• Dummdreist sucht Dummkopf für Dummfug: Geballt, potenziert und ausgeglichen für nur 12,99 Euro


    Man muss unterscheiden können: Dass ich Groupon mag, ist kein Grund, alle dort angebotenen Produkte knorke zu finden. Oder umgekehrt: Weil ich ein Produkt bei Groupon albern finde, muss ich noch lange nicht das Konzept der Daily Deals verdammen.

    In diesem Sinne.

    Wer heute bei den "national deals" nachschaut, den erwartet ein satter Rabatt: 12,99 statt 39,90 für dieses ausgesucht hässliche Gummiteil hier links, das ich nur an mein Gelenk lassen würde, wenn ich dafür im 4 Sterne-Hotel als "all inclusive"-Besucher identifiziert werden könnte. Allerdings haben solche Bänder in letzter Zeit ja auch keinen guten Ruf mehr…

  • Gordon Lightfoot vs. Reinhard Mey: Inspiriert? Geklaut? Zu Unrecht verdächtigt?


    Mein Bruder brachte mich drauf: Er spielte mir kürzlich den Song "Early Morning Rain" in der Fassung von Elvis Presley vor. Das Lied wurde 1966 von Gordon Lightfoot geschrieben und veröffentlicht, ein paar Jahre später war es ein Hit für "Peter, Paul and Mary". Es gibt auch eine sehr schöne Fassung von Paul Weller.

    Hier die Fassung des Komponisten live:

    Hier der Text:

    In the early morning rain
    With a dollar in my hand
    With an achin' in my heart
    And my pockets full of sand
    I’m a long way from home
    And I miss my loved ones so
    In the early morning rain
    With no place to go

    Out on runway number nine
    Big seven-o-seven set to go
    And I’m stuck here in the grass
    Where the cold wind blows
    Now the liquor tasted good
    And the women all were fast
    Well there she goes my friend
    She’ll be rollin' down at last

    Hear the mighty engines roar
    See the silver wing on high
    She’s away and westward bound
    Far above the clouds she’ll fly
    Where the mornin' rain don’t fall
    And the sun always shines
    She’ll be flyin' o’er my home
    In about three hours time

    This old airport’s got me down
    It’s no earthly good to me
    'Cause I’m stuck here on the ground
    As cold and drunk as I can be
    You can’t jump a jet plane
    Like you can a freight train
    So I’d best be on my way
    In the early morning rain

    You can’t jump a jet plane
    Like you can a freight train
    So I’d best be on my way
    In the early morning rain

    1974 komponierte Reinhard Mey, den ich sehr verehre, seinen Klassiker "Über den Wolken":

    Auch hier der Text:

    Wind Nord/Ost, Startbahn null-drei
    Bis hier hör' ich die Motoren
    Wie ein Pfeil zieht sie vorbei
    Und es dröhnt in meinen Ohren
    Und der nasse Asphalt bebt
    Wie ein Schleier staubt der Regen
    Bis sie abhebt und sie schwebt
    Der Sonne entgegen

    Über den Wolken
    Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
    Alle Ängste, alle Sorgen
    Sagt man
    Blieben darunter verborgen
    Und dann
    Würde was uns groß und wichtig erscheint
    Plötzlich nichtig und klein

    Ich seh' ihr noch lange nach
    Seh' sie die Wolken erklimmen
    Bis die Lichter nach und nach
    Ganz im Regengrau verschwimmen
    Meine Augen haben schon
    Jenen winz’gen Punkt verloren
    Nur von fern' klingt monoton
    Das Summen der Motoren

    Über den Wolken
    Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
    Alle Ängste, alle Sorgen
    Sagt man
    Blieben darunter verborgen
    Und dann
    Würde was uns groß und wichtig erscheint
    Plötzlich nichtig und klein

    Dann ist alles still, ich geh'
    Regen durchdringt meine Jacke
    Irgendjemand kocht Kaffee
    In der Luftaufsichtsbaracke
    In den Pfützen schwimmt Benzin
    Schillernd wie ein Regenbogen
    Wolken spiegeln sich darin
    Ich wär' gern mitgeflogen

    Über den Wolken
    Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
    Alle Ängste, alle Sorgen
    Sagt man
    Blieben darunter verborgen
    Und dann
    Würde was uns groß und wichtig erscheint
    Plötzlich nichtig und klein

    Kann alles Zufall sein, klar…

  • Die große Körber/Reimann-Fehde: Das (vorläufig) letzte Wort hat Horst Pukallus


    Es entspricht meinem Sinn für Fairness, dass diejenigen, die angegriffen werden, auch die Chance bekommen, sich im gleichen Forum zu verteidigen, sofern dabei die Tischsitten nicht verloren gehen.

    Der erfolgreiche SF-Autor und Übersetzer Horst Pukallus war ja einer der (peripheren) Player im Streit um die Qualität deutscher Übersetzungen in der "Phantastische Zeiten" 1988. Er verfasste diesen Leserbrief:

    In meinem Interview machte Körber kürzlich keinen Hehl daraus, dass er sich (zumindest zeitweise) von Pukallus angefeindet fühlte.

    Ich dachte mir: Da frage ich doch mal beim Pukallus selber nach…

  • Zur Überbrückung: Back to the fabulous


    Ich werde noch ein paar Tage brauchen, bis ich eine Sackladung Reportagen und ein paar andere Lohntexte fertig gezimmert habe. Um breit gestreute Langeweile zu vermeiden, empfehle ich die ausgiebige Benutzung des "Zufall"-Buttons und stelle hier mal drei entzückende Entdeckungen vergangener Zeiten bereit.

    "Supertrain" ist eine legendäre Flopserie von 1979, mit der sich Dan Curtis ("Dark Shadows") an "Love Boat" ranhängen wollte. Den Pilotfilm gibt es nun in brauchbarer Qualität bei Youtube. Die Szenen mit dem futuristischen Zug im Bahnhof erinnern mich irgendwie an die Flight Decks des Kampfsterns Galactica:

    Wo ich gerade "Dark Shadows" erwähnte – obwohl diese Serie derzeit von Tim Burton (mit – Überraschung…

  • Albert Pyun – unpleasantly in(s)ane


    Er ist anders als viele Trashfilm-Regisseure, die alles filmen, was sich irgendwie refinanzieren lässt. Albert Pyun ist "a man on a mission". Seine Filme sind fast immer im besten Fall kryptisch, im schlimmsten Fall verworren. Sie handeln gerne von Cyborgs und der Suche nach der eigenen Erlösung, als versuche Pyun seit 30 Jahren, der dramaturgischen Struktur von "Blade Runner" auf die Spur zu kommen. Hat er mal ordentlich Geld, bringt er B-Kracher wie "Talon – Im Kampf gegen das Imperium" oder "Nemesis" zustande. Hat er keins, bescheißt er die Regierung von Guam oder foltert den Zuschauer mit Non-Narrativen wie "Infection"…

  • Skeptik für Anfänger


    Eigentlich sollte das gar nicht mehr nötig sein, aber weil auch bei erfahreneren Diskutanten manchmal gewisse Grundlagen fehlen, lege ich euch die Doku "Here be Dragons: An introduction to critical thinking" schwer ans Herz. Nicht perfekt gemacht, etwas manieriert moderiert, aber allemal konkret und nutzorientiert:

    Wem eher nach leichterer Kost ist, der kann sich an einem ganz obskuren Relikt der 80er versuchen, dem Trio-Film "Drei gegen drei". Im Kino gefloppt, einmal im Fernsehen ausgestrahlt, und auf Video selten unter 50 Euro zu bekommen – da nimmt man auch die Defizite dieser Youtube-Version gerne in Kauf:

    Ihr ahnt es schon: Wenn ich euch derart abzulenken versuche, bin ich wieder auf Reportage…