nächste "Atemlos".
Ich hatte ja schon über betrügerische Autoren geschrieben, die Werke anderer als ihre eigenen ausgeben. Auf der Webseite der irischen Zeitung Independent kann man nun aus erster Hand nachlesen, wie man sich als Bestseller-Autorin fühlt, deren Werke und Konzepte plötzlich unter anderem Namen auftauchen…
Originaltext Januar 2014:
Hummer, Regenschirme, Unterwäsche: Es gibt mittlerweile kaum etwas, das sich nicht am Automaten kaufen lässt. Im Gegensatz zum Ladengeschäft spart der Anbieter Fläche und Personal, damit Geld. Nun versucht sich auch Online-Riese Amazon am Straßenverkauf.
Der Automat ist ein treuer Begleiter des Menschen durch das Zeitalter der Industrialisierung. Seine Bedienung ist eine perfekte Metapher für den globalisierten Markt: Der Kunde gibt sein Geld, die Maschine spuckt ein Produkt aus. Woher die Ware kommt, wer den Automaten bestückt, was die Strukturen dahinter sind…
Ich bin bei den Basterds in Nürnberg, wir haben angemessen gute Laune bei angemessen schlechten Filmen und ihr guckt in die Röhre. Ich werde versuchen, euch in den nächsten Tagen mit den entsprechenden Reviews zu trösten.
Statt einer neuen Leseliste hier mal ein paar Videos und Kanäle, die teilenswert finde.
Viele Leute finden <a href=" Therapy unsäglich, weil sie den aufdringlichen und überaus enthusiastischen Stil des Präsentators nicht ertragen können. Ich persönliche halte viel von der Kritik für Neid – wer möchte nicht den lieben langen Tag damit verbringen, die coolsten Gadgets auszupacken und damit herumzuspielen…
Die Leseliste – auch so ein Thema, dass ich ein wenig vernachlässigt habe. Hier mal wieder ein paar interessante Artikel, über die ich in den letzten Monaten gestolpert bin. Damit ihr euch am Wochenende nicht langweilt.
So ist dieser Artikel über das Verschwinden der Jugend-Subkulturen eigentlich ein prima Ersatz für einen Beitrag, den ich seit Jahren schreiben wollte, zu dem ich mich aber nie aufraffen konnte. Denn in der Tat ist es auffällig, dass mit der Aufsplittung von Medien, Quellen und Ressourcen die einheitliche, aber zeitlich begrenzte Jugendkultur (ganzheitlich wie bei den Poppern, aber auch im Detail wie bei den Vanilia-Hosen) praktisch ausgestorben ist…
Originaltext November 2014:
Vom identitätsstiftenden Familienmagazin zum rotblauen Klon-Listing samt austauschbarer Blondine auf dem Cover: Mit der Vermehrung der TV-Sender ist eine Vermehrung der TV-Zeitschriften einher gegangen, die einen ruinösen Wettbewerb ausschließlich über den Preis betreibt. Dabei würde der Markt im Zeitalter des individualisierbaren Programmangebots ganz andere Ansätze brauchen.
Über die 80er Jahre hinaus definierten Schüler ihren TV-Konsum über die daheim verfügbare Fernsehzeitschrift: Es gab Hörzu- und Gong-Kids, Familien mit TV Hören & Sehen oder der sympathisch altmodisch betitelten Funkuhr. In anspruchsvoller interessierten Haushalten musste die kostenlose Beilage zur Wochenzeitung reichen, Vorreiter mit Videorekorder und Privatfernsehen griffen gerne zur hochmodernen TV Spielfilm…
Dieser "Redux" war als 15. Folge gedacht, ich ziehe ihn (sie?) aber heute mal aus aktuellem Anlass vor. Das Buch, das ich hier bespreche, ist nämlich mittlerweile verfilmt worden und bei Mark Tinta gibt es eine ziemlich vernichtende Kritik, die mich nicht sonderlich überrascht. Man hat ein eh schon relativ pseudo-trendiges Buch mit knappem Verfallsdatum noch einmal verwässert und "angepasst" – augenscheinlich mit den komplett falschen Ansätzen. Ich empfehle aus diesem Grund die Lektüre nicht nur meines Artikels, sondern auch der Tinta-Kritik.
Ach ja, noch was: Das war der erste Hyperland-Text, der beim ZDF so nicht abgenommen wurde…
Ich könnte heute auch ein Schild "wegen Island geschlossen" raushängen, aber die Hyperland-Artikel habe ich auf Halde, also überbrücken wir damit bis zu meiner Rückkehr – und dem großen "Guardians of the Galaxy Vol. 2"-Review.
Originaltext März 2013:
Die Idee ist nicht neu und war eigentlich aus der Not geboren: In den 60er Jahren wollte der Verlag Marvel die Nachfrage nach Comics mit billigen <a href=" anheizen, die eigentlich nur aus Standbildern zusammengesetzt waren, unterlegt mit kruden Toneffekten, Dialogen und gelegentlichen Animationseffekten. Das Ergebnis: eine Art bewegtes Comicheft…
Originaltext Februar 2013:
Es war eine Ankündigung, mit der niemand wirklich gerechnet hatte: Am Dienstag erklärte der nur vermutlich weltgrößte Versandhändler, im Mai eine eigene Währung einführen zu wollen. Der Name: Amazon Coins. Mit diesem digitalen Zahlungsmittel sollen sich laut Amazon Apps und Spiele kaufen lassen – von physischen Produkten wie Büchern oder Rasenmähern ist interessanterweise (noch?) nicht die Rede.
Nun ist die Idee einer „virtuellen“ Währung nicht neu. Schon in den 90ern Jahren wurde mit den „Beenz“ versucht, eine reine Netzeinheit zu schaffen, die nicht nur analog zum echten Geld existiert, sondern auch als Bonus wie Flugmeilen vergeben und gegen Waren eingetauscht werden kann…