First Look: STAR TREK – STRANGE NEW WORLDS Staffel 4
It’s Jurassic Trek! It’s Muppet Trek! It’s Spock Trek! Fun Trek is back!
Der Start der neuen Staffel STAR TREK – STRANGE NEW WORLDS ist aus gleich mehreren Gründen mit einer Portion Melancholie verbunden. Wir wissen, dass die Serie eingestellt wurde und nur noch 16, auf zwei Staffeln verteilte Episoden auf uns warten. Je besser die Serie ist, desto schlimmer macht es den Gedanken.
Dann ist da Pike. Best Captain ever. Das Bravado von James T. Kirk und die Empathie von Jean-Luc Picard. Von all den Seelen, die ich auf meinen Reisen gekannt habe, war seine die… menschlichste. Ein Mann, der ewig leben und wiederkehren sollte wie seine Nachfolger im Kommando der Enterprise. Und doch… wir wissen um sein Schicksal. Wir wissen von Talos IV. Das stolze Ende, das er verdient, wird er nicht bekommen. Schlimmer noch: er weiß es auch.
Und ganz pragmatisch: nach den glorreichen Staffeln 1 und 2 war SNW mit Staffel 3 böse gestolpert und hatte sich mit Subplots, halbgaren Gast-Charakteren und einer Flut an unnötigen Gimmicks das eigene Pathos vermasselt. Entweder macht Staffel 4 das wieder gut – oder SNW versaut sich sein Erbe auf der Zielgeraden.
Nun ist die erste Episode raus und wahrlich – es ist mehr als STAR TREK. Es ist STAR TREK – STRANGE NEW WORLDS beinahe in Reinkultur. Gleichermaßen albern wie gefühlig, spannend wie überraschend, großes Abenteuer für alternde Jungs. Captain Pike als Cowboy. Marsianer, Dinosaurier, Zeitreisen und explodierende Planeten inklusive. Eine satte Stunde "more entertainment than we deserve".
So mancher spaßbefreite Trekker wird sich angesichts der Verweise auf WAR OF THE WORLDS, JOHN CARTER ON MARS und DOCTOR WHO (!) vermutlich an die Brust greifen, aber fuck that – ich bin schmerzfrei:
Dabei der wird der ganz große Bogen geschlagen: Die "Marsianer" erinnern mit ihren albernen grünen Kostümen an die kurios gekleideten Aliens von TOS, das moralische Dilemma ist ein typischen TNG-Thema, und die groß propagierte Erkenntnis ist klar und einfach: it happened because it had to happen.
So kann das GERNE weitergehen. Ich habe nicht mal ein Problem damit, dass augenscheinlich wieder mehrere Gimmick-Episoden geplant sind:
Meine einzige Sorge ist, dass die Serie noch weiter als Steigbügelhalter für eine erhoffte, aber mittlerweile praktisch ausgeschlossene "Kirk: The First Year"-Serie missbraucht wird und die aktuelle Crew in den Hintergrund drängt. SNW ist dann am stärksten, wenn sie sich als eigene Entität begreift und nicht als Prequel.
Hit it!
P.S.: Ach ja – Carol Kane ist als Pelia immer noch unterträglich. Eines Tages finden wir heraus, warum sie gecastet wurde. Es wird eine Überraschung sein…
P.P.S.: Ganz im Spirit von SNW – wusstet ihr, dass der erste STAR TREK-Roman in Deutschland SO ausgesehen hat?
Wer jung ist, liebt das Schneider-Buch!
Die Inhaltsangabe liest sich entzückend krude:
Ich hatte es immer schon geahnt:
"Nur technische Überlegenheit retten das Raumschiff und seine mutige Besatzung."





Schlußzitat leider falsch "technische ÜberlegenHEIT" ansonsten wie immer: danke für die Mühe… und ich lese gerne auch die Sachen, wo mir das themea flötepiepen ist
Ich habe schon vor Jahrzehnten geschrieben: Der Dewi könnte eine Zusammenfassung des Einwohnermeldeverzeichnisses von Ostwestfalen-Lippe verfassen und man würde es mit Genuss und Spaß lesen 🙂
murmelmurmel… Ostwestfalen-Lippe… murmelmurmel… mal aufschreiben…
Oh Gott ja, Schneider-Bücher. Das war wohl mein Einstieg ins Genre. Erdschiff Giganto. Raumschiff Monitor. Commander Perkins. Die Enterprise war mir allerdings nicht begegnet 🙂
Stimmt! Commander Perkins habe ich sehr geliebt und dank meiner Stadtbibliothek einmal komplett durchgelesen. Das war damals eine wirklich schöne Reihe
Nicht zu vergessen die grandiosen Hörspiele dazu. Sowohl die Teile von Europa, in denen in den 80ern der Weganer- und der Arrow-Zyklus umgesetzt wurden, als auch die "Das Sternentor"-Hörspiele von Maritim sind sehr liebevoll adaptiert und auch heute noch hörenswert.
Mit dem Staffelauftakt war ich auch sehr zufrieden. Aber ehrlicherweise: Die Geschichte der Marsianer ist eigentlich so gut, dass sie noch etwas mehr hergegeben hätte und es schade ist, dass die jetzt innerhalb von einer Episode verbraten wurde. Aber wer weiß, vielleicht hört man ja noch mal etwas von den Artefakten einer uralten Zivilisation auf dem Mars?!
Du meinst im echten Leben?
Hat mir auch sehr, sehr gut gefallen. Immer noch die beste Trek Serie seit …20 Jahren? Im Trailer zur vierten staffel hatte ich mich noch etwas aufgeregt, weil ich dachte: Ach kommt schon. Wie wahrscheinlich ist es denn, dass irgendwo in der Galaxis genau die gleichen saurier existieren?
Selbst wenn, wäre mir das egal gewesen – ich werte den Entertainment-Faktor IMMER höher als die Plausibilität.
"wusstet ihr, dass der erste STAR TREK-Roman in Deutschland SO ausgesehen hat?"
Jap! Ich habe ihn. Vor langer Zeit auf nem Bücherei-Verkauf für 50 Pfennig oder so erstanden und erst viel später herausgefunden, was es damit auf sich hat und warum darin vieles so seltsam klingt.
Müsste ich eigentlich mal für einen Blogbeitrag lesen.
Pike als puppe? Klingt bescheuert könnte vielleicht aber was werden.schließlich liebte ich stingray. Leider kann es gerry anderson nicht mehr umsetzen
Tatsächlich hat das Konzept in einer Folge von Legends of Tomorrow hervorragend funktioniert 🙂
Und in einer ,,Angel“ Folge. 😅
So nämlich. Volle Zustimmung, Daumen hoch etc. (Und wie großartig ist bitte das Schneider-Buch?)
Generell würde ich dem Review zustimmen, bin mir aber nicht sicher, ob die "Moral der Geschichte" gepaßt hat. Es geht hier (theoretisch) um Entscheidungen, die Milliarden von Leben, die ganze Zukunft mehrerer intelligenter Spezies betrifft und am Ende heißt es im Prinzip "denkt nicht drüber nach" und alle sind fröhlich. Für mich ist das schon fast ein anti-"the city on the edge of forever".
Das sehe ich nicht so. Nach unendlich vielen Zeitreise-Geschichten kennt auch der Gelegenheitszuschauer das Dilemma und es ist angebracht, dass die Figuren sich dementsprechend verhalten. It is because it has to be. Zumal ich die Reaktionen der Figuren darauf durchaus emotional packend finde.
Erschien bei Schneider nicht auch die ersten Dr. WHO Romane in Deutschland?
In welchem Multiversum würde ich das wissen?!
Sorry. War eine allgemeine Frage. Nicht an dich persönlich.
Ich war bei SNW mit der Tatsache, daß Pike über sein zukünftiges Schicksal bescheid weiß nie sonderlich glücklich, aber es ist nun mal so und im Bezug auf seine Person macht der Ansatz, nicht allzuviel nachzudenken noch am ehesten Sinn.
Interessant finde ich auch, daß Star Trek als Franchise, wo Zeitreisen vergleichsweise oft vorkamen, sich nie auf eine kanonische Form festgelegt hat. Es gibt hier die "Back to the Future"-Mechanik (d.h. Änderungen in der Vergangenheit haben Einfluß auf die Zukunft – siehe z.B. First Contact) ebenso wie das Erzeugen von neuen Zeitlinien (Star Trek 2009) und wie in der Episode (aber auch anderen) den geschlossenen Kreis, wo alles so passiert, wie es immer schon sollte.
Und ich habe absolut kein Problem damit. Wie ich schon häufiger sagte: Entertainment geht vor Kanon.
Star Trek Zusammenfassungen gehen noch schlimmer. Hier die Beschreibung der Staffel 3 von TOS bei Paramount+ über Prime:
„Wir schreiben das Jahr 2268. Es wird kein gutes Jahr für Captain James T. Kirk werden. Seine Crew wird den Mut zeigen, der sie in der Föderation zur Legende gemacht hat. Es sei denn, sie erkranken tödlich oder ihnen wird das Gehirn gestohlen.“
Das ist aber schon erkennbar mit Sarkasmus geschrieben 😉
"Spock’s Brain" kann man auch nur mit Sarkasmus genießen 😅