Fantasy Filmfest 2015 raw (4): Dilemma deutscher Film
Man freut sich, weil viele deutsche Produktionen auf dem FFF laufen – und ärgert sich, weil sie meistens schlecht sind. Warum ist das so? Antworten haben wir auch nicht. Aber Meinungen.
Man freut sich, weil viele deutsche Produktionen auf dem FFF laufen – und ärgert sich, weil sie meistens schlecht sind. Warum ist das so? Antworten haben wir auch nicht. Aber Meinungen.
Ladies & Gentlemen – ich bin raus! Back to Speyer, back to Baden Baden. In den nächsten Tagen kommen noch haufenweise Reviews und mein endgültiger "survival guide" für Festival-Fans. Das war es dann für 2015. Aber die Fantasy Filmfest Nights 2016 und das Fantasy Filmfest 2016 sind ja nicht mehr sooo lange hin. Die entsprechenden Städte können sich schon mal bei mir bewerben…
Nächstes Jahr würde ich die Sache mit den Vlogs gerne etwas professioneller angehen. Dieses Jahr hat immerhin bewiesen, dass es theoretisch geht…
Zuerst die guten Nachrichten: Trotz der bulligen Hitze und des Gepäcks, das ich zwischen den Bahnhöfen hin und her schleppen musste, war die Anfahrt völlig in Ordnung. 15.02 Uhr ab in Speyer, 18.35 an in Nürnberg. Der Fernbus wie immer klimatisiert und gerade mal ein Drittel besetzt.
Das Hotel ebenfalls erfreulich: Zimmer im sechsten Stock nach hinten raus. Mit Klimaanlage. Ein ideales Basiscamp mit ALDI, Bäckerei, Burger King und Joey’s Pizza gleich um die Ecke – und gerade mal 300 Meter vom Kinocenter entfernt.
Das Kinocenter: Kaum vorstellbar für Leute, die in Berlin oder gar in München auf das FFF gehen – alle Filme werden im gleichen Kino gezeigt…
In einer Stunde mache ich mich auf den Weg nach Nürnberg. Dort habe ich das Fantasy Filmfest zuletzt 2008 mitgenommen. Waren damals ein paar echte Keulen dabei, aber wenigstens musste der Doc Acula mitleiden. Weil er sich dieses Jahr endlich mal wieder eine Dauerkarte leisten konnte, habe ich Berlin heuer einen Korb gegeben.
Noch nie bin ich so unvorbereitet gewesen. Die Arbeit und die Vorbereitung unseres Umzugs haben verhindert, dass ich überhaupt mal das Programm oder wenigstens den Timetable checken konnte. Ich weiß nur, dass es heute Abend gegen 20.00 Uhr los geht…
Nur zur Information – alles okay. Danke für die Sorgen, die erfreulicherweise unnötig sind. Wir hatten gehofft, unser massiver Umzug nach Baden Baden (besonders in der Hitze) wäre ohne mein Beisein möglich. Es stellt sich heraus: nein. Also schleppen statt schauen, schieben statt schreiben. Ich hoffe immer noch auf eine Rückkehr in die Zielgerade des Festivals, aber das hängt an Umständen, die ich momentan noch nicht abschätzen kann.
Weiter geht’s mit dem "proof of concept" (ein ernsthaftes Projekt kann man das ja nicht nennen). Zwischen zwei Filmen in einer Pause von 15 Minuten raus rennen, Location suchen, Kamera aufbauen, Mikro anschließen, konzeptfrei drauf los plappern, das Material am Abend mit Vorspann versehen und über Nacht hochladen – geht. Nicht gut, nicht perfekt, nicht schön, aber geht. Das lässt für das nächste Jahr hoffen, wo ich die Filmerei deutlich professioneller angehen möchte:
Danke an dieser Stelle auch an Andreas Eisele, der den tollen Vorspann auf Zuruf und superfix gebastelt hat…
Was für eine Woche! Nach nur zwei Tagen auf dem FFF in Nürnberg bekam ich einen Anruf aus Speyer: Der geplante Umzug nach Baden Baden konnte doch nicht ohne mich über die Bühne gehen. Ich bestieg einen Zug nach Marburg (die Abläufe sind kompliziert), ließ Hotelzimmer und einen Platz in der Reihe 9 für Dauerkartenbesitzer verwaisen.
In der Tat: Der Umzug wurde zur Herkulesaufgabe für den Wortvogel, der sich so gar nicht als griechische Gottheit sieht. Obwohl wir in den letzten Wochen Kubikmeter Sperrmüll, neun Säcke Textilien, 15 Kisten Bücher und diverse Ladungen Restmüll entsorgt haben, belegt der Besitz von WV und LvA einen 7 Tonner – plus Hänger…
FFF, Tag 4. Diesmal mit 100% mehr Verrissen als am Vortag. Und dem vermutlichen Höhepunkt dieses Festival-Jahrgangs.
KUNG FU KILLER Worum geht’s? Durchgeknallter Serienkiller fordert die Meister diverser Kung Fu-Techniken zum tödlichen Duell, um selbst Nr. 1 zu werden. Die Polizei holt Kung Fu-Gott Donnie Yen aus dem Knast, damit er bei der Fahndung hilft – nicht ahnend, dass der irre Killer Donnie von Anfang an als seinen persönlichen „Endgegner“ sieht.
Wie ist er? Man nehme einen kompetent gemachten, durchaus spannenden, aber auch nicht herausragenden Serienkillerjagd-Thriller, und packe dann da ganz viel Kung Fu rein…
Und so begab es sich, dass der Wortvogel aufgrund umzugstechnischer Kalamitäten das halbe Fantasy Filmfest dieses Jahr auslassen und daher seine heiligen Rezensionspflichten aufs Schändlichste vernachlässigen musste. Und da ich ohnehin seit Jahren für alle von mir gesichteten Filme hier in Kommentarform meinen Senf hinzugebe, hat Torsten mich gefragt, ob ich das dieses Jahr offiziell als Gastbeiträger machen will, um die lichtvollen Ausführungen von ihm und Vertretungsvogel Doc Acula um eine Zweitmeinung zu ergänzen. Na aber gerne doch!
Um das Ganze kurz und knackig zu halten, werde ich anstelle eines „Vollreviews“ versuchen, hier in gesammelter Form zu jedem Film drei Punkte ansprechen:
„Okay, worum geht es noch mal?“ gibt euch ein paar Stichworte zum Filminhalt, falls ihr wider Erwarten nicht das komplette FFF-Programmheft auswendig gelernt habt…
Ein weiterer Tag beim FFF in Köln. Es ist spät, ich sitze im Hotelzimmer, und hau das jetzt raus, ohne zu lesen, was der Doc und der Vogel geschrieben haben. Mal sehen, ob ich auf diesem Wege das mit dem „kurz und knackig“ diesmal schaffe.
HYENA Worum geht’s? Korrupter Londoner Bulle will sich ins Drogengeschäft einkaufen und verheddert sich zunehmend in seinen Betrügereien, als albanische Menschenhändler seinen Kontaktmann zerhäckseln.
Wie ist er? Zum Tagesauftakt ein Brit-Gangsterstreifen der extradreckigen Schule, in dem sich unsympathische Menschen in tristen Gegenden gegenseitig fertigmachen und dabei so feisten Dialekt sprechen, dass man nur jeden zweiten Satz versteht…