• Der Schnitter schiebt Sonderschicht: Ein ausweichender Nachruf auf eine unbekannte Person


    Über Johannes Heesters habe ich immer scherzend gesagt: "Der ist so alt, der hat das Sterben vergessen. Den werden wir nie los". Er starb am Heiligabend 2011, im Alter von 108 Jahren.

    Mit Frau C. ging es mir immer ähnlich. Als wir hier in Schwabing einzogen, war sie bereits 103. Eine kleine, zerbrechliche, aber vom Leben augenscheinlich nicht zerbrochene Frau, die nicht mehr gut hören und nicht mehr gut sehen konnte, aber mit wachem Geist und ungetrübter Freundlichkeit regierte, wenn ich sie im Treppenhaus sah…

  • It’s no Abby Sunday: Gone, baby, gone


    Am Mittwoch Abend hatte Abby einen schweren Anfall. Es wurde auch über Nacht und am nächsten Morgen nicht besser. Donnerstag brachte ich sie zum Arzt, wo sie eine Beruhigungsspritze bekam, damit man ihr Blut abnehmen konnte. Die Ergebnisse sollten binnen 48 Stunden vorliegen. Daran sollte sich entscheiden, ob wir die Dosis anpassen oder auf ein anderen Mittel ausweichen. Zusätzlich bekam ich Valium ausgehändigt, um die Katze bis dahin in akuten Fällen etwas dämpfen zu können.

    Es half nur nicht.

    Die Nacht auf Freitag war der Horror…

  • Dying is easy, comedy is hard: Dirk Bach, du wurdest noch gebraucht!


    Ich kannte Dirk Bach nicht, hatte in meinen 20 Jahren in der Branche auch keinen peripheren Kontakt zu dem Schauspieler und Comedian, der gestern im Alter von 51 Jahren überraschen verstorben ist.

    Es liegt nicht daran, dass ich es nicht versucht hätte.

    Dying is easy, comedy is hard, sagt man. Darum scheitern auch viele große Schauspieler, wenn sie rollen-untypisch komisch sein sollen. Andersrum wird leichter ein Schuh draus: in vielen Komikern schlummert erstaunliches dramatisches Talent. Bei Dirk Bach sowieso, der hat ja weltweit Theater gespielt…

  • Silvia Seidel 1969 – 2012: Das Wenige, was ich erzählen kann


    Silvia Seidel ist tot. Es ist gerade in den Nachrichten vermeldet worden und mein Blog mag auf den ersten Blick ein unpassender Ort zu sein, der Schauspielerin zu gedenken. Aber wie so oft: es gibt eine kleine Geschichte dazu zu erzählen.

    Ich fand "Anna" doof. 1987 war ich 19, hatte andere Sachen im Kopf als ZDF-Mehrteiler über Mädchen, die Ballerina werden wollen. Zumal ich diese Silvia Seidel arg knochig fand. Nicht meine Serie, nicht mein Typ. Über ihr Folgeprojekt "Faith" habe ich an anderer Stelle ja mal geschrieben…

  • So was wie ein Meme: Prost, Mr. Hitchens


    Eher beiläufig ist mir in den letzten Tagen aufgefallen, dass viele Leute in Gedenken an Christopher Hitchens einen letzten Scotch als Salut heben – da will ich nicht nachstehen:

    Keine Ahnung, ob er Johnnie Walker getrunken oder überhaupt mit mir angestossen hätte, aber trotzdem: Der ist für Sie, Mr. Hitchens. Danke.

  • Christopher Hitchens: 1949-2011


    Das Drecksjahr 2011 lässt auch auf der Zielgeraden nicht locker.

    "The only position that leaves me with no cognitive dissonance is atheism. It is not a creed. Death is certain, replacing both the siren-song of Paradise and the dread of Hell. Life on this earth, with all its mystery and beauty and pain, is then to be lived far more intensely: we stumble and get up, we are sad, confident, insecure, feel loneliness and joy and love. There is nothing more; but I want nothing more"…

  • Loriot 1923-2011: "Mutter, wir danken dir!"


    Eine erwartbare, nichtsdestotrotz erschütternde Nachricht: Vicco von Bülow ist im Alter von 87 Jahren verstorben.
    Wie kein Zweiter konnte er den deutschen Kleinbürger in seiner vollständigen Hilflosigkeit, Ignoranz und Liebenswürdigkeit darstellen. Er entlarvte uns nicht – im Gegenteil: Er lehrte uns, dass es in Ordnung ist, in Ordnung sein zu wollen. Das Streben vergoldet auch das unvermeidliche Scheitern.

    Das Volk mit der eigenen Spießigkeit zu versöhnen: Loriot hat vielleicht mehr für das Selbstverständnis in diesem Land getan als Grass, Adenauer und Boris Becker zusammen.

    Nun ist er wenigstens wieder mit Evelyn zusammen…

  • Virtuelles Kondolenzbuch: Mama Acula


    Ihr kennt Doc Acula, den geradezu zen-entspannten Webmaster von Badmovies. Der kommentiert hier ja auch regelmäßig, wenn seine Leidenschaft für Zelluloid-Schrott ihm die Zeit dafür lässt.

    Ich kannte auch seine Mutter. Sie hat uns einige Male im Kreise von Katzen und Porzellanpuppen bei Kaffee & Kuchen bewirtet. Wie findet man eine Frau, die einem begeistert erzählt, dass sie von "Lotta in Love" jede Folge aufgenommen hat? Herzensgut, so findet man die. Obwohl sie an der Küchentür ein Poster von Daniel Küblböck hängen hat, und obwohl ihr Lieblingsfilm "Niemand weint für immer" mit Howard Carpendale ist (klickt auf den Review-Link, um es von Acula selbst zu hören)…

  • Michael Jackson ist tot!


    Der amerikanische Pop-Titan starb in dieser Nacht, nachdem er mit Herzversagen in eine Klinik in LA eingeliefert worden war. Hintergründe sind noch keine bekannt.

    Sowas ist hier eigentlich kein Thema, aber hey – es ist Michael "Thriller" Jackson. Vielleicht kein Saubermann, aber ein Superstar.

    Ich bin seit den 80ern kein Fan mehr, halte seine Karriere für ein Paradebeispiel von "stark angefangen, und dann stetig nachgelassen". Die letzten 10 Jahre war er ein Freak, sein Leben eine Farce. In ein paar Wochen sollte eine Reihe von Comeback-Konzerten starten, für die er Medienmeldungen zufolge eigentlich nicht kräftig genug war…