Thema: Film, TV & Presse

  • Das Unheil wirft seine Schatten voraus: Fantasy Film Fest 2010 in Berlin


    17. August bis 25. August 2010.

    Es ist mal wieder soweit: Fantasy Film Fest. Ich bin zum siebzehnten Mal dabei, zum vierten Mal für dieses Blog, und zum ersten Mal in Berlin! Das bedeutet: First! Diesmal kommen meine Reviews rechtzeitig, damit ihr euch (wenn ihr wollt und mir vertraut) in anderen Städten daran orientieren könnt. Der Aktualität willen fahre ich quer durch die Republik und buche mich für eine Woche in ein Hotel in der Nähe des Potsdamer Platz ein. Es ist ein knallharter Job, aber einer muss ihn ja machen…

  • Der Reiz gebrochener Helden: Die BBC zeigt, wie man gute Krimis entwickelt


    Weil es vielleicht sonst keiner merkt, verkünde ich es hier mal offiziell: Es ist ein neues "Golden Age" des britischen Krimis angebrochen. Drei- und sechsteilige Serien mit abgeschlossenen Fällen, aber übergreifenden Handlungssträngen, kommen momentan in einer Qualität und Geschwindigkeit, dass einem nur noch schwindelig werden kann.

    Hat Kenneth Branagh in "Wallander" schon gezeigt, was aus den Mankell-Schmökern noch an Spannung und Atmosphäre zu quetschen ist, beweist "Luther" mit geradezu erschreckender Leichtigkeit, dass ein hoch komplexer Thriller keine literarische Vorlage braucht, um literarischen Vorlagen gerecht zu werden:

    Alle, die es nicht gar so düster mögen, haben seit letzten Sonntag einen neuen Champion…

  • Unanständige Geschichtsstunden für Nerds: "Sex and the Silver Screen"


    Es gibt ein paar wirklich großartige Dokumentationen über die Geschichte Hollywoods. Manche davon sind 12 Stunden lang und immer noch nicht lang genug. Ob es um die Entstehung des Kinos geht, den europäischen Stummfilm, oder die Feinheiten der Comedy: Ich bin dabei. Ich liebe sie alle.

    Kürzlich las ich in einer mehr als 10 Jahre alten Ausgabe von "Psychotronic Video" was über eine sechsstündige Dokumentation zum Thema (und mit dem Titel) "Sex and the Silver Screen". Der Reviewer betonte dabei nicht nur die erstaunliche Freizügigkeit der sonst so prüden Dokumentarfilmer, sondern auch die Qualität der teilweise ultra-raren Clips…

  • Big Band Theory: Des Wortvogels Lebenswerk erfährt seinen Ritterschlag


    Der Typ hier – das ist Charles Band:

    Die Internet Movie Database listet ihn als Produzent von mehr als 200 Filmen, darunter B-Klassiker wie "Trancers", "Dolls", "Re-Animator", "The Caller", und "Prison".

    Ich war schon in den 80ern ein Fan, als die "Cinema" ausführlich über seinen "Metalstorm: The Destruction of Jared-Syn" berichtete – ein 3D-Spektakel, in dem kein Metallsturm vorkam und Jared-Syn am Ende auch nicht vernichtet wurde.

    Band war für mich neben Roger Corman immer DER quintessentielle B-Produzent, weil er nicht einfach lieblos "product"  in den Markt scheißen wollte, sondern ein klares Business-Modell verfolgte, das ihn mir sympathisch machte: Empire und später Full Moon Pictures produzierten Filmcomics, die teilweise im selben Universum spielten, Crossover erlaubten, und mit den "Videozone"-Magazinen am Ende der Kassette eine starke Bindung an die Fangemeinde suchten…

  • 20 Jahre Wortvogel in München: Wie er kam, was er wollte, warum er blieb (3) (Update)


    Neueinsteiger bitte Teil 1 und 2 lesen!

    Ich bin also nun "fester" Programmredakteur, bekomme als Ressort SAT.1 zugeteilt. Im Grunde genommen besteht meine Aufgabe darin, die Programm-Infos (eine ca. 100seitige Auflistung des wöchentlichen SAT.1-Programms mit allen Daten) zu einer Programmspalte nach genauen Vorgaben (z.B. 117 Zeilen à 37 Anschläge) zusammen zu dampfen. Ich muss entscheiden, welcher Spielfilm mit Bild dargestellt wird, Kritiken aus Filmenzyklopädien suchen, Todesdaten eintragen, und viele Schauspieler um ein "(bek. aus "XY")" ergänzen. Sind alle sieben Spalten für eine Programmwoche abgenommen, kürze ich sie noch für die Bedürfnisse der Schwesterzeitschrift "die2" ein…

  • Comicon 2010: Nerds FTW!


    Zum Verständnis: In den USA gibt es die Westboro Baptist Church unter dem Kommando von Fred Phelps. Viel ekelhafter kann christlicher Fundamentalismus nicht werden: Die Mitglieder stehen gerne mit Schildern wie "Gott hasst euch" und "Schwule ruinieren Amerika" an der Straße. Meistens dort, wo sie viel Publicity bekommen – regelmäßig stören sie zum Beispiel Soldatenbegräbnisse (nach ihrem kruden Weltbild ist jeder tote Soldat die Schuld der gottlosen Nation selbst).

    Diese Woche wollten sie gegen die "falschen Götzen" auf dem Comicon in San Diego protestieren – nur haben sie sich da die komplett falschen Gegner ausgesucht…