Thema: TV-Mix
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Kollege Sixtus sprach mich kürzlich über eine Curry-Frikadelle darauf an, wie genial und zeitlos David Lynchs Mindfuck-Serie "Twin Peaks" doch war. Ich musste ihm Recht geben – zumal die Serie der Welt Sherilyn Fenn geschenkt hat.
Den stärksten Eindruck machte ich auf mich damals allerdings der Soundtrack von Angelo Badalamenti. Auf langen Autofahrten von Düsseldorf zurück nach München, spät in der Nacht, endloser Asphalt, müde – und dann "Twin Peaks" im CD-Player. Der Eintritt in eine andere Welt.
Aus genau diesem Grund präsentiere ich gerne und mit Begeisterung zwei Videos, in denen der Gitarrenvirtuose Martin Tallstrom die zwei signifikantesten Stücke des Soundtracks nachspielt…
Es sind oft genug kleine Szenen, die mich beeindrucken. Schnipsel in TV-Serien, wenn Darsteller nicht bloß gut sind, sondern herausragend. Details. Pausen. Blicke.
"Battlestar Galactica" hatte ein paar davon. David Hyde Pierce in "Frasier". Das Staffelfinale von "House". Pam in "The Office", als Jim sie um Date bittet, statt in die New Yorker Zentrale zu wechseln:
Wir hatten bei den "TV-Babes" vor ein paar Tagen schon über Kristen Bell gesprochen. Gestern hatte sie einen Gastauftritt in der sympathischen Improv-Sitcom "Party Down". Sie spielt Uda Bengt, die Leiterin eines rivalisierenden Catering-Teams namens "Valhalla"…
Ich fand die Pilotepisode der neuen Highschool-Serie "Glee" nicht so besonders. Die Darsteller sind gut, ohne herausragend zu sein. Die Dialoge sind glaubhaft, ohne zu funkeln. Emotional schwankt das permanent zwischen Drama, Komödie, und Klischee (klar, die Jocks machen ihre Scherze mit dem armen Rollstuhlfahrer, die Cheerleaderin ist eine blonde Bitch). Es fehlt das klare Genre, der Fokus.
In der letzten Szene schafft es die Episode aber noch, das Ruder herum zu reißen – durch hemmungsloses Pathos und einen echten "american classic":
Und es ist genau DAS, was mir bei deutschen Serien fehlt – die Bereitschaft, alle Vorsicht fahren zu lassen, Gefühle zu umarmen, die Handbremse zu lösen, und sich hemmungslos zum Affen zu machen…
In seinem Segment über die Europareise von Barack Obama haut Stewart beiläufig Verweise auf James Bond, Charles Dickens, das Motto von Fox News, und "Superman IV" raus – nicht ohne anzumerken, dass "Superman IV" natürlich Käse war:
Die Menge an Popkultur-Referenzen, die man in der "Daily Show" dem Zuschauer zumutet, geht weit über das hinaus, was man sich in einer deutschen Sendung trauen würde. Hierzulande wäre der Versuch, ein breites Publikum zu erreichen, doch nur mit einem Gedanken verbunden: mach es so simpel wie möglich…
Selbst Craig war sichtlich überfordert, und ließ die B-Aktrice dann irgendwann einfach nur noch plappern. So aufgedreht, wirr, und selbstironisch muss man erstmal sein:
Ich find’s sexy…
Die neue US-Sitcom "Better off Ted" ist für einen TV-Junkie wie mich ideal: ironisch, smart, elegant – ob sich Otto Normalzuschauer damit anfreunden kann, wage ich allerdings zu bezweifeln. In meinen Augen droht der Serie das gleiche Schicksal wie "Jake in Progress" und "Arrested Development".
Definitiv sehenswert sind auf jeden Fall die Werbespots für das Industrie-Konglomerat Veridian, die immer wieder auftauchen:
(Tipp von Zorf, und der hat’s von ihm)