• Digitale Nostalgie: 9 Netzprojekte von anno dazumal


    Es ist erstaunlich bis erschreckend, dass die Nostalgie langsam schon die digitale Frühzeit erreicht. Retro-Gaming, Computer-Museen, Tetris-Tapeten – alles Erinnerungen an eine verklärte Ära, je nach Einstellung fasznierend bis peinlich für eine Generation, die mit Handys und Internet aufgewachsen ist, die keine Welt ohne ipod und SMS kennt.

    Ich bin seit 1995 im Netz, meine ganz persönliche Internet-Erfahrung wird also im nächsten Jahr volljährig (strafmündig?). Will sagen: Ich könnte legal mit jungen Frauen schlafen, die gerade geboren wurden, als ich das erste Mal den Netscape-Browser öffnete…

  • Buch-Kritik: „Sonky Suizid“ von Gero Reimann


    „Jeder Satz würde ihm aus dem Mund gerissen werden und die Bedeutungen der Wörter, der Sätze, der Zeichen, die Bedeutung des Codes, würde sich gegen das wenden, was er aussprechen wollte, gegen das, was er fühlte.“

    Ich bespreche selten Bücher, noch seltener Romane. Das kommt daher, dass ich kaum noch Romane lese. Es fehlen mir die Zeit und die Ruhe dazu. Das führt auch dazu, dass ich nicht besonders kompetent bin, komplexere Romane zu besprechen, weil mir das schiere Volumen des notwendigen Backgrounds abgeht.

    Bei „Sonky Suizid“ fühle ich mich allerdings verpflichtet, handelt es sich doch um den 1983 geschriebenen, aber erst 2011 posthum (der Autor verstarb 2009) veröffentlichten „großen Roman“ des Dick-Fetischisten und Feuilleton-Kombattanten Gero Reimann…

  • Hollywood Fiction: Eine Frage des Alters


    In Hollywood (und nicht nur da) wird um der Karriere willen viel geschummelt, das ist bekannt. Schwule geben sich hetero oder zumindest bi, Verheiratete geben sich single, Junkies drehen TV-Spots für „Just say no“. Viele Schauspielerinnen verheimlichen so lange wie irgend möglich ihr wahres Alter, weil ihr Kapital nicht das Alter, sondern die „age range“ ist – also die Spannbreite, die sie spielen können (in professionellen Vitas ist das auch so angegeben: z.B. „age range 20-35“). Vor einiger Zeit hat eine Darstellerinnen die IMDB verklagt, weil sie die Aufdeckung ihres wahren Alters für karriereschädigend hält…

  • It’s an Abby Sunday (6): Mit einem Grumpf schalumpft


    Wherever you go, I go:

    Abby ist seit Montag in einer Katzenpension. Es hat keine zwei Tage gedauert, bis mich die LvA genötigt hat, von Spanien aus dort anzurufen, um nachzufragen, wie unsere Katze sich dort eingelebt hat. Gut, wurde uns versichert.

    Es ist uns schon häufiger aufgefallen, dass die Katze ganz dem Klischee gemäß mehr als ein Haustier geworden ist. Britta und ich verfallen in Rollenmodelle, die weniger mit Herrchen und Frauchen, dafür mehr mit Papa und Mama zu tun haben.

    Britta verwöhnt die Katze…

  • Kirchenaustritt: Verleugnet, verachtet, verscharrt


    Ich bin ca. 1997 aus der katholischen Kirche ausgetreten. Also offiziell. Innerlich hatte ich mich Anfang der 90er endgültig von dem Verein gelöst, seinem Prunk, seiner Heuchelei, seiner Herdenmentalität, seiner Geschichte, seinen Repräsentanten. Es war nicht schwer – unsere Familie ist nie sehr religiös gewesen und die einzigen Erwartungen an uns in dieser Richtung kamen von den Großeltern, die teilweise kaum das Recht besaßen, als besonders bibelfest zu gelten.

    Der Anlass zum Austritt war ein sehr profaner: Ich musste die Steuererklärung von drei Jahren nacharbeiten und realisierte erstmals, was mich diese Clubmitgliedschaft kostete…

  • 43 Jahre deutscher Humor er- und überlebt


    Wenn ihr das hier lest, bin ich schon auf dem Weg nach Ibiza. Man sehe mir nach, dass neue Beiträge für den Rest des Monats eher sporadischer Natur sein werden.

    Dies ist die leicht ergänzte und überarbeitete Fassung eines Gastbeitrags, der vor einiger Zeit bei Manuel veröffentlicht wurde.

    Ich werde mein Leben im Spiegel des prägenden Humors nacherzählen. Die größten Hits der 70er, 80er, 90er und das Beste von heute, sozusagen. Das sagt was über mich aus, im Idealfall aber auch über das Land, in dem ich lebe…

  • Batman-Fanfilme: "Death Wish" & "Seeds of Arkham"


    Vor einiger Zeit hatte ich ja schon mal ein paar Superhelden-Fanfilme präsentiert, darunter meinen Favoriten "Grayson". In dem Bereich gibt es immer mal was Neues und ich finde, diese beiden Shorts sind ein Update wert.

    "Death Wish" sieht aus, als hätte man versucht, eine Graphic Novel möglichst werkgetreu zu verfilmen:

    Soweit ich weiß, basiert "Death Wish" allerdings auf keiner Vorlage. Das ringt mir noch einmal ein Quentchen mehr Respekt ab, auch wenn die Kostüme natürlich aus dem Laden sind, die Action ein wenig fußlahm und die Stimme von Batman klingt, als habe er einen bösen Schnupfen…

  • NBC: "Revolution"


    Heute wurden die Teaser für eine ganze Reihe neuer Serien vorgestellt, die mich null interessieren. Aber JJ Abrams' neue Show "Revolution" (über das Leben nach dem relativ abrupten Ende aller Elektrizität) weiß zumindest, wie sie sich verkaufen muss – kein Wunder, wenn Jon "Iron Man" Favreau im Regiestuhl sitzt:

    Mich irritiert nur ein wenig, dass der Bösewicht aussieht wie Obama und der jugendliche Cast nach 15 Jahren Endzeit so schnieke rumläuft wie in "Hunger Games". Könnte ein neues "Jericho" werden – dann hoffentlich mit mehr Erfolg…

  • It’s an Abby Sunday (5): Lasercat on the prowl


    Abby will grundsätzlich hoch hinaus:

    Je höher, desto besser. Morgens liebt sie es, sich von uns auf den Bauernschrank heben zu lassen, von dem aus sie dann den großen Kleiderschrank besteigen kann. Das sieht dann immer aus, als wolle sie den Stuck an der Decke inspizieren. Dass übermäßiger Mut auch inhärente Eleganz negieren kann, haben wir neulich gelernt: Abby wollte unbedingt einen Weg auf die Küchenschränke finden. Den gibt es aber nicht. Nach reiflicher (wenn auch fehlgeleiteter) Überlegung entschied sie sich zu einem Sprung auf die Dunstabzugshaube, die zu ihrer Überraschung auf der Oberseite nicht plan, sondern abfallend konstruiert ist – und noch dazu aus glattem Edelstahl…