• Filmverbrechen-Fotostory: GINA WILDKATZE oder: Happy End am Krankenbett (2)


    Okay, wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, die Rückblenden, die keine Rückblenden hätten sein müssen, sind endlich rum. Wir haben uns auch daran gewöhnt, dass Gina Arnold sich an keiner Form von erkennbarer Emotion versucht und dass über weite Strecken wechselnde Erzählerstimmen die Scherben des "Plots" zusammenfegen müssen.

    In mancherlei Beziehung ist GINA WILDKATZE wie der Trash-Klassiker MANOS – HANDS OF FATE: produziert von Leuten, die kein Interesse oder keine Kenntnis von den Mechanismen des Filmemachens hatten. Die Abwesenheit der üblichen Erzählstrukturen macht ihre Notwendigkeit umso schmerzhafter sichtbar…

  • Filmverbrechen-Fotostory: GINA WILDKATZE oder: Wahre Liebe gibt es nur im Provinzpuff (1)


    Für die nächsten drei, vier Filme werde ich bewusst in obskure Keller hinabsteigen, werde in die Ecken schauen, in denen die deutsche Filmgeschichte gerne das feucht durchwischen vergisst. Da, wo sich Staub und Schmier festgesetzt haben, wo man einen hässlichen Sessel vorstellt, wenn Verwandtschaft zu Besuch kommt.

    Heute zum Beispiel geht es um GINA WILDKATZE, einen bizarren Regionalfilm aus dem Freiburg Mitte der 70er Jahre, der nach seiner "Welturaufführung" in einem lokalen Kino 20 Jahre lang verschwand und erst nach dem Tod der dafür verantwortlichen Person wieder auftauchte…

  • Overhyped and undersold: Gedanken zu BLOOD & SINNERS und MISSION: IMPOSSIBLE


    Ich kann nicht jeden Film in der Pressevorführung sehen. Manchmal hole ich den Kinobesuch mit dem Frankster nach, aber dann erübrigt sich oft die Kritik – der Großteil meiner Leser war entweder selber schon drin oder hat kein Interesse. Darum verkneife ich mir Reviews "after the fact" meistens.

    Im Fall von BLOOD & SINNERS und dem letzten Teil der MISSION: IMPOSSIBLE-Reihe halte ich es aber für nötig, die Stimme zu erheben, sei es auch nicht für einen klassischen Review. Ich möchte stattdessen eher gegen den Mainstream anschwimmen, der BLOOD & SINNERS zu einem Meisterwerk des neuen "schwarzen" Horrors erklärt hat und MISSION: IMPOSSIBLE zu einem unwürdigen Abschluss der langlebigen Franchise…

  • Reise-Resterampe (2): Fantasy Filmfest Nights 2025 Berlin


    Wenn ich diese fotografische Rückschau noch lange hinausschiebe, kann ich sie gleich mit dem großen Fantasy Filmfest im September kombinieren. So geht’s ja nicht! Also rekapituliere ich noch mal die Tage vom 8.-12. Mai. Ich beschränke mich dabei auf die wichtigsten und unterhaltsamsten Eindrücke.

    Nach reiflicher Überlegung hatte ich mal wieder ein 1. Klasse-Sparticket für den ICE gekauft, der in etwas über vier Stunden von München nach Berlin rast. Das kann ich mit unserem eigenen Wagen nicht schaffen, zumal ich den BMW in Berlin auch nur schwer für vier Tage kostenfrei parken darf…

  • Zombie-Zeitschriften: The last of the (in)famous international Playboys


    Es kann helfen, vorab meine Abhandlung über die Geschichte des deutschen PLAYBOY-Magazins zu lesen.

    Das hier ist eine ganz wilde Geschichte, darum braucht sie ein wenig Kontext.

    In den 70ern wurde es mit der Legalisierung der Pornographie und dem Erscheinen deutscher Ausgaben von PLAYBOY und PENTHOUSE weitgehend statthaft, mit einem "nudity mag" in der Öffentlichkeit rumzulaufen.

    In den 80ern schämte sich niemand mehr, im Büro oder der U-Bahn das Magazin mit dem Hasen "wegen der Interviews" zu lesen.

    In den 90er drehte sich der Wind wieder, ein zunehmend konservatives Weltbild sorgte dafür, dass die nackten Tatsachen auf dem Cover zunehmend versteckt wurden und ein Haufen Magazine auf den Markt kamen, die zwar mit sexy Mädels köderten, aber niemals eine 16er-Freigabe benötigten: FHM, MAXIM, etc…

  • Reise-Resterampe (1): Benelux


    Ich bin in den letzten Wochen nicht dazu gekommen, Fotos von meinen Reisen zu teilen. Das hole ich nun nach – auch, weil ich mich verpflichtet fühle, denn ich bin vielen meiner Leser dankbar für die tollen Tipps, an die wir uns teilweise sogar gehalten haben. Die Weisheit der Masse, so sieht sie aus.

    Mitte Mai wollten wir unbedingt raus, aber es war uns auch nicht nach Fernreise. Wir kamen schließlich auf die Idee, mal an die holländische Küste zu reisen, konnten uns aber nicht auf ein singuläres Ziel einigen…

  • Kerosin gegen Benzin: Mit dem Flixbus nach London?


    Eben postete jemand auf Facebook, dass die Fernbuslinie Flixbus nun auch eine direkte Verbindung von München nach London anbietet:

    Da wurden bei mir Erinnerungen wach – in den frühen 90ern habe ich solche Touren von Düsseldorf nach London nämlich ein paar Mal gemacht.

    Das lief immer ungefähr so ab: In Düsseldorf abends am Hauptbahnhof in den Bus steigen, Zwischenstopps u.a. in Aachen, um weitere Fahrgäste aufzunehmen. In tiefster Nacht dann mit der Fähre rüber auf die Insel und gegen 6.00 Uhr dann in London am Hyde Park aussteigen…

  • Kino Kritik: FROM THE WORLD OF JOHN WICK: BALLERINA


    USA 2025 . Regie: Len Wiseman. Darsteller: Ana de Armas, Keanu Reeves, Ian McShane, Anjelica Huston, Gabriel Byrne, Norman Reedus, Lance Reddick, Catalina Sandino Moreno u.a.

    Offizielle Synopsis: Nach dem Tod ihrer Eltern wird die junge Eve Macarro vom Continental-Manager Winston in die Obhut der Verbrecherorganisation Ruska Roma gegeben. Unter der Aufsicht der strengen Direktorin wird sie dort zur Auftragskillerin ausgebildet, um sich an den Mördern ihrer Eltern rächen zu können.

    Kritik: Ich gestehe – ich bin überrascht. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es den JOHN WICK-Spinoff BALLERINA wirklich geben würde…

  • Sehen heißt nicht mehr glauben: KI und das Ende der Gewissheit


    Ich habe im Rahmen meiner Recherchen zum Thema KI immer wieder Videos vorgestellt, die komplett von einem Algo ausgespuckt wurden. Meist waren das kurze Clips, proofs of concept, mäßige Annäherungen an echte Videos, eigentlich immer versehen mit dem Caveat "ja, das ist noch lange nicht perfekt, aber das wird sehr schnell sehr viel besser".

    20204 hatte ich mir den Spaß gemacht, als Vorbereitung auf das Fantasy Filmfest einen Fake-Vorspann für Star Trek zu basteln. Selbst mit den sehr beschränkten Mitteln war das eine Sache von Minuten – Stock-Footage und Library Music inklusive…