Thema: Filmverbrechen
83 Artikel
Vorab : Die schöne Version von KAMIKAZE 1989, auf der meine Fotostory basiert, ist noch bis zum 28.8. auf arte zu besichtigen. Solltet ihr reinschauen. In der FAZ gab es auch eine sehr oberflächliche Huldigung des Streifens, von der ich kackfrech unterstelle, dass sie von diesen Beiträgen initiiert wurde.
Und damit sind wir auch schon wieder in Düsselin… oder Berldorf. Jansen sind alle relevanten Informationen zu den Tatverdächtigen und dem ominösen 31. Stockwerk weitgehend in den Schoß gefallen, weil die tatsächlichen Mechanismen des Krimi-Genres Regisseur Gremm weniger interessieren als die Huldigung seines Hauptdarstellers…
Okayyyyy… once more unto the breach!
Als wir Polizeileutnant Jansen das letzte Mal verließen, bekam er von seinem Polizeichef den Auftrag, den Absender der Bombendrohung gegen den Megakonzern zu finden. Vier Tage hat er Zeit. Aber Jansen ist mehr daran interessiert, den im Drohbrief erwähnten "Mord" aufzudecken, der irgendwie mit einem ominösen 31. Stockwerk in der Konzernzentrale zusammenhängt.
Und Jansen ist noch an ganz anderen Sachen interessiert. In seinem abgewrackten Büro (was Sinn macht, wenn man unterstellt, dass diese Welt eigentlich kaum noch Bedarf an Polizisten hat) schaut er sich die gemachten Aufnahmen an:
Der nölige Neffe…
Brace yourself!
Ich dachte, das hier würde eine relative geradlinige Geschichte werden, die ich in zwei Etappen durchboxen kann. Aber es passiert, was immer passiert, wenn ich recherchiere – Zusammenhänge wurden klar, Fragezeichen tauchten auf, Nebenstränge drängten sich in Vordergrund.
Ich gestehe vorab: KAMIKAZE 1989 ist ein großer Verhau, dem ich nur mangelhaft gerecht werden kann – weil das verlangen würde, in den ganzen Sumpf der Abhängigkeiten, Nepotismen, Seilschaften und "Freundschaftsdienste" der deutschen Film/TV-Kultur der letzten 60 Jahre hinabzusteigen. Das ist nicht stemmbar und zudem hochriskant…
Okay, wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, die Rückblenden, die keine Rückblenden hätten sein müssen, sind endlich rum. Wir haben uns auch daran gewöhnt, dass Gina Arnold sich an keiner Form von erkennbarer Emotion versucht und dass über weite Strecken wechselnde Erzählerstimmen die Scherben des "Plots" zusammenfegen müssen.
In mancherlei Beziehung ist GINA WILDKATZE wie der Trash-Klassiker MANOS – HANDS OF FATE: produziert von Leuten, die kein Interesse oder keine Kenntnis von den Mechanismen des Filmemachens hatten. Die Abwesenheit der üblichen Erzählstrukturen macht ihre Notwendigkeit umso schmerzhafter sichtbar…
Für die nächsten drei, vier Filme werde ich bewusst in obskure Keller hinabsteigen, werde in die Ecken schauen, in denen die deutsche Filmgeschichte gerne das feucht durchwischen vergisst. Da, wo sich Staub und Schmier festgesetzt haben, wo man einen hässlichen Sessel vorstellt, wenn Verwandtschaft zu Besuch kommt.
Heute zum Beispiel geht es um GINA WILDKATZE, einen bizarren Regionalfilm aus dem Freiburg Mitte der 70er Jahre, der nach seiner "Welturaufführung" in einem lokalen Kino 20 Jahre lang verschwand und erst nach dem Tod der dafür verantwortlichen Person wieder auftauchte…
Dafür, dass der Film bei seiner einzigen TV-Ausstrahlung in HEISSE ÖFEN IN AFRIKA umbenannt wurde, hat es verdammt lang gedauert, bis die Beteiligten endlich mal in Afrika ankommen. Ich vermute, dass man 1989 den Originaltitel nicht mehr verwenden wollte, weil Gottschalk da bereits offizielle McDonalds-Werbefigur war.
Laut der Wikipedia (die sich auf die Produktionsfirma beruft), wurde BIG MÄC in Garmisch-Partenkirchen, Istanbul, Kairo, Nairobi und Mombasa gedreht. Augenscheinlich sind damit die Teile gemeint, in denen der Cast tatsächlich präsent ist. So vermute ich, dass Gottschalk bei dieser Begegnung der BMW mit den Beduinen einen Off-Tag hatte:
Angesichts der Sphinx unterstelle ich sogar, dass es sich nicht notwendigerweise um eine für den Film gedrehte Szene handeln muss:
Es wird hier übrigens zum gefühlt zwanzigsten Mal der Song "Big Mäc" gespielt, der schwer nach dem Soundtrack von FEUER UND EIS von Bogner klingt und dem Vernehmen nach von der Hauptdarstellerin selbst gesungen wurde:
Die Fassung im Film bemüht allerdings sehr offensichtlich eine stimmlich etwas ausdrucksstärkere Studiosängerin:
Ich wollte es mir eigentlich verkneifen, aber what the heck – viele jüngere Leser dürften sich kaum noch an FEUER UND EIS erinnern…
Okay, wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, Bernhard hat sich bereit erklärt, an einer Wettfahrt gegen ein japanisches Team teilzunehmen, die von der Zugspitze bis zum Kilimandscharo führt (und alle zeitgenössischen politischen Probleme des Nahen Ostens, Israels und Nordafrikas ignoriert).
Weil wir im Gegensatz zu Thomas Gottschalk keine Tomaten auf den Augen haben, erkennen wir sofort, dass sein Schrauber "Max" natürlich kein Junge ist, sondern ein junges Mädchen, bzw. eine junge Frau:
Abgesehen von Schlabberkleidung und kurzen Haaren gibt sich Beate Finckh auch wenig Mühe, ihr Geschlecht zu verheimlichen…
Vorab: Ganz am Ende dieser Fotostory findet ihr noch zwei – wie ich finde – sehr interessante Nachträge zu vorherigen Filmverbrechen. Dranbleiben!
Ihr habt am Osterwochenende von meinem letzten Screening-Drama ja gelesen. Nachdem der Fernseher endlich wieder online war (ein Satz, den vor 20 Jahren niemand verstanden hätte), kam die Frage auf, was wir uns ansehen wollen. Der Ordner namens "Trash" ist gut gefüllt, und eigentlich wollte ich endlich mal eine obskure Low Budget Thriller-Farce der späten 90er abfeiern, aber dafür waren der Frankster und ich einfach zu kaputt…
Wir kommen endlich auf die Zielgerade – es bleibt mir ein Rätsel, warum ausgerechnet ein so dünnes Filmchen eine so lange Fotostory bedingt. Aber ich tue nur meine gottverdammte Pflicht, also müssen wir da durch. Gemeinsam.
Da mit dem Finale von Teil 3 ja geklärt ist, dass Andreas zu Gaby gehört, braucht CCC eigentlich nur noch "aufzuräumen". LISA-typisch heißt das, dass alle Plots und Figuren mit Blick auf den Nachspann gnadenlos abgewickelt werden.
So kommt es, dass Johnny ansatzlos und reuig bei Pfarrer Herbert hockt und sich für seine Scherzkeksereien entschuldigt:
Der Klerus neigt – wie es dem Klerus immanent ist – zur Gewalt, sieht sich dabei aber vom "capo in absentia" zur Milde gemahnt:
Und so sitzen sie beim Bischof im Bemühen, das verursachte Chaos irgendwie in geordnete Bahnen zu lenken und einen bürgerlichen status quo herzustellen:
Der Bischof kann vergeben, aber nicht vollständig vergessen – von seinem Lakaien gibt es einen saftigen Arschtritt für den gänzlich am Chaos unschuldigen Pfarrer:
Nun ist die Hochzeit von Christine und Andreas wieder auf der Agenda – was zumindest eine Hälfte des Paares sichtlich freut:
Andreas hat nicht mal jetzt die Eier, reinen Tisch zu machen – als absoluter "simp" passt er perfekt zur intriganten und narzisstischen Gaby:
Einem intelligenteren Drehbuch würde ich glauben, dass die folgende Strategie zur Hochzeitsvermeidung eine glaubwürdige Korruption von Andreas' Charakter durch Gaby darstellt – er besorgt sich nämlich pharmakologischen Beistand:
Es wird niemanden wundern, dass dieses Abführmittel so penetrant lange im Bild bleibt, dass eine Produktionsbeihilfe des Herstellers unterstellt werden darf:Zum gemeinsamen Schmaus am Abend vor der Trauung bringt Andreas das Abführmittel in den ausgeschenkten Alkoholika unter:
Als jemand, der in exotischen Resorts Urlaub gemacht hat, weiß ich zumindest zu berichten, dass die vor Ort hergestellten Spirituosen den gewünschten Effekt auch ohne Laxativ zu verursachen in der Lage sind…
Okay, schauen wir mal, ob wir das Elend in drei Teilen hinter uns lassen können.
Christine ist entschlossen, sich des Gemächts des Geliebten zu bemächtigen. Aus seinem Mangel an Begeisterung könnte sie vielleicht schließen, dass sie mit Andreas nicht alt und glücklich werden wird – tut sie aber nicht.
Auch Andreas könnte vielleicht mal in sich gehen. Das ist ja definitiv kein "match made in heaven". Darf es wegen des gewünschten Happy Ends auch nicht sein.
Sex also? Nein. Geht ja auch wegen der Jugendfreigabe nicht…