Thema: Film, TV & Presse

  • Wortvogel-Kritiken: Alles nur Theater (2)


    Eurydike

    Ins Teamtheater habe ich mich unter falschen Vorzeichen locken lassen: Hinter „Eurydike“ vermutete ich die klassische griechische Tragödie. Die alte Sage von Orpheus' Weg in die Unterwelt. Gehobenes Entertainment für gehobene Schichten.

    Und dann sehe ich eine leere Bühne, durchzogen nur von einer Bahn aus schmutzig-schwarzem Sand, und eine Handvoll Darsteller, die sich zu schräger Musik fünf Minuten lang hin und her wälzen, und gegen Wände stoßen.

    Ich wollte gehen, ehrlich.

    Hätte ich mich mal bloß vorher schlau gemacht. „Eurydike“ ist ein modernes Stück, geschrieben von der gefragten New Yorker Autorin Sarah Ruhl…

  • TV-Kritiken (2): Terminator Machinima, Gravity, Der kleine Nick, Timmy Time


    Terminator Machinima

    Genau genommen keine "TV"-Serie, aber sei’s drum…

    Es ist eine geradezu bestechend geniale Idee, und ich hatte bei meinem Review zu „Clone Wars“ schon die Frage gestellt, warum solche Serien nicht mittlerweile per Game Engine aus einem passenden Spiel animiert werden: „Terminator Machinima“ geht den Weg konsequent. Man hat den Charakter von Moon Bloodgood aus dem letzten Film genommen, und um sie herum eine neue Serie entwickelt, die komplett von einer Videospiel-Engine gerendert wird. Das ist nicht nur preiswert, sondern erlaubt auch eine effiziente und produktionsnahe Herstellung…

  • Kino-Kritik: Prince of Persia


    USA 2010 . Regie: Mike Newell. Darsteller: Jake Gyllenhaal, Gemma Arterton, Alfred Molina, Ben Kingsley, Richard Coyle

    Ich kann es diesmal kurz machen und zufrieden vermelden: Ich hatte mit meiner Vorhersage auf breiter Front Recht. So muss das sein und so mag ich das auch.

    "Prince of Persia" ist NATÜRLICH total überblasenes Sommer-Entertainment, aber im Gegensatz zu "Clash of the Titans" (mit dem er Look. Attitüde, Ambition und Gemma Arterton teilt) hat diese Videospiel-Adaption ausreichend Seele. Und genug Ironie um zu erkennen, wie albern das ganze Geschehen ist…

  • Chip online: Wenn die linke Hand nicht weiß, was die rechte empfiehlt (+ Brüste)


    Chip präsentiert auf der Startseite derzeit den aktuellen Beitrag "Horror-Downloads: Finger weg von diesen miesen Tools".

    Die Redakteure raten von solcher Software so klar ab wie der Katholische Filmdienst vom cineastischen Oeuvre eines Lucio Fulci:

    Interessant ist dabei, was Chip in der Präsentation des Acoo Browsers als typisches Bild zeigt:

    Trotz der verheißungsvollen Aussichten wird vom Acoo ab- und dem Firefox-Browser zugeraten.

    Nun sollte man meinen, dass Chip nicht noch anbietet, was es verteufelt, aber tatsächlich sind viele der Tools bei Chip zu bekommen, und von der Fotogalerie des Horrors aus sogar verlinkt…

  • TV-Kritiken (1): Happy Town, Ugly Americans, Luther


    Videospiel-Animation, Knet-Klassiker, britischer Crime Thriller, Mystery-Serial, Selbstmord-Dramedy und Independent-Trickserie – abwechslungsreicher kann eine Übersicht neuer Serien kaum sein. Darum braucht’s auch zwei Teile.

    Happy Town

    Im idyllischen Haplin hat es seit fünf Jahren keine nennenswerten Verbrechen mehr gegeben – seit der „magic man“ aufgehört hat, jedes Jahr einen Bürger spurlos verschwinden zu lassen. Doch rechtzeitig zum „Thaw Fest“ häufen sich die finsteren Ereignisse: Der Dorfspanner wird brutal ermordet, der Sheriff redet wirr von einer „Chloe“, und eine junge Frau mit undurchschaubaren Absichten taucht auf…

    Von der Kritik wurde „Happy Town“ vorab als neues „Twin Peaks“ gelabelt – ein Vergleich, an dem sich die ABC-Serie nur hoffnungslos überheben kann…

  • Random Charts (14): Spanische Beileger


    Ich hatte ja kürzlich bereits über die obskuren Giveaways berichtet, die spanische Magazine ihrer Auflage beilegen, um Käufer zu ködern (bei uns ist diese Praxis weitgehend wettbewerbsrechtlich verboten). DVDs und Bücher sind da noch die harmlosen und nachvollziehbaren Beispiele.

    Bei einem weiteren Besuch an einem großen Presse-Stand in Eulalia sind mir diese bemerkenswerten Beileger untergekommen:

    6) Die „Cosmo“ lockt mit einer erstaunlich großen Schultertasche im Army-Look

    5) „BQ Trends“ legt einen batteriebetriebenen Lockenstab bei

    4) „Micasa“ steckt ein viergeteiltes hölzernes Gestell in die Plastikfolie – gefüllt mit duftendem Blüten-Potpourri

    3) „GQ“ zeigt nackte Supermodels auf dem Cover – und verstopft die Regale mit überdimensionierten Kopfhörern (kein Bild, sorry)

    2) „Mi bebé y yo“ hilft jungen Müttern mit einem aufblasbarem Stillkissen

    Den absoluten Kracher in Sachen Magazin-Beileger gibt es nach dem Break zu bestaunen…