• Redaktionsalltag vor 20 Jahren – schwarz auf weiß


    Ich trage mich mit dem Gedanken, mal eine Mappe mit Texten aus allen möglichen Quellen zusammen zu stellen, um meine Arbeit als Autor kompakt präsentieren zu können. Ehrensache, dass ich dabei auch auf Artikel zurück greife, die ich seinerzeit als Jungredakteur für den GONG geschrieben habe.

    Im Rahmen unseres Umzugs nach Schwabing fiel mir kürzlich ein Ordner mit Fotokopien in die Hände, die ich vermutlich gemacht habe, als ich den GONG 1995 in Richtung ProSieben verlassen sollte. Es sind ausgesuchte Beiträge zu allen möglichen Themen, die ich damals als soliden Querschnitt meiner Arbeit betrachtete…

  • Ach ja, Tagesschau24…


    … du bist der reinkarnierte Sender "EinsExtra", auf dem künftig die Tagesschau noch häufiger wiederholt wird – für die 10 Leute, die nicht in der Lage sind, sich die aktuelle Fassung im Internet anzusehen. Wenigstens sendest du keine Endlosschleife, sondern füllst die Zeit zwischen den regurgitierten Nachrichten z.B. mit Talkshows, die du durch News-Einblendungen am unteren Bildrand ergänzt.

    So weit, so banal.

    Kann ich aber doch ein paar Sachen anmerken? Z.B. ist es eher kontraproduktiv, wenn die News-Einblendungen ständig und penetrant die Namen bzw. die Fachgebiete der Diskussionsteilnehmer von Talkshows verdecken…

  • It’s an Abby Sunday (8): Luxusgeschöpf


    Dass Abby mehr zu Britta gehört als zu mir, merkte man vor drei Tagen sehr schön, als sie sich nach dem zweiwöchigen Aufenthalt in der Katzenpension daheim erst mal ein ruhiges Plätzchen suchte – auf der Louis Vuitton-Tasche auf dem handbezogenen Lesesessel:

    Ich kann mir vorstellen, dass die zwei Wochen "Zwangsurlaub" für Abby kein Spass waren: zwar hatte sie ein eigenes Zimmer und wurde auch gut versorgt, aber kaum kamen wie sie abholen, stürzte sie uns in die Arme, dass man sich unangemessenerweise an Szenen aus den Gefangenenlagern in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs erinnert fühlte…

  • Kultkritik: Feuer frei auf Frankie


    Professor Bargher ist eine Kapazität, was neuartige Raketentreibstoffe angeht. Bei einem Entführungsversuch wird er schwer verletzt und die CIA heuert seinen leichtlebigen Bruder Frankie an, als Doppelgänger die Aufmerksamkeit von Agentenkartellen und Großkonzernen auf sich zu ziehen, bis Bargher so weit fit ist, dass er in die USA ausgeflogen werden kann. In Genf und um Genf und um Genf herum schwirren Frankie bald die blauen Bohnen um die Ohren – und die schönen Frauen.

    Ich stehe auf Blacky Fuchsberger. Er war der erste Nachkriegs-Actionschauspieler und brachte etwas auf deutsche Leinwände, was damals so ungewohnt wie undeutsch war: Ironie…

  • Asylum: "American Pussies"


    Ich habe es selbst oft genug erlebt: Diejenigen, die großmäulig ihre eigenen Verfehlungen verteidigen, kneifen schnell den Schwanz ein, wenn doch mal einer die Keule raus holt. Case in point: Asylum Global.

    Ihr erinnert euch vielleicht, dass ich Asylums "American Battleship" so penetrant auf dem Trittbrett von "Battleship" fand, dass es selbst für Mockbuster-Verhältnisse angebracht war, von Universals Seite (endlich?) mal gegen zu treten. Nicht jeder Leser war meiner Meinung – Universal aber schon, wie es aussieht.

    Das Hollywood-Studio hatte nicht nur die Lizenz von "Battleship" gekauft, sondern auch eine "key visual art" entwickeln lassen, einen Look, der Kunden und Käufer sofort an den Blockbuster denken lassen sollte:

    Es war nicht sehr verwunderlich, dass Asylum sich beeilte, einen Mockbuster auf die Rampe zu bekommen, der sich in jeder Beziehung an das Original hängt – und in diesem Fall vielleicht auch zu weit aus dem Fenster…

  • Serienkritik: Continuum


    Ich muss wohl mittlerweile einsehen, dass ich nicht mehr so "up to date" wie zu den Zeiten des "SF TV Guide" bin. Es fehlt mir einfach die Zeit, alle möglichen Info-Schnippsel über neue TV-Serien zu sammeln, alle Trailer zu sichten, alle Folgen anzusehen. Vor zehn Jahren wäre mir nicht entgangen, dass eine neue Action-SF-Serie namens "Continuum" produziert wird – noch dazu mit "G.I. Joe"-Leckerchen Rachel Nichols (von der ich eigentlich dachte, dass sie sich auf ihre Kinokarriere konzentrieren würde). Die kanadische Produktion kann zudem mit einer ganzen Sackladung bekannter Gesichter aus dem Bereich des Genrefernsehens aufwarten: Tony Amendola aus "Stargate SG-1", Victor Webster aus "Mutant X", Lexa Doig aus "Andromeda", William B…

  • Unrasiert und (nicht mehr) fern der Heimat


    Jede Mal denke ich: den ganzen Rasierkram lässt du schön zu Hause. Spart Gewicht und vor Ort die nervige Rumschaberei im Gesicht. Das Problem: dieses Gestrüpp, das ich nur eingeschränkt Bartwuchs nennen möchte, juckt wie die Hölle.

    SO kann ich morgen natürlich nicht in Hamburg auflaufen! Der Bartschneider brummt schon…