Thema: Kino-Kritik
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Inhabited Island (1)
Russland 2008 . Regie: Fyodor Bondarchuk. Darsteller: Vasily Stepanov, Pyotr Fyodoroy, Yuliya Snigir u.a.
“Inhabited Island” ist ein russisches 40 Millionen (Dollar, nicht Rubel) teures Effekt-Spektakel, basierend auf dem (natürlich hoch politischen) Roman “Die bewohnte Insel” der Brüder Strugatzki aus dem Jahr 1968. Der Film zerfällt in zwei Teile – Teil 1 lief letztes Jahr in den russischen Kinos, Teil 2 kommt demnächst. Die Aussichten sind allerdings nicht gut: “Inhabited Island” wurde von Kritik und Publikum eher verhalten aufgenommen. Viel Geld hat er nicht eingespielt…
Charlie Chaplin wird von zweitklassigen Clowns gerne imitiert, weil sich "der Tramp" auf wenige Requisiten (Stöckchen, Schnauzbart, Melone) und Manierismen (Schulterzucken, Watschelgang) reduzieren lässt.
Durch die grandiose sechsstündige Doku "Make 'em laugh" habe ich jetzt gelernt, dass Chaplin schon zu Lebzeiten mit Doppelgängern zu kämpfen hatte, weil jedes Filmstudio, das ihn nicht unter Vertrag hatte, ein Stück vom Kuchen wollte:
Ganz schön dreist.
Zu dem Thema wollte ich mehr wissen, und recherchierte nach: Besonders frech trieb es der Mexikaner Charles Amadore, der sich 1916 sogar in "Charlie Aplin" umbenannte, was ihm schnell eine Klage des Originals einbrachte…
White Buffalo
USA 1977 . Regie: J. Lee Thompson. Darsteller: Charles Bronson, Jack Warden, Will Sampson, Clint Walker, Slim Pickens, Stuart Whitman, Kim Novak
Ein Spätwestern, der als “Weißer Hai”-Variante verkauft wird? Darauf muss man erstmal kommen.
In der Tat beruht mein Interesse an “Der weiße Büffel” nur daran, dass ich mich an die Schlagzeile eines Bravo-Berichts zum Kinostart erinnern kann, die da lautete: “Bronson hat Angst!” Jau, sowas war damals ein Ausrufezeichen wert! Muss ja auch – wie Steven Seagal hat Bronson sonst schließlich nie Angst…
So, jetzt wollen wir doch mal schauen, ob sich Filmpiraterie wirklich auf die Einspielergebnisse eines Films auswirkt.
"Wolverine" ist ein geradezu bezaubernd perfekter Testkandidat: seit einem Monat gibt es eine ausgezeichnete Raubkopie im Internet, die Kritiken sind unterdurchschnittlich (Metacritic kommt auf 44 Prozent), und es ist dem Verleih nicht gelungen, die Presse vor der Premiere effektiv an die Kette zu legen.
Erste Prognosen anhand der Kartenvorbestellungen prophezeien bis zu 92 Millionen. Boxofficeguru vermutet, "Wolverine" könnte 85 Millionen am ersten Wochenende einspielen. Das Studio hat seine Erwartungen von 80 auf 75 Millionen reduziert…
Ich hänge böse hinterher, ich weiß. Die privaten Verbindlichkeiten der letzten Wochen haben es zwar gerade noch erlaubt, Filme zu gucken, aber kaum noch, darüber zu schreiben. Um aufzuholen, werde ich nun in zwei Schüben gleich zehn Filme kurz und knapp vorstellen. In einigen Fällen ist das auch wirklich besser so…
The Burrowers
USA 2008 . Regie: J. T. Petty. Darsteller: Doug Hutchison, Clancy Brown, William Mapother, Sean Patrick Thomas u.a.
Fangen wir mit einem Genre an, auf das ich wirklich scharf bin, obwohl es mich kontinuierlich enttäuscht: dem Horror-Western…
Okay, die Sperrfrist ist rum, und ich darf endlich und offiziell meine Meinung zum neusten Superhelden-Opus kundtun. Nicht basierend auf dem Workprint, sondern basierend auf dem tatsächlichen und fertigen Film.
Einige von euch werden es dank eines Artikels bei AICN mitbekommen haben: Die ganze Sperrfristen-Regelung von Fox diente augenscheinlich nur dazu, die beinahe Deckungsgleichheit von Workprint und fertigem Film zu verschleiern. Wochenlang hatte man behauptet, der im Netz aufgetauchten Arbeitskopie fehlten 10 Minuten und signifikante Szenen der Reshoots. Alles Nebelgranaten: Bis auf die Effekte und die Musik konnte ich exakt EINE Änderung feststellen – eine Szene von Wolverine in Japan nach dem Nachspann wurde durch eine langweiligere Szene mit Stryker ersetzt…
"Star Trek" war in meinen Augen eine scheintote Franchise, erstickt an der eigenen Nostalgie, vollgestopft mit Figuren, die vor lauter Heiligkeit kein Leben mehr in sich tragen, und einer Mythologie, die jeden Versuch eines Neuanfangs zum Scheitern verurteilt. Ein Museum respektierter Ideen, ein Schrein, aber längst keine Quelle von Kick Ass Entertainment mehr. Zuviele Produzenten und vor allem zu viele Darsteller, die neben ihren Gehaltsschecks auch noch Mitspracherecht verlangen, weil sie natürlich alle am Besten wissen, was zu tun ist. Mühsam als Geldkuh am Leben gehalten, schwerfällig den aktuellen Trends nachhumpelnd…
Bei Telepolis bin ich gerade auf einen interessanten Artikel gestoßen – wie es aussieht, verlangt Fox von Journalisten, die in dieser Woche an einer Pressevorführung von "Wolverine" teilnehmen, die Unterschrift unter eine weitreichende Sperrfrist-Erklärung.
Ich hatte über das Thema ja bereits geschrieben: Sperrfristen sind mittlerweile üblich, aber deshalb nicht weniger übel. Sie schaden primär dem nicht tagesaktuellen Printjournalismus, der nun endgültig keine Chance mehr hat, einen Film vorab kompetent zu besprechen. Die Kollegen der Wochen- und Monatszeitschriften, die man in diesen Vorführungen trifft, sind also eher aus Gewohnheit überhaupt eingeladen worden – und kommen auch nur aus Gewohnheit…
England 1972 . Regie: Mike Hodges. Darsteller: Michael Caine, Mickey Rooney, Lionel Stander, Dennis Price, Robert Sacchi
Ich habe ja schon des öfteren mein seltenes Lob dem heiligen Michael Caine ausgesprochen. Filmfans, die ihn dank der Gnade der späten Geburt nur als Altstar kennen, entgeht wirklich was: Caine war die britische Ausgabe von Steve McQueen, Paul Newman, Humphrey Bogart, und Robert Mitchum – in einer Person! Eine coole Sau vor dem Herrn, smart, gnadenlos, viril. Der hat allein zwischen 1965 und 1975 derart viele Klassiker gedreht, dass es mich drängt, jedem, der von "Michael Caine" redet, verachtend ins Gesicht zu spucken: "Für dich immer noch SIR Michael Caine"…
UDSSR 1967 . Regie: Georgi Kropachyov, Konstantin Yershov. Darsteller: Leonid Kuravlyov, Natalya Varley, Aleksei Glazyrin, Nikolai Kutuzov
Genre-Filme aus Ländern, die normalerweise keine Genre-Filme produzieren, faszinieren mich. Den pakistanischen "Living Corpse"-Dracula von 1967 fand ich sehr erheiternd. Kein Wunder also, dass ich die Gelegenheit, einen russischen Horrorfilm aus der gleichen Ära zu sehen, beim Schopf ergriffen habe.
"Viy" basiert auf Gogols gleichnamiger Geschichte aus dem frühen 19. Jahrhundert (ein Klassiker des Schauerromans, demnach). Es geht um einen jungen Philosophen, der auf einem einsamen Bauernhof von einer Hexe geritten wird, bis es ihm gelingt, sie niederzuknüppeln…