Thema: Neues

  • Das Wortvogel-Manifest: Wofür ich stehe (1)


    Ich glaube, man sollte Stellung beziehen. Sich nicht nur links oder rechts verorten, nicht nur in einzelnen Gesprächen einzelne Standpunkte vertreten. In den letzten Monaten habe ich es als sehr therapeutisch empfunden, auch im Kontext von Facebook-Diskussionen meine eigenen politischen, moralischen und gesellschaftlichen Grundsätze zu präzisieren. Manchmal in Form knapper Leitsätze, manchmal in Form flapsig formulierter Kommentare wie diesem:

    "Nichts ist radikalisierten Minderheiten so zuwider wie eine zufriedene Mehrheit. In deren Augen ist eine zufriedene Mehrheit immer gleich eine tumbe, hirnlose, ignorante Masse von Schafen, die nicht das Licht sehen will…

  • Lost in Ost: Ein dunkler, einsamer Abend im Osterwieck


    Ich bin entwurzelt in diesen Wochen, entfremdet und ruhelos. Nach 25 Jahren aus einer Großstadt in die Provinz gezogen, zwischen Kisten lebend, für meine Zeitschrift viel auf Reisen, Schränke durch Koffer ersetzt. Einpacken, auspacken, waschen.

    Osterwieck. Wie bin ich nach Osterwieck gekommen? Eine Reportage. Jemand möchte uns seine Heimat vorstellen, den Harz. Von der Redaktion bin ich halbgar gebrieft: Nur wenige Kilometer bis zur früheren deutsch-deutschen Grenze, ehemals Hochburg sozialistischer Metallverarbeitung, beliebte Wandergegend. Den Brocken kenne ich als „Hexenberg“ aus einem John Sinclair-Roman. Clooney hat hier neulich „Monuments Men“ gedreht…

  • Only the biggest thing that ever happened – like, EVER!


    Seth Meyers in seiner Late Night Show gestern Abend:

    Jep – mein Name bei NBC auf dem Bildschirm, gut leserlich, mit kostenloser und unbezahlbarer Werbung für mein Buch. Das Universum meint es heute gut mit mir.

    Und Seth? Yeah, you kinda look like David Gale. Get over it.

    Markus Haage vom "Zombie" hat es in einen schönen Bildstreifen verwandelt:

  • Literadelnde Nebenjobs (Nachtrag)


    Der Mensch lebt nicht vom Wortvogel allein – und der Wortvogel schon gar nicht. Muss ich erfreulicherweise auch nicht. Trotz meines momentanen Arbeitsvolumens, das beträchtlich ist (dazu nächste Woche mehr), habe ich mich hinreißen lassen, auch mal wieder schreiberische Gastauftritte zu absolvieren.

    So konnte ich der Einladung, einen Beitrag für "Topf voll Gold" zu schreiben, nicht widerstehen. Keine Polemik – konkrete Vorschläge zum Problem der Paparazzipresse. Dass diese folgenlos bleiben werden, liegt in der Natur der Sache.

    Auch bei Hyperland bin ich mal wieder vertreten…

  • Verspätete Gedanken zu "Captain America 2"


    Ja, ich nenne ihn "Captain America 2". Weil die Unsitte, die Nummerierung wegzulassen, zunehmend für Verwirrung sorgt und weil BEIDE alternativen Titel in meinen Augen Kappes sind. "Captain America: The Winter Soldier"?

    Abgesehen davon, dass die Bezeichnung "Winter Soldier" im Film keinerlei Bedeutung hat, ist die Figur des "Winter Soldier" weder elementarer Bestandteil der Handlung, noch der tatsächliche Gegner von Cap. Genau genommen ist er ein glorifizierter Henchman. Genauso gut hätte man den dritten Spider-Man "Spider-Man: Sandman" nennen können, oder "Batman & Robin" lieber "Batman: Poison Ivy"…

  • Die meinungsbildende und meinungshemmende Macht der Minderheiten


    Stefan regt sich drüben über Akif Pirinçci auf – als Vorleistung zur Lektüre dieses Beitrages vielleicht sinnvoll.

    Pirinçci, Sarrazin, Matussek, Broder: Alle beschreien sie eine empfundene Macht der Minderheiten, eine Diktatur, die der jeweils sehr flexibel definierten Mehrheit ihren Willen aufzwingt und ihr das (hart erarbeitete!) Geld abnimmt. Homosexuelle, Frauen, Ausländer und/oder Hartz 4-Bezieher streben an die Fleischtöpfe, lassen sich vom korrupten Politestablishment durchfüttern, die Rechnung zahlen am Ende "wir alle", was offensichtlich Homosexuelle, Frauen, Ausländer und/oder Hartz 4-Bezieher nicht mit einschließt. Etwas liberalere Schreihälse substituieren "wir" durch "der Steuerzahler", maskulin natürlich, die Steuerzahlerin ist durch Mutterschutz und Frauenquote ja selber auf der Seite des Bösen, eine ganze Batterie von Minderheiten versteckt sich in ihrer Mehrheit…

  • Blindflug des Bösen: Fantasy Filmfest Nights 2014 (3)


    Ich hatte in den letzten Wochen nicht einmal Zeit, mich mit der augenscheinlich problematischen Verleihgeschichte von „Snowpiercer“ zu beschäftigen, einer koreanisch-amerikanischen Adaption eines französischen Endzeitcomics, die für den US-Release auf Geheiß von Harvey Weinstein um 20 Minuten erleichtert werden sollte. Nach einem Geek.Aufschrei wurde der US-Edit ad acta gelegt und „Snowpiercer“ kommt wohl ungeschnitten in die deutschen und amerikanischen Kinos. Ob sich das Fandom damit einen Gefallen getan hat, wage ich allerdings zu bezweifeln. Ich selbst hatte bei dem über zwei Stunden langen Eiszeit-Eisenbahn-Epos mehrfach das Gefühl, man hätte in der Edit-Suite etwas mehr Disziplin walten lassen dürfen…