Thema: Scan-Archiv
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Auch wenn familiäre Verpflichtungen mich bisher abgehalten haben, den Wortvogel-Flohmarkt zu eröffnen, so bin ich doch nicht faul gewesen, was die Entschlackung meines Teils des Haushalts angeht. Das hatte auch ganz praktikable Gründe: Wegen einer kompletten Umfinanzierung meines Immobilien-Parks musste ich eine geradezu irrwitzige Menge an Plänen, Formularen, Fotos, Nachweisen, Auszügen und Berechnungen beibringen, was den Wunsch verstärkte, so etwas künftig mit weniger Stress griffbereit zu haben. Analog wie digital.
Das Fundament hatte ich über Jahre, in denen ich meine Akten wieder und wieder sortiert habe, bereits gelegt – alles, was mein Leben und meine Interdependenzen mit Behörden, Banken und Versicherungen protokolliert, findet sich in fünf robusten Ordnern:
Dazu gibt es noch zwei Ordner mit Unterlagen auf dem Dachboden, die ich zwar nicht mehr brauche, aber auch nicht wegwerfen möchte – alte Verträge, Arbeitsnachweise, Briefwechsel mit der Polizei und Kaufbelege von Artwork…
Natürlich wird Content im Internet durchgereicht. Das Web ist eine Sharing-Kultur, darum ist der Share-Button neben dem Like-Button auch die wichtigste Funktion von Facebook. Könnte ja sein, dass der Freundeskreis das lustige Katzenvideo oder den zutiefst wahren Spruch über das Leben noch nicht kennt. Persönlich reizt mich das weniger, weil ich den Wortvogel gestartet habe, um genuinen Content zu produzieren.
Es gibt aber Auswüchse der Sharing-Kultur, die mich nerven. Wenn Ideen- und Themenklau zum Geschäftsprinzip erhoben werden. Kein Konzept – nur noch billig zusammen geschustertes "Best of" des Internets, versehen mit diesen unsäglichen "Was dann geschah, konnte niemand ahnen!"-Headlines oder den nicht minder ekligen "Bei Nr.5 musste ich weinen"-Anreißern…
Ich liebe das Magazin "Video Watchdog", seit ich es auf meinen Reisen in die USA in den 90er Jahren entdeckt habe. Kaum ein Fanzine wird mit so professioneller Akribie gemacht, mit so viel Liebe zum Detail. Tim Lucas und Konsorten sind keine Fanschreiber, sondern Cinephile, deren Interesse weit über Horror und SF hinaus geht. Sie lieben Kino – und von ihnen kann man lernen, Kino zu lieben.
Als Tim Lucas sein sechs Kilo schweres opus magnum "Mario Bava: All the colors of the dark" nach über 30 Jahren Feinarbeit endlich heraus brachte, gehörte ich zu den ersten Käufern…
Angesichts meines letzten Beitrages (und einiger davor) dürftet ihr schon gemerkt haben, dass der Wortvogel ein Zeitschriften-Junkie ist, der gerne in uralten Ausgaben wühlt und sich über das Aktuelle von Vorgestern amüsiert.
Wer nur ab und an einen dreckigen Lacher braucht, findet den bei VonGestern. Wem es primär um legendäre Videospiele geht, der ist bei Kultboy richtig.
Wer aber so richtig einsteigen will in das Thema "alte Magazine", der musste sich bisher entweder die Finger blutig suchen oder auf halb- bis komplett nicht legale Angebote zurück greifen…
Es kommt die Zeit, da will die Säge sägen…
Ich habe die letzten drei Tage genutzt. per USB-Hub alle meine externen Festplatten (fünf an der Zahl) anzuschließen und meine gesamten Backups neu zu organisieren. Ich bin nämlich ein notorischer Sammler, der alles behält, was er schreibt, liest oder in den digitalen Welten findet. Man weiß nie, ob und wann man es vielleicht wieder mal braucht…
Dank dieser Einstellung habe ich sämtlich je geschriebenen und erhaltenen Emails seit 1995 noch vorrätig, abgesehen von einer bedauerlichen Lücke zum Anfang des Jahrtausends (damn you, T-Online!)…
Ich habe immer noch keinen eBook-Reader. Vielleicht schaffe ich mir demnächst einen an, die Gerätepreise fallen ja ins Bodenlose. Oder ich kaufe mir ein Tablet, was zumindest als eBook-Reader einsetzbar ist. Wichtig, weil ich auch Farbe will (wegen Comics und Zeitschriften). Egal, ist jetzt gar nicht Thema.
Ich habe schon mal erwähnt, dass ich auf geschätzte 95 Prozent meiner Bücher verzichten würde und könnte, wenn sie in digitaler Form, ohne DRM, und ordentlich formatiert vorlägen. Bücher sind für mich kein Wert an und für sich…
Genaue Beobachter des Facebook-Kastens auf der linken Seite werden es bemerkt haben – in den letzten Wochen habe ich immer wieder launige Bilder vom SAT.1-Programm der frühen 90er gepostet, die mir in einem Schuhkarten über den Weg gelaufen sind. Hier noch mal als Diashow:
Ich hatte noch mehr Bilder – eher so von den Rotlicht-Programmplätzchen, auf denen der Begriff "Bällchensender" eine ganz neue Bedeutung bekam. Die wollte und konnte ich aber bei Facebook nicht reinsetzen. Darum wird’s nach dem Break jetzt hier verdammt nackig:
Manchmal erschrecke ich selbst, wenn mir klar wird, wie lange ich schon dabei bin. Seit nunmehr 23 Jahren ist die Schreiberei mein Beruf. "Jungautor" kann ich als Beschreibung nun wahrlich nicht mehr für mich reklamieren. Das fällt mir auch bei Facebook auf, wo ich zu irgendwelchem ollen Kram verdächtig oft meine Kommentare mit einem "Ja, da hatte ich auch mal mit zu tun, als ich…" beginne.
Letzte Woche bin ich im Keller wieder auf zwei Überreste früher journalistischer Experimente gestoßen, die ich euch nicht vorenthalten will…
Es ist alles ein wenig komplizierter, aber um eurer Geduld willen erzähle ich es mal so: ein Bekannter machte mich gestern auf eine Webseite aus den fragwürdigen Winkeln des Internets aufmerksam, auf der man eBooks, Comics und digitale Magazine DRM-frei und en masse ziehen kann. Das ist natürlich NICHT legal, mir aber auch egal, weil ich so etwas nicht brauche.
Aber was sehen meine müden Augen bei der Auflistung aktuell bereit gestellter Titel?
Raubkopien meiner Nibelungen-Romane – ungeschützt und in so ziemlich allen eBook-Formaten zum Download bei verschiedenen Free Hostern…
Ich trage mich mit dem Gedanken, mal eine Mappe mit Texten aus allen möglichen Quellen zusammen zu stellen, um meine Arbeit als Autor kompakt präsentieren zu können. Ehrensache, dass ich dabei auch auf Artikel zurück greife, die ich seinerzeit als Jungredakteur für den GONG geschrieben habe.
Im Rahmen unseres Umzugs nach Schwabing fiel mir kürzlich ein Ordner mit Fotokopien in die Hände, die ich vermutlich gemacht habe, als ich den GONG 1995 in Richtung ProSieben verlassen sollte. Es sind ausgesuchte Beiträge zu allen möglichen Themen, die ich damals als soliden Querschnitt meiner Arbeit betrachtete…