• Ist Corona eine Frage von Freiheit vs. Vernunft?


    Es fällt mir momentan schwer, die Ruhe zu bewahren. Nicht wegen des Virus an sich, sondern wegen der Reaktionen darauf. Und damit meine ich – wie neulich schon – nicht die Hamsterkäufer oder Parkplatzcliquen, die vereinzelt immer noch den Schuss nicht gehört haben. Wir sind ein Land von 80 Millionen Menschen mit so vielen Idioten, dass die AfD in einigen Ländern eine Mehrheit besitzt. Da sind solche Ausfälle nicht nur zu erwarten – es wäre verdächtig, wenn es sie nicht gäbe. Noch dazu in einer Ausnahmesituation, denn wie heißt es so schön…

  • Lost Trashures: Filme, die (keinem?) fehlen


    Vor 20 Jahren hatte ich eine Phase, in der ich Dutzende Genres und Filme ausgebuddelt habe, die mir während der Pubertät versagt geblieben waren: die Meisterwerke von Jodorowsky, die Zombie-Ekelpakete der Italiener, Okkult-Kinohits der 70er, asiatische Knochenbrecher, britische Kult-Sitcoms, etc.

    Ahhh… Obskuritäten wie MURDER IN A BLUE WORLD aka CLOCKWORK TERROR:

    Für den raren Fantasy-Western THE LEGEND OF HILLBILLY JOHN sind Freunde von mir damals 400 MEILEN durch drei Bundesstaaten der USA gefahren – heute könnt ihr ihn augenblicklich und in besserer Qualität bei YouTube anschauen:

    Andere Filme habe ich von zweifelhaften Versendern aus New York und Hong Kong bestellt, weil es schlicht keine anderen Möglichkeiten gab, an sie ranzukommen…

  • Filmverbrechen-Fotostory: PENG! DU BIST TOT! oder: In Ingolfs Lederhose wird gejodelt (NSFW)


    Die deutsche "Komödie" der 70er und 80er ist eins meiner Steckenpferde – weil sie von einer schizophrenen Zerrissenheit geprägt ist, die selten für gute, aber fast immer für unvergessliche Filmabende sorgt. Machen wir uns nichts vor: mit dem Humor meint es der Deutsche ernst. Humor muss sein wie Karneval: für alle, frech, aber nicht böse, systemstabilisierend und vor allem vom Vorstand abgenickt. Ho ho ho und Schenkel klopfen. Das wurde zu selten, aber dann grandios torpediert:

    Klar – wo sollten die Deutschen nach zwei verlorenen Weltkriegen und einer Literatur aus schweren Dramen auch den britischen Humor her nehmen…

  • Science Fiction – made in Germany Oder: Das vergessene Genre versucht sein Comeback


    Dies ist ein Artikel von Anfang 2001, der mir gestern in die Hände gefallen ist, als ich meine Festplatte nach Erwähnungen des Films DIE STURZFLIEGER durchsucht habe. Ich konnte zuerst nicht mehr nachvollziehen, was Sinn und Zweck der Übung war, aber dann stieß ich auf die Erwähnung der Zeitschrift "phantastisch!" – und ja, für die habe ich in der Anfangsphase mal ein paar Beiträge geschrieben.

    Natürlich haben sich in den letzten fast 20 Jahren einige Sachen geändert – viele der hier als "verschollen" deklarierten Filme sind längst auf DVD erschienen oder im Streaming verfügbar…

  • Wenn das digitale Licht ausgeht


    Ich werde versuchen, meine Gedanken zum Corona-Virus mit launigen Reviews von Schrottfilmen abzuwechseln. Karmischer Ausgleich und so.

    Was liegt heute an? Vielleicht das. Gestern ging bei uns das Internet aus. Wir haben den Atem angehalten, denn am Netz hängt momentan nicht nur unser soziales Miteinander, sondern auch unser Beruf. Home Office, ihr erinnert euch. Ohne Netz kein Job.

    Nach drei Minuten war das Netz wieder da.

    Die augenblickliche und intensive Panik, die wir verspürt haben, machte mich darauf aufmerksam, dass die Sorge um Lebensmittel und Klopapier in einem wirklichen Ernstfall sekundär ist…

  • Filmverbrechen-Fotostory: IS WAS KANZLER!?! – oder: Großes Elend Kabarett-Kino


    Auch ich muss mich angesichts der Corona-Quarantäne beschäftigen. Für Sniper-Aktionen ist unsere Terrasse zwar exzellent geeignet, aber da bekomme ich nur wieder Ärger mit der LvA. Und weil meine exorbitanten Reviews zu den 80er-Totalausfällen EIN KAKTUS IST KEIN LUTSCHBONBON und TERMINUS seinerzeit so gut ankamen, versaue ich mir einfach noch mal ein paar Nachmittage mit dem schlechtesten, was Papas Kino so zu bieten hatte. Die Fallhöhe ist erwartungsgemäß beträchtlich.

    Heutiges Exponat: Die "Polit-Satire" IS WAS KANZLER!?! von 1984, die ich seinerzeit gerne gesehen hätte – ich war 15, links und dumm, als der Streifen in die Kinos kam und das Plakat sah prima nach frechem Nasedrehen zum Establishment aus:

    Es sollte nicht sein und am Ende dauerte es satte 35 Jahre, bis ich den Streifen endlich mal vor die Augen bekam – und wahrlich, er ist die Retrospektive wert, wenn auch aus gänzlich unerwarteten Gründen…

  • Pro Hamsterkäufe: Eine Widerrede


    Ich spüre so ein Kratzen im Hals. Da steckt was drin. Da will was raus. Kein Virus. Ich kenne das schon. Es ist eine Widerrede – meine unangenehme Angewohnheit, gerade besonders vernünftigen und nachvollziehbaren Aussagen entgegen zu treten, sie zu packen, in der Hand zu drehen und zu denken "was kann ich denn damit NOCH anfangen?". Manche nennen das blanken Opportunismus, ich sehe es als rhetorische und intellektuelle Fingerübung. Und es ist mal wieder an der Zeit.

    Momentan teilt sich die Welt, so scheint’s mir, in zwei Lager auf: Die hysterischen Hamsterkäufer – und wir, die wir uns in unendlich vielen Facebook-Postings und Memes über sie lustig machen und/oder sie verteufeln…

  • Haptik: Vom Genuss den Anfassens


    Ihr wisst, dass ich es gerne digital mag. Ich halte die Verlegung von Information, Unterhaltung, Wissen und Wellness in den Cyberspace für eine tolle Sache, weil es Platz, Ressourcen und Aufwand spart, während es gleichzeitig globale Verfügbarkeit ermöglicht. Wann immer ich Bestände aus meinem Haushalt in die Cloud verlegt habe (von Zeitschriften über Akten bis hin zu Anleitungen), hat sich das in kürzester Zeit bewährt. Ein Lexikon im Schrank braucht einen Regalmeter und verlangt händische Suche – ein Lexikon im Netz braucht nix und verlangt Strng+F…

  • Depp des Tages (6)


    Das hier fällt mir schwer – weil ich den Deppen-Preis eigentlich nur an Leute vergebe, die mir auf die Nerven gehen. Heute verleihe ich den Schandorden allerdings an jemanden, den ich gemeinhin gut leiden kann.

    Vor mittlerweile auch schon zehn Jahren habe ich für die längst eingestellte Zeitschrift TV SÜNDE (deren wechselhafte Geschichte ihr hier nachlesen könnt) ein Interview mit der Schauspielerin Katja Bienert geführt, die in den 70er Jahren durch harmlose Nackedei-Rollen bekannt geworden war (man entschuldige den krassen Fehler im Namen der Aktrice im Titel, das hier ist die noch unkorrigierte Version des Artikels):

    Das Interview habe ich dann auch hier auf dem Blog bereit gestellt…