• Fake-News vom Klatsch-Bot


    Meine Einstellung zur Yellow Press ist bekannt. Auch in der digitalen Sphäre weiche ich dem Klatsch weitestgehend aus. Ich halte die mörderische Frage, wer mit wem schlief, für gänzlich irrelevant. Mir ist allerdings peripher aufgefallen, dass es immer mehr Webseiten gibt, die sich nicht mal mehr die Mühe geben, Klatsch zu verbreiten – sie setzen aus beliebigen Info-Bits völlig kalorienfreie Pseudo-News zusammen, die nicht mal den eigenen Clickbait-Titel mit Inhalt füllen. So nutzt die Werbebranche die immer gleichen Schlagzeilen ("Das Vermögen des verstorbenen XY rührte seine Familie zu Tränen"), um den Surfer in endlose Fotogalerien zu locken…

  • Blinder Voyeurismus: Facebook und die nackten Fakten


    Es ist bekannt, dass Facebook manuell und automatisch Inhalte filtert, die vom System als anstößig angesehen werden. Bisher hatte ich damit noch nie zu tun. Bisher.

    Dass die Algorithmen, die die Drecksarbeit erledigen, ungefähr so kompetent sind wie die Algorithmen, die mir angeblich "passgenaue" Werbung einblenden (aktuell: indische Kredite und Modellbausätze von Nazi-Flugscheiben), war mir allerdings nicht bewußt.

    Es trägt sich zu, dass ein Bekannter gestern dieses Cover eines alten Magazins zum allgemeinen Amüsement postet:

    Großes Tennis, keine Frage – aber angesichts der unbestreitbar nackten Tatsachen ein klarer Fall für die Facebook-Auto-Zensur…

  • Bilians bumsfidele Bettlektüre


    Keine Sorge, ich werde die restlichen Reviews vom B-Film Basterds Festival noch nachreichen, aber es hat sich da was ergeben, das ist… na ja, "wichtiger" ist kaum der richtige Begriff. Aber ich will’s loswerden.

    Es hat ja Tradition, dass die Basterds auch dem deutschen Schundkino huldigen, vom Amateur-Horror über den Sittenreißer bis hin zum volkstümelnden Schlagerfilm. So hatten wir letztes Jahr den soliden Alpenringelpiez "Ich kauf' mir lieber einen Tirolerhut" gesehen, in dem u.a. die spätere Frau Heino mitspielte.

    In diesem Jahr präsentierte uns Doc Acula mit "Betthupferl in Oberbayern" aka "Die Jungfrauen von Bumshausen" einen Streifen, der zwar noch die Mechanismen der harmlosen Alpenkomödie bedient, diese aber mit haufenweise (harmlosen) Nackereien anreichert…

  • Cinema historia sexualis: Der süffisante Schweinkram der 80er


    Auch wenn der Scan-Vorgang meiner Cinema-Ausgaben soweit automatisiert ist, dass ich mich dabei nur wenig auf die Inhalte der Hefte konzentriere, fällt mir doch immer mal wieder etwas ins Auge. Das kann eine verballerte Überschrift sein, ein besonders dämlicher Druckfehler oder ein falsch beschriftetes Bild.

    Inhaltlich fällt vor allem auf: Die Cinema war in den 80ern ein sexistisches Drecksblatt mit besonders hohem Heuchelei-Level. Kein Aufhänger war dem Blatt zu schmierig, kein Screenshot zu körnig, kein Anlass zu nichtig, wenn man die Brüste irgendeiner Nachwuchs-Aktrice oder alternden Diva auf Seitengröße ziehen konnte…

  • Twin Peaks und die nackten Notwendigkeiten (NSFW)


    Ich habe die ersten Folgen der neuen Twin Peaks-Staffel gesehen. Für einen ausführlichen Review ist das zu wenig, aber in kurz: mir gefällt’s. Fast alle Charaktere mitsamt ihrer Darsteller sind wieder dabei, es werden gleich drei spannende neue Plots aufgemacht und verstörtes Kopfkratzen ist hier die Regel, nicht die Ausnahme.

    Es sei noch erwähnt, dass sich die Neuauflage/Fortsetzung in zwei Dingen von der ersten Minute an deutlich vom Original abhebt. So sieht man den Wasserfall im Vorspann nicht mehr von vorne, sondern von oben. Das ist den neuen Produktionsmethoden geschuldet, die für solche dynamischen Aufnahmen keine teuren Helikopter mehr brauchen, sondern auf Drohnen mit HD-Kameras zurück greifen können…

  • Ariana Grande: Weil sowas von sowas kommt…


    Ich kenne Ariana Grande, die steckengroße neuste "Kinderstar wird Popstern"-Version, nur aus Saturday Night Live-Sketchen und Auftritten in Late Night Shows, wo sie erstaunliche stimmliche Bandbreite beweist:

    Nun beschwert sich die junge Dame auf Social Media-Kanälen, dass Fans sie wohl massiv sexuell objektifizieren würden – und SPon ist das auch gleich einen Artikel wert. 

    Das wäre mir kein Posting wert – hätte ich nicht kürzlich bei meinem türkischen Hausfriseur aus dem Augenwinkel ein Musikvideo der jungen Dame gesehen:

    Der Fan hat sie objektifiziert? Nein, das tut ihre Plattenfirma, ihr Management, letztlich auch sie selbst…

  • FSK 16: Leseprobe – Stilfrage – Schweinkram


    Ich bin auf Facebook einer Gruppe zum Thema Heftromane beigetreten. Da gibt es wunderbare Cover und Leseproben alter Schundschmöker zu bewundern und in manchen Fällen preisen die Autoren selbst die eBook-Versionen ihrer "Klassiker" an. Dazu gehört auch Walter Appel, den so ziemlich jeder eifrige Heftchenleser meiner Generation als Westernautor "Earl Warren" kennt. Oder als Horrorerzähler "Frank de Lorca". Oder als "Zamorra"-Schreiber "Robert Lamont". Er hat so ziemlich jedes Genre drauf und eine Karriere hinter sich, um die ich ihn beneidet hätte, wäre ich 20 Jahre früher geboren worden…

  • Dieser Porno hat soooo’n Bart…


    "Thor XXX" ist eine recht lahme Angelegenheit: Die Kostüme haben Karneval-Charakter, die Darsteller sind Grimassenschneider und sämtliche Sexszenen habe ich (wie üblich) übersprungen. Kein Vergleich z.B. mit "Spider-Man XXX", der sich wirklich Mühe gibt, dem Original nachzueifern. Oder "Avengers XXX", der zwar inhaltlich Magerkost auffährt, aber mehr Avengers sorgsam kostümiert auffährt als der Kino-Blockbuster. Wie gesagt: davon demnächst mehr.

    Es ist allerdings zu drollig, dass man DIESEN Odin

    im Film SO darstellt:

    Ich vermute, der Maskenbildner hat sich weniger vom Göttervater und dafür mehr von Papa Schlumpf inspirieren lassen…

  • Superhelden XXX: Cumming soon


    Ich hatte über das Thema ja schon mehrfach berichtet, einfach weil es eine schräge (ich wollte an dieser Stelle das Adjektiv "perverse" vermeiden) Faszination auf mich ausübt. Es wird dieser Tage auch noch ein größeres Update geben, aber zwei Projekt-Infos wollte ich vorab schon mal mit euch teilen.

    Ganz frisch:

    Schlechter als die TV-Serie kann es kaum werden…

    Und den hier habt ihr vielleicht schon gesehen:

    Nein, ich weiß auch nicht, was diese gebrochen Englisch rödelnde Moderatorin da drin zu suchen hat. Mir fällt allerdings auf, dass immer mehr Porno-Parodien dazu übergehen, nicht nur die Vorlage sklavisch zu verwursten, sondern sich bei anderen Comic-Plots und Figuren zu bedienen…