Thema: Filmverbrechen
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Wir machen nahtlos weiter: Unsere beiden Bruchpiloten Tscharlie und Hammer hören mit an, wie Eva in der Kneipe körperlich bedrängt wird:
Da muss man doch was tun! Und weil die Inszenierung einer Prügelei teurer ist als die Vortäuschung einer solchen, müssen wir leider draußen bleiben und darauf warten, dass die Mitglieder der "Stunt-Gruppe Molina" aus Fenstern und Türen fliegen. Man achte darauf, wie "geschickt" ein Tisch aus Balsa vor dem Ausgang platziert wurde, um sich dekorativ zu Kleinholz zerlegen zu lassen.
Ähnlich mit dem Fenster – Glasbruch war nicht drin, aber ein paar Holzlatten splittern ja auch ganz schön…
Genug gefeiert – an die Arbeit!
Womit kann ich das "Halbjahr der Highlights" beginnen? Mit einer LISA-Produktion, ganz klar. Diese hier habe ich seit vier Monaten auf Halde, weil ich sie aus verschiedenen Gründen erst nach dem Jubiläum veröffentlichen wollte.
Ich hatte es euch nach der harten Kost KANNIBAL KOMIX/VAMPIRA und WENCKE, UDO … UND DER BLAUE DIAMANT versprochen: LISA-Film geht immer. Damit kochen wir uns jetzt runter. Die nächsten Fotostorys werden dann hoffentlich wieder den "middle ground" zwischen Absurdität und Entertainment finden, jene Balance, die diese Reihe so wertvoll macht…
Da war ich etwas voreilig, als ich den zweiten Teil der Fotostory online gestellt habe. Gestern kamen nämlich noch ein paar zusätzliche Infos rein, die Licht ins Dunkel bringen.
Zuerst einmal meldete sich die ZDF-Zuschauerredaktion und bedauerte, keine Einschaltquoten für das Special vorliegen zu haben – was mich wundert.
Und Henning vom legendären Format Retro-TV ist für mich ins Archiv hinab gestiegen und hat die Ankündigung der Sendung aus der HörZu vom 30.12.1979 herausgesucht:
Mich beeindruckt die falsche Betextung der beiden Bilder – Augustinski ist im Szenenfoto gar nicht als "der kauzige Alte" zu sehen und May auch nicht als Krankenschwester…
Wir erinnern uns – Oli ist entschlossen, Wencke und Udo den vermeintlich echten blauen Diamanten abzuluchsen. De Zoch kütt!
Auch Paul beteiligt sich "hoch" zu Esel an der Verfolgungsjagd, bei der niemand genau zu wissen scheint, wer mit wem und warum.
Weil so lässig zusammen gestümperte Filme von Zufällen leben, lässt sich auch die wieder erwachte Wencke außerplanmäßig vom Zug mitnehmen:
Sie entdeckt Oli und ist natürlich angemessen erschrocken:
Oli ist über die erzwungene zweite Begegnung auch nicht begeistert:
Wencke schwärzt den Gauner gleich mal beim Schaffner an:
"Hey Mister, verhaften Sie diesen Mann…
Der hier braucht wieder ein wenig Kontext und einen Disclaimer. Es handelt sich um ein TV-Special, das am Tag vor Silvester 1979 ausgestrahlt wurde – und danach nie wieder. Es war weitgehend der Vergessenheit anheim gefallen, wurde nur noch in alten Archiven und Datenbanken erwähnt.
Vor ungefähr zwei Jahren (?) tauchte dann eine sehr maue Kopie im Netz auf – immer wieder hochgeladen, immer wieder gelöscht. 74 Minuten. Die erste Minute fehlt, am unteren Bildrand sind typische VHS-Tracking-Artefakte zu sehen.
Nun kann man fragen: was ist DARAN denn so spannend…
Nicht der hier – leider:
Ich übe mich weiter in aktueller Leser-Vergraulung.
Unser George Moorse Dabbelfietscher geht in die zweite Runde und ich kann euch nicht versprechen, dass es diesmal besser wird als die KANNIBAL KOMIX. Aber mit gut 43 Minuten ist es wenigstens kürzer.
VAMPIRA hat tatsächlich so etwas wie eine Hauptfigur und er versucht, eine Story in mehreren Episoden zu erzählen. Er gibt uns einen Führer in die Gruselwelt an die Hand in Gestalt von Manfred Jester, einem Theater- und TV-Darsteller (u.a. KLIMBIM), der bereits 1977 jung verstarb…
Die Fotostorys, so habe ich entschieden, dürfen kein "safe space" sein, keine berechenbare Abfolge von LISA-Bumskomödien, bei denen man sich über die immer gleichen Dummdreingucker und Brustvorzeigerinnen amüsiert und dann konstatiert, dass das natürlich dröger Kappes sei. Auch wenn ich dieses filmische "comfort trash food" immer mal wieder in den Fokus nehme, erwarte ich von den Filmen dieser Reihe mehr – und damit auch von mir und von euch.
Aus diesem Grund habe ich für die aktuelle Fotostory ein Thema aufgegriffen, das ich schon mehrfach in einem anderen Kontext erwähnt habe: der deutsche TV-Film als elitäre "Kunst" im weitesten Sinn…
Frohen Mutes und eiligen Schrittes in den zweiten Teil!
Wir erinnern uns – zum Ende des ersten Teil wurde im Zeitraffer die ganze eigentliche Handlung von WARUM DIE UFOS UNSEREN SALAT KLAUEN in 20 Sekunden komprimiert: Peter richtet die Laube her, züchtet den Super-Salat, und beginnt eine Beziehung mit Monika. Wir dürfen unterstellen, dass dafür Monate ins Land gehen – was in der Zeit alle anderen Beteiligten machen, ist irrelevant.
Das gilt auch für die Aliens, die jetzt erstmal selber kräftig Grünzeug zubereiten – das geschieht in einer unnötig langen Szene, die nichts erklärt oder vorbereitet:
In der Kleingartenkolonie wird derweil eine Art Sommerfest gefeiert, zu dem Peter seinen Salat beisteuert:
Ein "Personenschützer" des Senators schnappt sich etwas von dem Grünzeug und übergibt es konspirativ an einen Motorradfahrer…
Ich gestehe: nach den sehr gewöhnungsbedürftigen Ruhrpott-Rummelbuden POMMES ROT-WEISS und BO EH… MANNI! hatte ich das Gefühl, euch ein wenig überfordert zu haben. Ich gehe bei meiner Suche nach Kandidaten immer nach dem Prinzip "es kann nicht obskur genug sein" vor, aber vielleicht kann es das eben doch.
Aus diesem Grund präsentiere ich heute mal wieder leichte(re) Kost mit vielen bekannten Gesichtern und einem bezaubernden Rückblick in das Treiben der noch geteilten und sympathisch schlunzigen "Frontstadt" Berlin auf dem Weg in die ereignisreichen 80er.
Im ersten Moment möchte man glauben, WARUM DIE UFOS UNSEREN SALAT KLAUEN wäre eine dieser quietschbunten Klamotten mit der üblichen Mischung aus Alt- und Jungstars, wie sie damals von LISA oder CCC in die Kinos gedrückt wurden, wo sie angesichts der vielfältigen Mängel aber nichts verloren hatten…
Was macht ihr denn noch hier?! Der Film ist aus. Geht nach Hause, vergesst eure Jacken nicht, und gebt die leeren Flaschen am Counter ab. Husch husch!
Ach was – BOH EH… MANNI! ist noch gar nicht rum, trotz Nachspann?
Tjahaaa! Regissseur Ferry Schlüter gönnt uns die fetteste Post Credits-Sequenz aller Zeiten. Satte 23 Minutes Bonus-Content, wie man heute sagen würde!
Marvel, eat your heart out!
Leider müsst ihr für den Nachschlag ordentlich schmerzfrei sein. Ich vermute, dass nach dem Unfall von Marc David und den damit verbundenen "Anpassungen" des Films nicht mehr genug Material von den beteiligten Musikanten untergebracht werden konnte…