• Abandoned: Zehn kleine Negerlein/Indianer/Soldaten


    Die Zeit zwischen den Tagen haben die LvA und ich unter anderem damit verbracht, uns die bisher beste Verfilmung von Agatha Christies Krimi-Klassiker "Zehn kleine Negerlein" anzusehen, natürlich von der BBC und extrem hochkarätig besetzt:

    Tatsächlich gelingt dem Dreiteiler das Kunststück, Christies eigentlich komplett unfilmisches und unbefriedigendes Ende beizubehalten und doch mit erzählerischer Rendite abzuwandeln. Ich werde einen Teufel tun und euch verraten, wie sie das machen.

    Müsste ich Kritik anbringen, dann allenfalls die, dass das ursprünglich titelgebende, den veränderten sozialen Gegebenheiten immer wieder angepasste Gedicht in der Verfilmung nie prominent verlesen wird, was es dem Zuschauer fast unmöglich macht, daraus Hinweise zu puzzeln…

  • bento, tu mir das nicht an…


    Es ist die Zeit zwischen den Jahren, ich will meine Ruhe. Darum habe ich auch aufgehört, selbst halbwegs interessant anteaserte Artikel anzuklicken, die auf SPIEGEL online zu dir verlinkt werden. Dabei ist es gar nicht so, als gäbe es bei euch nur die journalistische Version von Styroporchips zu lesen – wenn ihr die Texte z.B. von Leuten schreiben lasst, die selber im Thema drin stecken, kommen mitunter gute Lesestücke dabei raus.

    Aber bento, ehrlich jetzt – diese laue Nummer von Birte Kohring habt ihr doch nur online geschaltet, um mich zu provozieren, oder…

  • 16 for ’16: Wortvogels Serienguide (3)


    The Magicians 7 Episoden, Syfy Channel. Basiert auf einer Reihe von Young Adult-Büchern. Harry Potter als dröges Hipster-Drama mit unsympathischen, fehlbesetzten Darstellern, teilweise erschreckend schwachen Effekten und einem konfusen Skript, das den Zuschauer völlig außen vor lässt und null Spannung generiert. Versagt genau da, wo Magie anfängt: Bei Kreativität und Phantasie. Kanadisch produzierte Billigware wie "Dark Matter" und "Killjoys", die primär Sendeplätze zwischen den Prestige-Produktionen füllen soll.

    Neon Joe, Werewolf Hunter 5 Episoden, Adult Swim. Dem Sender Adult Swim haben wir ein paar echte Kultklassiker zu verdanken – nur leider merkt man Neon Joe an, dass die Serie zu penetrant in Richtung Kult schielt…

  • Kostümwechsel bei den Superhelden: Dankbarkeit zum Jahreswechsel


    Heute wurde das erste offizielle Bild von Benedict Cumberbatch als "Dr. Strange" veröffentlicht – und wieder mal hat Marvel bei Casting & Kostüm den Nagel auf den Kopf getroffen. Das sitzt so perfekt wie bei Jackman als Wolverine, bei Hemsworth als Thor, bei Robert Downey jr. als Tony Stark.

    Ein Grund mehr, von allen Superheldenfans der neuen Generation ein bisschen Demut einzufordern. Es gab Zeiten, da waren Comics drittklassige, als minderwertig betrachtete Vorlagen für jämmerliche TV-Serien und Low Budget-Filme. Damals war die Frage nicht "Wie setzen wir das werkgetreu um?", sondern "Wie können wir das soweit kastrieren und verwässern, dass es dem Normalpublikum zumutbar ist"…

  • 16 for ’16: Wortvogels Serienguide (2)


    South of Hell Acht Episoden, WEtv. Eli Roth hat seine Finger wirklich überall drin, und nachdem er mich mit diversen Filmen gelangweilt hat, die ein immer gleiches Gerüst in wechselnde Genres kleiden, versucht er sich nun an Miniserien. Natürlich werden die üblichen Exorzismus- und Schock-Nummern abgezogen, edginess wird angedeutet, aber nie wirklich geliefert. Trotzdem wäre "South of Hell" dank der atmosphärischen New Orleans-Locations und einer starken zentralen Performance von Mena Suvari und ihrem brandneu erweiterten Dekolleté durchaus sehenswert, würden nicht der dünne Plot und die hanebüchen platten Dialoge den Zuschauer immer wieder aus der Laune reißen…

  • 16 for ’16: Wortvogels Serienguide (1)


    Ich dachte schon in den 90ern, als ich meine "Serien-Guides" schrieb, im neuen goldenen Zeitalter der TV-Serien zu leben. Akte X, Babylon 5, Deep Space Nine, aber auch Northern Exposure, ER, New York Cops und Frasier waren Belege, dass die Dramaturgie erwachsener wurde, der Anspruch höher. Teurer waren Serien nie gewesen, mutiger auch nicht.

    Im Nachhinein wirkt das naiv, lächerlich fast. Heute kosten Serien teilweise das fünf- bis zehnfache dessen, was vor 20 Jahren ausgeben wurde. TV hat kein Stigma mehr, sondern dem Kino auch als Event-Erzählmaschine auf vielen Ebenen den Rang abgelaufen…