Thema: Kino-Kritik
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Ich schlurfe mal wieder durchs Netz auf der Suche nach Filme für die "Movie Mania 2013". Das oberste Prinzip: die kurze Inhaltsangabe, ein Darsteller oder das Cover müssen mich reizen. Genauere Recherchen werden nicht angestellt, ich schaue nicht mal bei der IMDB vorbei.
Es sind manchmal Kleinigkeiten, die mich anziehen oder abstoßen. So gibt es einen neuen Film mit Dolph Lundgren, "The Package". Lundgren ist aber nicht Hauptdarsteller – Punktabzug. Lundgren spielt einen Charakter namens "The German" – Gummipunkt. Der Regisseur hat "Alien Agent" verbrochen – und raus…
USA 2012 . Regie: Jamie Bradshaw, Alexander Doulerain. Besetzung: Ed Stoppard, Leelee Sobieski, Jeffrey Tambor, Max von Sydow, Ingeborga Dapkunaite
Story : Misha ist einer der besten Werber der Welt. Von Russland aus bringt er die Konsumenten dazu, zu kaufen, was sie nicht brauchen – sogar, was ihnen schadet. Doch es gibt einen Marketing-Guru, der im Hintergrund die Fäden zieht und Misha zur Marionette für ein ganz neues Level an "branding" macht – am Ende soll eine Weltbevölkerung stehen, die vollends vom Konsum gesteuert wird, dumm, fett und glücklich…
Es ist keine neue Erkenntnis, dass Filmposter gerne sattsam bekannte visuelle "keys" verwenden, die sich bewährt haben. Das kann so simpel sein wie die Verwendung der mittlerweile fast allgegenwärtigen Trajan-Schrift.
Wir erinnern uns auch an die "Arsch in die Kamera"-Pose.
Bei 9gag bin ich eben auf eine sehr schöne Sammlung anderer, prägnanterer Design-Prinzipien für Filmposter gestoßen:
Es wäre nun sehr einfach zu sagen: klar, denen fällt nix ein, einer guckt beim anderen ab, kreative Dürre, damit muss endlich mal Schluss sein.
Ich sehe das anders…
D / GB / I 2012 . Regie: Peter Strickland. Darstller: Toby Jones, Cosimo Fusco, Chiara D’Anna, Antonio Mancini u.a.
Story : Soundtechniker Gilderoy reist in den 70er Jahren aus England nach Italien, um die Toneffekte für einen Horrorfilm einzuspielen. Von Anfang an schlägt ihm im Studio die Feindseligkeit der Anwesenden entgegen, fühlt sich der kleine schüchterne Mann ausgegrenzt und abgelehnt. Hinzu kommt die Brutalität des Films selbst, die Gilderoy verstört – er versteht die Italiener so wenig wie das, was sie für Kunst halten…
USA 2012 . Regie: Craig Moss. Darsteller: Kathryn Fiore, Flip Schultz, Olivia Alexander, Arturo del Puerto, Danny Woodburn, French Stewart u.a.
Story : Dana zieht mit ihrer Familie in das Haus zurück, in dem ihr Vater vor 20 Jahren die gesamte Besetzung von "The Artist" ermordete. Dort spukt es gewaltig, also werden überall Videokameras installiert, die "Ghost Brothers" angeheuert und schließlich sogar ein kleinwüchsiger Exorzist zu Rate gezogen. Im Nebenhaus wohnt übrigens Abraham Lincoln, der es auf die pubertierende Goth-Göre Lisbeth abgesehen hat. Es wird viel gefurzt…
Vorwort
Ich habe zur "Death Race"-Franchise eine etwas gespaltene Beziehung. Seit den 80ern bin ich ein Fan des Corman-Originals. Ich trage mich mit dem Traum, mal einen richtig krachigen Auto-Actionfilm zu machen. Dreimal bin ich der Erfüllung des Traums recht nahe gekommen.
Eine Weile lang wollte ich für Rat Pack ein Remake von "Dudu, der Superkäfer" schreiben (immerhin der erste Film, den ich als Kind im Kino sehen durfte). Das scheiterte letztlich an der Renitenz von Rudolf Zehetgruber, dem "Dudu"-Erfinder. Er war zwar generell bereit, die Franchise wieder auferstehen zu lassen, bestand aber auf die Verwendung eines eigenen Drehbuchs aus den späten 70ern, "Dudu der Friedensengel", in dem der gelbe Käfer den Kalten Krieg beendet…
Es hat seinen ganz eigenen Reiz, wenn eher zufällig zwei Filme mit ähnlichem Fokus auf den Markt kommen, die man "side by side" besprechen kann. So basierten einst "52 pick up" und "Der Ambassador" ebenso auf dem selben Roman wie "City Cobra" und "Fair Game". 1992 gab es gleich drei Filme über Christopher Columbus, mit "Volcano" und "Dante’s Peak" praktisch zeitgleich zwei Katastrophenheuler über Menschen, die vor Lavamassen flüchten. Nicht zu vergessen noch "Octopussy" und "Never say never again", zwei konkurrierende Bond-Filme in einem Jahr…
Harry Potter und der Orden des Phönix : Es setzt eine gewisse Müdigkeit ein. Der Sympathie-Bonus der Figuren und all das aufwändige Brimborium verdecken nur mühsam, dass weder der Inhalt noch die Themen nennenswert von der Stelle kommen. Der Orden wird am Anfang einmal kurz gezeigt, dann geht es zwei Stunden lang um die Übernahme der Schule durch eine blöde Zicke, Showdown, Orden wieder da, Film aus. Als hätten sie nicht ausreichend Laufzeit, um das ordentlich miteinander zu verknüpfen.
Harry Potter und der Halbblutprinz : Business as usual: wieder einmal ist der titelgebende Aufhänger nur Augenwischerei – es hat keine Bedeutung, dass Snapes am Ende der Halbblutprinz ist…
Seufz… na gut. Ich habe mich von euch breitschlagen lassen. Über die Feiertage und zwischen den Jahren schaue ich mit der LvA sämtliche "Harry Potter"-Filme und die gesamte "Herr der Ringe"-Saga in der Extended Version. 11 Filme, die zusammen genommen um die 30 Stunden Lebenszeit brauchen. Und das mir, der ich gerne mal bei 20minütigen Sitcoms ungeduldig mit den Fingern auf der Sofa-Armlehne trommele…
Die meisten von euch kennen die Filme und Reviews gibt es wahrlich genug, darum erspare ich mir aufwändige Besprechungen, sondern konzentriere mich auf das Fazit und die Details, die mir besonders aufgefallen sind…
USA 2012. Regie: Christopher Kenneally. Mit David Fincher, James Cameron, Keanu Reeves, Wally Pfister, Martin Scorsese, George Lucas, Jost Vacano, Michael Ballhaus, Lars von Trier, Christopher Nolan, Michael Chapman, Robert Rodriguez u.a.
Auch wenn ich die Movie Mania 2013 sicher weiter laufen lassen werde, neigt sich die 2012er-Version doch langsam dem Ende zu. Ich habe nicht ansatzweise so viele Filme geschafft, wie ich gehofft hatte, aber im Laufe des Jahres haben sich ein paar Prioritäten verschoben. Passt nicht immer alles.
Heute habe ich aber noch ein echtes Highlight für euch…